Q&A: Wer ist Tante Vanja?

Hallo meine Lieben Leser/innen.  Ich habe lange darüber nachgedacht ob ich mal noch ein wenig mehr über mich preis gebe. Warum das so lange gedauert hat? Nun, mein Blog hat mir schon das ein oder andere Mal ärger eingebracht. Obwohl neutral geschrieben haben Arbeitgeber es nicht gut geheißen wenn ich über meinen Alltag gebloggt habe. Damals war es mir total wichtig was mein Arbeitgeber und meine Kollegen/innen über mich denken. Heute hat sich das geändert.

Ich stehe jetzt zu mir, und ich kann für mich einstehen. Deshalb habe ich mich entschlossen weiterhin zu bloggen. Entweder ich werde auf Arbeit so akzeptiert wie ich bin, nämlich unter anderem als Bloggerin, oder eben nicht. Dann überlege ich mir aber stark ob ich Wert darauf lege in einem Unternehmen zu arbeiten welches meine Kreativität und Freizeitaktivitäten  einschränken will. Ich will definitiv keinen Rufmord etc. begehen, es ist aber wichtig das auch Nichtpädagogen sehen wie es hinter den Kulissen läuft. Ich will die Pädagogik in Einrichtungen transparenter machen.

So genug um den heißen Brei geredet. Ich wird jetzt mal mit den ersten 10 Fragen und Antworten beginnen. Ach ja, damit Ihr auch sehen könnt wer sich hinter Tante Vanja versteck… hier ist ein Bild =)

 

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Kunterschwarz und Dunkelbunt

 

Frage 1: Wer ist Tante Vanja?

Hinter Tante Vanja versteckt sich eigentlich eine Vanessa. Ich bin im Oktober 1989 geboren und eine typische Waage 😉  Bis zu meinem 27 Lebensjahr habe ich zusammen mit meinem Eltern und jüngerem Bruder zusammen in meinem Elternhaus in Frankfurt gewohnt. Meine Kindheit war schön =) Bis ich 10 war lebten meine Großeltern mit im Haus, mein Bruder und ich genossen unter anderem Omas tolles Essen, Opas Gesangseinlagen(nachts… aber er hatte wirklich eine wunderschöne Gesangsstimme) und Kaffeetrinken um Punkt 15:00 Uhr. Oma Gitta ließ mich beim backen helfen, ich spülte für Sie das Geschirr vom Mittagessen ab oder ging Samstags mit ihr beim HL einkaufen. Opa Willi war immer ein lieber Opa, der manchmal etwas seltsam war, aber immer zu uns Enkeln stand und man einfach spüren konnte das er uns so sehr liebt. Am Wochenende sind wir oft nach Worms zu den Eltern meines Papas gefahren. Mein Opa der konsequent nur amerikanisch sprach, stark nuschelte und trotzdem verstanden wurde und seinen Garten liebte, liebe ich immer noch genau so wie meine Oma die mir schon als junges Mädchen häkeln beibrachte, mich  geduldig getröstet hatte weil ich Heimweh bei einer Übernachtung hatte oder uns etwas zugesteckt hatte damit wir auf dem Backfischfest Karussell fahren konnten.

Meine Mama  war immer für mich da, sie hat sich um mich, meinen Bruder und den Haushalt gekümmert. Mein Papa hat immer Frühschicht geschoben sodass wir ihn am Nachmittag für uns hatten. Dafür bin ich unendlich dankbar. Wir haben tolle Ausflüge gemacht, sind auf Volksfeste gefahren. Aber das wichtigste: ich konnte immer zu meinen Eltern kommen wenn ich Kummer hat. Meine Eltern haben es nicht einfach mit mir gehabt nachdem die Pubertät losging. Ich bin unendlich dankbar das sie immer an mich geglaubt haben.

Die Lehrer auf der Realschule sagten alle das aus mir nichts werden kann. Das war mir damals auch furchtbar egal bis ich mein FSJ in einer Tagespflege für Demenzkranke machte. Dieses Jahr hat alles gedreht. Ich habe mein Fachabitur im Gesundheitswesen nachgeholt. Habe beschlossen meine Ausbildung als staatlich anerkannte Sozialpädagogin zu machen und mit einem 1,6 Schnitt bestanden. Und 2013 hatte ich endlich meinen Studienplatz bekommen. 2016 verließ ich die University of Applied Science mit einem 2,1er Bachelor of Arts Soziale Arbeit. Soviel dazu das aus mir nicht wird bzw. geworden ist. Jetzt stehe ich selbst an der Tafel und unterrichte. Das hätte ich früher ( und auch manchmal heute) nicht gedacht.

Von jung bis alt, mit Einschränkungen oder ohne. Ich liebe meine Arbeit mit Menschen.

 

Frage 2: Bist Du wirklich eine ,, Tante“?

Jein 🙂 Leibliche Nichten und Neffen habe ich (noch?) nicht. Aber ich darf ein paar bezaubernde Wesen als diese betrachten. Dazu zählen die süßen Mädels von der Rabenmutti ( es fühlt sich einfach so natürlich an die Kleinen als Familie zu sehen!) und die 3 Mädels meiner Freundin G.! Ich war bei allen Schwangerschaften dabei, mal mehr aus der Ferne, aber auch haut nah. Ich sehe die Mädels aufwachsen und es erfüllt mich immer mit viel Freude, Liebe und auch manchmal Demut, das diese kleinen Wesen mich als ihre Tante sehen.

Frage 3: Ja, aber warum dann ,, Tante“?

Das hatte sich so heimlich eingeschlichen. Irgendwie ist das einfach so passiert. Ich weiß nicht mehr genau wann es war, aber irgendwann hatte Mutter meines Ex-Freundes ihr Enkelkind bei sich. Wir hatten sie besucht und sie sagte immer: ,, Komm geh mal zu der Tante. Die Tante spielt mit Dir!“ oder ,, Schau mal die Tante ist da.“ Irgendwann wurde das von meinem Umfeld dann übernommen.

Ich denke der Name passt auch. Ich habe keine eigenen Kinder, bin aber unheimlich gerne Tante. Das ist für mich ein schönes Gefühl und eine wichtige Aufgabe, die Rolle als Tante. Ich nehme sie sehr ernst und helfe meinen ,, Nichten“ und deren Eltern so gut ich kann. Egal was los ist, sie werden immer mindestens ein offenes Ohr und ausgebreitete Arme bei mir finden.

Frage 4: Welchen pädagogischen Stil bevorzugst Du?

Hahaha, schwierig. Also mal davon abgesehen das ich denke das man nie nur einen Stil konsequent durchziehen kann. Ich würde sagen 60 % Bedürfnisorientiert, 30 % demokratisch und 10 % Egalitär. Mir ist es wichtig das mein Gegenüber sich nach seinen Bedingungen entwickeln soll. Darum versuche ich so oft wie möglich die Bedürfnisse im angemessenen Rahmen zu befriedigen. Ebenfalls ist es wichtig für mich, mich auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber zu befinden. Mitbestimmung macht ebenfalls ein großen Teil aus, denn nur wer die Möglichkeit bekommt z.B. Veto einzulegen oder ein Mitspracherecht  hat wird sich als wertvolles, wichtifes und akzeptiertes Mitglied in der (Arbeits) Beziehung fühlen.

Frage 5: Wo hast Du denn schon überall gearbeitet?

  1. Tagespflege für Demenzkranke (2 Jahre)
  2. Integrative Krabbelstube (1 Jahr+ 4 Monate Praktikum im Studium)
  3. Schule für praktisch Bildbare, Einzelintegration ( leider nur 2 Monate, da die Bezahlung über die Arbeitsvermittlung einfach beschissen war)
  4. evangelische KiTa (3 Jahre)
  5. städtische KiTa ( 1 1/2 Jahre)
  6. städtische KiTa ( ca. 8 Monate?)
  7. privater Bildungsträger (seit 1 1/2 Jahren)

Von 0 bis 99 war alles dabei außer Kinder- und Jugendheim, Frauenhaus, Einrichtungen für Suchtkranke oder Einrichtungen für Obdachlose und Flüchtlinge. Eigentlich müsste ich das auch mal machen, aber ich möchte kein Arbeitsplatzhopping betreiben, kommt schlecht im Lebenslauf. Da ich seit meinem 16. Lebensjahr arbeite hab ich schon relativ viel Arbeitserfahrung =)

Frage 6: Warum sind Deine Haare pink?

Warum sind Eure Haare nicht pink? Ich werde oft mit dieser Frage konfrontiert. Ich mag sie einfach so. Und nein, sie hat mich nie bei meiner Arbeitssuche behindert. Im Gegenteil. Die pinken Haare kommen extrem gut an 😉

Frage 7: Was gefällt Dir an der pädagogischen Arbeit am meisten?

Das sie so ein breites Arbeitsfeld bietet. Jeder Mensch ist anders und es ist einfach unheimlich spannend immer wieder von neuem mit Unikaten konfrontiert zu werden.  Es wird niemals langweilig!

Wichtig ist auch das ich meine Arbeitsbereiche wechseln kann. Durch meine Arbeitserfahrung und mein Studium bin ich in der Lage meine Schwerpunkte immer wieder neu zu setzen =) Das macht es einfacher und es kommt keine Langeweile auf! Nichts ist schlimmer als einer langweiligen Arbeit nachzugehen!

Frage 8: Warum bloggst Du?

Es ist ein prima Hobby, entspannt mich und so laufe ich nicht Gefahr etwas zu vergessen. Leider habe ich , u.a. auch Krankheitsbedingt, ein schlechtes Gedächtnis. Mein Hirn schafft es einfach nicht immer Erinnerungen zu speichern oder abzurufen. Aber das ist nicht (immer) schlimm. Ich kann in meinem Blog immer nachlesen. Das hier ist sozusagen mein Gedächtnis. Und mein Tagebuch. Und mein Lautsprecher zur Welt. Außerdem kämpfe ich für mehr Transparenz in der Sozialen Arbeit und Pädagogik. Ich möchte der Welt ein reales Bild einer Pädagogin zeigen. Wir können mehr als Kaffee trinken ( ich mag lieber Tee, Danke!) und Kinder beim schaukeln anschubsen 😉

Frage 9: Wenn Du in der Kita arbeiten würdest, in welchen Räumen würde man Dich finden?

  1. Musikraum
  2. Matschraum
  3. Kreativraum
  4. Tobe/Bewegungsraum
  5. Garten

 

Frage 10: Wirst Du gerne wieder mit Kindern arbeiten?

Ich würde gerne. Aber im Moment und auf nicht absehbarer Zeit ist es leider nicht möglich. Jedoch soll man ja niemals nie sagen =)

 

So, ich hoffe Ihr konnten Euch ein kleines bisschen Vorstellen wer ich bin. Wenn Ihr noch weitere Fragen habt schreibt Sie in die Kommentare. Ich sammle diese dann und mache ein zweites Q&A. Danke für´s lesen und mitbegleiten =)

Eure Tante Vanja

 

 

 

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Manic Monday: Es weht ein rauer Ton durch die pädagogischen Hallen.

Manchmal denke ich, dass viele Menschen sich den Job als Pädagoge irgendwie mit einer rosa Brille sehen. Und ich kann es ihnen noch nicht mal verübeln. Wir sollen(müssen!!!) immer professionell auftreten und uns den Stress, Ärger, Arbeit und Co. niemals ansehen lassen. Wir sollen für jeden ein offenes Ohr haben, für jedes Problem einen Lösungsansatz oder sogar schon fertige Lösungen parat haben…und all das mit einem Lächeln im Gesicht.  Wir gehen immer verständnisvoll mit unseren Kollegen um und helfen wo wir nur können.  Als ich jünger war habe ich auch gedacht: Lehrer oder Erzieherin sind voll die netten Berufe. Sind sie auch, aber nicht immer oder eher gesagt immer weniger.

In Wirklichkeit ist der Ton in pädagogischen Einrichtungen viel rauer. Natürlich bestätigen hier Ausnahmen die Regel. Und ja, ich habe schon in einer sehr harmonischen Krabbelstube gearbeitet. Das war wirklich traumhaft.

Heute schaut es ganz anders aus. Heute befinde ich mich in einer Umgebung zu der ich eine sehr ambivalente Beziehung führe. Ich liebe meine jetzige Arbeit. Ich arbeite gerne mit Erwachsenen zusammen, das hätte ich nie gedacht( Ich bevorzuge meine Menschen entweder sehr jung oder sehr alt…alles zwischen 14 und 40 ist eigentlich nicht meins). Ich genieße vor allem die große Entscheidungsfreiheit welche ich in den KiTas einfach nicht hatte. Meine Kreativität wird definitiv gefordert und es ist sehr spannend mit meinen Kollegen zusammen Probleme zu besprechen und Lösungen zu finden.  Aber es gibt etwas, dass hat sehr viel mehr Gewicht als all die schönen Dinge: der Umgangston.

Ich bin der Meinung man kann alles sachlich klären. Und wenn man einmal im Unrecht ist muss man eben dazu stehen. Es gibt immer Hoch´s und Tief´s  und man kann von keinem Verlangen jeden Tag die beste Laune zu haben. Aber ich erwarte, dass Probleme angesprochen werden und das in einem angemessenen Ton.

Manchmal gibt es Tage, da möchte ich mich einfach nur in meinem Büro einschließen. Dann wird geschrien, geschimpft, gezetert. Das sind sehr impulsive und intensiver Momente die ich schlecht aushalten kann.

Müde

Noch schlimmer ist es wenn man das Gefühl hat zwischen den Stühlen zu stehen. Oder immer wie ,, auf rohen Eiern geht“ weil man nicht weiß was im nächsten Moment passiert. An einem Tag ist alles okay, am nächsten ist nichts recht. Egal wie sehr man sich dann auch bemüht. Dann möchte ich auch nicht sagen wenn ich Probleme habe. Möchte nicht auffallen, möchte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.  Ich schiebe schon seit Wochen ein wichtiges Thema vor mich her, traue mich aber nicht es anzusprechen. Aus Angst vor der Reaktion. Ich kann es einfach nicht einschätzen. Wird mein Zustand abgetan? Wird Hektik entstehen? Oder läuft doch alles gut? Ich weiß es nicht.

Stress

In meinem ganzen Arbeitsleben habe ich noch nie so eine Achterbahn der Gefühle durchlebt wie jetzt. Was wiegt mehr? Der Spaß an der Arbeit oder die emotionale Erschöpfung nach Arbeitstagen welche nicht nur akkustich sehr laut waren. Die geniale Arbeit mit den Kollegen oder der Balanceakt zwischen Wertschätzung und gleichzeitiger Denunzierung der Arbeit eines Pädagogen.

Solche Tage nagen oft an mir. Und es fühlt sich oft an als ob bald nichts mehr von mir übrig wäre. Und trotzdem hoffe ich doch immer wieder das es besser wird. Bin ich naiv? Vielleicht. Habe ich immer noch genug Vertrauen darin das Menschen sich doch noch ändern können? Jein. Bin ich bereit dafür weitere Teile von mir herzugeben um? Nein! Aber Versuche mich zurück zu ziehen werden missinterpretiert. Doch wieder zwischen den Stühlen sitzen.

An all meine Kollegen und Kolleginnen da draußen. Gebt… Gebt so viel Ihr entbehren könnt, aber gebt niemals 100 % von Euch her. Bitte bleibt Euch treu und setzt Grenzen. Seid stärker als ich. Habt keine Angst, rechtfertigt Euch niemals für jeden kleinen Handgriff. Spielt nach den Regeln, testet sie aber bis an ihre Grenzen aus. Vielleicht bin ich irgendwann auch stark genug um den Ton in meinen pädagogischen Hallen zu ändern.

 

Eure Tante Vanja

 

 

Was ist normal? Von der Überanpassung unserer Kinder.

In den letzten Jahren habe ich beobachtet wie angepasst und normgerecht Erzieher/innen , Pädagogen/innen und sogar Eltern ihre Kinder erziehen. Es ist natürlich erfreulich wenn Kinder sich ihren Weg durch diese , meiner Meinung nach abartig gewordenen Gesellschaft, Welt finden. Aber sie müssen nicht einem Ei dem anderen gleichen. Vor allem müssen sie nicht ,, Normgerecht sein“.

Jeder der sich ein bisschen mit Pädagogik oder Kindesenwicklung beschäftigt weiß das es gewisse Tabellen gibt, welche die Entwicklung eines Kindes proportional zum Alter erfassen können. Nun ist es aber Fakt das Kinder sich nicht proportional zu ihrem Alter entwickeln, einige sind schneller, andere langsamer… manche entwickeln sich auch garnicht. Ich habe in meiner Ausbildung ebenfalls gelernt wo die ,, Meilensteine“ der Entwicklung liegen(sollten) und ab welchem Alter diese ca. erreicht werden sollten. Ich war noch nie einen Fan von solchen Tabellen, und schon garnicht wenn es um die Entwicklung von Kindern geht. Für Forscher vielleicht gut, aber nicht für Praktiker welche am und mit dem lebenden Objekt arbeiten.

Worauf ich hinaus will: wir Fachmänner und Frauen sind schon lange davon abgekommen einfach mal abzuwarten und den Kindern Zeit für ihre Entwicklung zu geben. Ebenfalls schrillen sofort alle Alarmglocken wenn ein Kind mal etwas nicht kann oder zu emotional ist. Ich frage mich wo unsere Gelassenheit abgeblieben ist. Wir sind ausgebildet worden um Menschen einen Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Das bedeutet für mich sie individuell zu begleiten. Nach ihrem Tempo sozusagen.

Unsere heutige Umwelt ist schnell und fordernd. Selektion nagt hart an uns. Nur die harten kommen in den Garten, das ist Fakt. Und dieser Kampf beginnt heute schon in der Krabbelstube. Natürlich wollen wir eine optimale Entwicklung für unsere Kinder: wir wissen wie der Hase läuft. Selbstständig,Selbstbewusst, Schlau, Durchsetzungsfähig , Anpassungsfähig. Das sind die Werte welche gewünscht sind. Besonders die Anpassungsfähigkeit wird hoch geschätzt, denn diese macht Menschen formbar. Dies ist gewünscht.

Das beste Beispiel ist ein Kind das ich betreue. Dieses Kind ist schlau, fantasievoll, empatisch, grübelt viel und kann sich selbst im größten Trubel einfach gedanklich absondern und abschalten. Dieses Kind ist prima entwickelt und Schulreif. Die Erzieher/innen der Einrichtung denken genau das Gegenteil. Denn das Kind kann nicht gut still sitzen und findet schwer ins Gruppenspiel. Auch mag es keine Puzzle oder Webrahmen machen. Dies führte dazu , dass eine Frühförderung geladen wurde um dieses Kind zu beobachten…. Ergebniss: alles wunderbar. Die Erzieher/innen sollten sie besser unterstützen.

Seit wann ist es problematisch wenn ein Kind abwägt ob es sich einer gefährlichen Situation aussetzen will oder nicht? Warum fällt ein Kind aus der Norm weil es nicht puzzeln mag? Warum ist es nicht Schulreif weil es einfach mal abschaltet und nicht sofort ansprechbar ist?

Mamas,Papas,Kollegen,Kolleginnen. Ich bitte Euch…. Zeit, ich weiß das haben wir alle nicht. Aber wir müssen sie schaffen. Sonst haben wir am Schluss angepasste Erwachsene die mit 25-30 Jahren ihren ersten Burn Out haben weil sie zu angepasst sind.

 

Tanta Vanja fordert: Kindheit für die Kinder….sie haben es bitter nötig!

 

 

Der Tropfen auf den heißen Stein oder: von der Einsamkeit einer Pädagogin im Alltag

Bis zu meinem 16. Lebensjahr wusste ich nicht dass ich mit Menschen jeglichen Alters, Hautfarbe, Religion und Kultur arbeiten werden. Jetzt , 10 Jahre später, könnte ich mir es garnicht mehr vorstellen ohne diese Berreicherung zu leben. Ein Leben für die Menschen, ja, das ist eine tolle Aufgabe mit vielen Herausforderungen. Für viele Menschen wirkt die Arbeit von Pädagogen als einfach , etwas das man einfach so machen kann. Zwar ist in den letzten Jahren das Bewusstsein für die anspruchsvolle Arbeit der Pädagogen gewachsen , trotzdem habe ich das Gefühl: irgendwie werden wir nicht als Fachkräfte wahrgenommen sondern als Babysitter.

Es ist verdammt noch mal nicht einfach Verantwortung für fremde Menschen zu übernehmen. Ich bewundere alle Eltern die uns Pädagogen so weit vertrauen und uns ihr Kind geben.Ich muss diese Menschen nicht nur einfach verwaren , nein, ich muss dafür sorgen das sie sich nicht weh tun, mit all dem versorgt sind was sie brauchen und dabei auch noch so viel spaß haben und lernen bis sie schulfähig sind. Alles ganz einfach oder? Kinder mit Förderbedarf? Kein Problem! Inklusion ist voll angesagt und wird auch umgesetzt…. im LiLaWunderland bei den Feen und Kobolden. Und alle machen mit, ziehen an einm Strang!

Fragt uns einer wie es uns dabei geht? Nein. Fragt mich jemand wie es mir damit geht? Nein.  Es wird erwartet zu funktionieren , und möglichst  viel Einsatz zu geben um den pädagogischen Alltag am Laufen zu halten. Kann ich mich da herausziehen? Jein. Man möchte nicht Quer stechen, möchte nicht unangenehm auffallen.  Das Zahnrädchen muss sich weiter drehen. Und dabei ist man so unendlich allein. Ich fühle mich allein. Ich fühle mich als Einzelkämpfer, weil ich lernen musst das es sich nicht lohnt Teamplayer zu sein. Ich wollte mich einfügen, nur um zu erkennen dass der nächste Dolch schon wartet in meinen Rücken zu fahren.

Aber wie soll man sich gegen diesen Apparat wehren? Im Moment weiß ich es nicht. Meine Gedanken dazu: Keinem mehr trauen? Schlechte Option, da Menschen auf Menschen angewiesen sind. Am ausgestreckten Arm verhungern lassen? Wirkt nicht sehr sozial. Im Moment behelfe ich mir mit : NEIN.

Nein, ich kann und will nicht mehr leisten. Nein, ich bin nicht verfügbar. Dafür ist mir die Qualität meiner Arbeit zu wichtig. Dafür sind mir die Menschen die mir anvertraut werden zu kostbar, egal ob auf Arbeit oder privat. Nein. Nein ich kann nicht. Nein ich will nicht.