Spontanious sunday: Auch Erwachsene fremdeln.

Ich bin Vanja, 28 Jahre alt, Sozialpädagogin und ich fremdel. Sogar ziemlich stark. Jetzt fragt sich bestimmt jeder: Hä? Aber das machen doch nur kleine Kinder!? Nein, eben nicht. Kind sind direkt und zeigen deutlich wenn sie fremdeln. Sie weinen, schreien, wollen zu ihren Bezugspersonen, wollen auf den Arm. Ehrlicher geht es nicht. Fast schon beneidenswert.

Du bist erwachsen, benimm Dich auch so!

Wir Erwachsenen können das nicht mehr so einfach ausdrücken. Es wird von Uns erwartet, dass Wir uns zusammenreißen. Schließlich sind Wir ja keine Kinder mehr.  Unsere Gefühle müssen tief eingeschlossen werden, denn die Großen müssen ein produktives Mitglied der Gesellschaft sein. Da passen Ängste nicht rein. ,, Benimm Dich nicht wie ein Kind!“ oder ,, Du bist erwachsen, benimm Dich auch so.“ Ja aber wie denn? Was soll ich tun wenn diese negativen Gefühle auftauchen? Wohin damit und wohin mit mir?

Stress , Reizüberflutung und Angst vor Fremden

Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl Gruppen jeder Größe immer weniger ertragen zu können. Ich sage bewusst ertragen, denn es ist im Grunde nichts anderes.  Sobald ein Geburtstag, eine Feier oder Fest ansteht steigt mein Stresslevel. Auch wenn ich weiß das diese Veranstaltungen noch Wochen hin sind, es stresst mich. Weil ich nicht weiß wie es mir an dem Tag geht, ich nicht weiß ob ich stabil genug bin. Und vor allem habe ich Angst den Gastgebern den Abend zu versauen. Und auch meinem Freund.

Mich in eine Gruppe zu integrieren fällt mir leichter wenn ich die Menschen kenne. Freunde zähle ich zum Kreis meiner Familie. Da ich meine Familie über alles Liebe ist es einfacher loszulassen und mich gegen die bösen Gedanken im Kopf zu wehren. Kommen Fremde dazu wird es schwierig. Zu viel Input. Zu laut, zu viel, permanentes Überlegen wie ich mich benehmen muss um nicht aufzufallen. In meinem Kopf summt es, zu viele Informationen auf einmal.

Krallen ausfahren

Je größer die Gesellschaft desto schneller tritt die Reizüberflutung ein. Die inneren Stimmen und die außerhalb meines Körpers machen krach. Die Ohren klingeln, mir wird heiß oder kalt. Ich bin nicht in der Lage angemessen zu reagieren. Was ich dann tue? Ich lehne alles ab was man mir anbietet. Das sind noch ,, nette“ Reaktionen. Je schwerer es ist mich an meine Umgebung anzupassen desto aggressiver werde ich. Möchte ich nicht, kann es aber einfach nicht steuern. Einige geliebte Menschen haben das schon abbekommen und das tut mir sehr leid. Aber wie soll man das erklären was in mir rumtobt und will das ich meine Beine in die Hände nehme und fluchtartig davonrenne?

Fremde machen mir Angst

 

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Ja, das ist wirklich so. Von außen sehe ich ganz normal aus. Innerlich springen alle Fluchtreflexe an. Ich rede mit Dir? Natürlich, das wird ja erwartet. Es wäre nicht passend wenn ich plötzlich versuche mich im Badezimmer einzusperren. Plaudern? Klar…. wenn ich danach 30 Minuten schlafen darf um meine Akkus wieder aufzuladen.

Es ist einfach so unglaublich anstrengend Fremde zu verstehen. Eigentlich sollte man sich einfach unterhalten und sich nichts dabei denken was mein Gegenüber von mir hält. Mein Kopf spielt mindestens 3 Szenarien durch während wir ur die üblichen Floskeln ableiern.  Wie geht es Dir? Gut, danke ( ich möchte hier nicht sein!). Und Dir? ( Du willst bestimmt genau so wenig die Wahrheit hören wie ich!). Und so hangelt man sich durch den Tag/Abend.

Versteht mich nicht falsch. Es gibt einige Menschen denen ich ohne mit der Wimper zu zucken erklären kann wie es mir wirklich geht. Auch wenn wir uns schon Monate nicht gesehen haben. Ich weiß einfach genau das sie verstehen wenn ich sagen: ,, Beschissen!“ Die keine Floskeln von sich lassen, sich neben mich setzten und sagen: ,,Ich weiß wie Scheiße das alles ist, aber wir haben dich trotzdem lieb!“ Da kann ich mich fallen lassen.  Ich sehe dann einfach meine Familie, eine Große Familie denn meine Freunde gehören zu meiner dazu, und habe nicht das Gefühl mich zurückhalten zu müssen. Dafür bin ich unglaublich dankbar.

Meine Lieben, das geht an Euch. Die, die mich schon so lange begleiten. Die meine Launen und Phase ohne Murren mit mir durchgemacht haben. Die mich nicht als ,, verrückt“ abgestempelt haben sondern genau dann, wenn ich mich am meisten gesträubt habe, in die Arme genommen haben. Ich liebe Euch, wirklich. Auch wenn ich es auf eine ungewöhnliche Art zeige.

Danke das es Euch alle gibt!

 

 

 

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Windeltorte DIY: einfacher als gedacht!

Wie versprochen was Neues und Feines auf meinem Blog. Ja, es wird Frühling und viele Kinder schlüpfen^^ So auch in meinem Freundeskreis. Bei einer sehr lieben Freundin ist es bald soweit. Da wollte ich natürlich was Nützliches schenken!

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Windeln, Windeln und nochmals Windeln. Was brauchen Babys außer Mama? WINDELN. Und da diese Windeltorten gerade im Trend sind, bin ich gleich losgestürmt und eine herzustellen. Ihr braucht:

  1.   100 Windeln
  2. Fläschchen,Nuckis,Söckchen,Creme,Babyöl oder was Euch einfällt
  3. Dekomaterial
  4. Geduld

Und los geht es. Erst einmal die ganzen Windeln zusammenrollen. Ich habe dazu vom Bund abwärts gerollt und zum fixieren Minigummis benutzt. Das sah dann ungefähr so aus:

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Nun geht es richtig los. Teilt Euch die Winden in 3 Teile auf. Unten  50, für die Mitte 35 und für die Spitze 15 Windeln. Die erste Ebene habe ich auf einem großen Runden Pizzablech zusammengestellt und dann mit einem langen Wollfaden zusammengebunden. Das gleiche habe ich auch auch mit der mitteleren Ebene gemacht. Für die Spitze habe ich meine Silikonbackform missbraucht. Alles schön mit einem wollfaden fixieren. Dann stapeln.IMG_20170306_195936

Zwischen den Ebenen habe ich Faden verwendet um der Torte mehr halt zu geben. Das verschwindet nachher unter der Deko ;). Ich habe einfach 2 Rollen Schleifenband gekauft und dieses um die Ebenen geschlungen. So konnte ich das gelbe Band verdecken.

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An den Zwischenfäden habe ich Söckchen, Nuckiss und babycreme befestigt. Das hält und sieht niedlich aus. Ebenfalls habe ich kleine Schmetterlinge aus Stoff gekauft. Die haben Klebepunkte, sprich sie haften an der Torte von alleine =) Als Spitze habe eine Flasche benutzt und einfach beherzt in die Windeln gesteckt.

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Also ich glaube das alles hat ca. 1 1/2 Stunden gedauert und hat großen Spaß gemacht. Versucht es doch auch einmal. Es wird nicht nur die werdende Mama erfreuen sondern bestimmt auch mächtig Eindruck schinden.

 

In ein paar Wochen werde ich mich an einer Windeltorte in Schlossform wagen. Ihr dürft gespannt sein 😉

 

Tante Vanja sagt: 100 Windeln… reichen für…2 Wochen?^^

Meine Zimtnasen: Pinky und Brain ziehen ein.

Spoiler: Das Anzeigebild zeigt eine Siamratte, aber nicht meine. Ich ahb noch keine Fotos gemacht, die folgen noch!

Vorm Wochenende erhielt ich eine WhatsApp Nachricht: Hast du Kapazitäten für 2 Ratten? Mein guter Freund , der Kapitän, hatte mit seiner Frau 2 Siamratten adoptiert. Die armen Kerlchen kamen aus schlimmen Verhältnissen und sollten bei ihnen ein wunderbares Zuhause bekommen. Aber es gan da ein Problem: sie hatten schon ein Rattenrudel. Und die zwei Siamratten wollten sich nicht unterordnen. Da alle Tier Männchen sind (2 Kastraten, der Rest unkastriert) gab es ganz schönen zinober.

Damals war ich mit dem Kapitän zusammen und hatte selbst Mäuse und Ratten. Deshalb bin ich ihm wohl auch eingefallen. Zum Glück hatte ich meinen großen Holzkäfig ( in dem meine Hamster gelebt hatten) doch noch nicht weggeworfen. Eigentlich wollte ich ihn nach dem Tod meines kleinen Fussels entsorgen. Irgendwie hat Karma dafür gesorgt das er doch nicht auf dem Sperrmüll gelandet ist ❤

Ja! Pinky und Brain dürfen einziehen. Am Sonntag hab ich den alten Käfig auf hochglanz geputzt. Heute ging es shoppen: neue Häusschen, neues Einstreu (Baumwolleinstreu), Hängematte, Zuckerfreies Futter und getrocknete Mehlwürmer. Die Basics sind also vorhanden. Sonntags darf es dann auch mal Katzenfutter oder ein gekochtes Ei (ohne Salz) sein.

Um 16:30 war es dann soweit. Der Kapitän und seine Frau kamen her. Ich hab sie direkt zum Käfig gelotzt und mir die Zimtnasen angeschaut. Total lieb und verschmust. Pinky und Brain sind Handzahm, knabbern nicht, beißen nicht. Das Fell ist sehr weich und sieht aus wie mit Zimt bepudert. Habe die zwei Dicken dann in den neuen Käfig verfrachtet. Neugierig sind sie darin herumgelaufen. Anscheinend fanden sie ihr neues zuhause sehr gut. Jeder setzte sich in eine Ecke , putzte sich, oder schnabulierte etwas vom neuen Futter. Nachdem der Kapitän und seine Frau später am Abend gefahren sind habe ich die zwei Dicken nochmal besucht. Habe mir Pinky ( ohne Probleme) aus dem Käfig geholt und am Bauch gekrault. Brain hatte geschlafen.

So, nun habe ich also wieder zwei Ratten. Das zieht sich durch mein Leben. Vor mehreren Jahren hatte ich Hermes und Erwin aus einer Tiernothilfe geholt. Auch beides Männchen, unkastriert, und verschmust. Tja, die Rattenlady ist wieder aktiv 😉 Demnächst folgen Bilder von meinen neuen Mitbewohnern!

Eure Tante Vanja aka. die Rattenlady

 

Meine Pia : Leben mit Adrenogenitales Sydrom Typ II

Heute möchte ich Euch gerne mal meine Freundin Pia( Name geändert ) vorstellen.

Pia ist ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben. Wir studieren zusammen tapfer seit 2 Jahren Soziale Arbeit und halten uns , mit unseren anderen 2 Mädels , über Wasser. Egal was passiert. Das ist besonders wichtig , denn wir sind die Don Quichottes der Uni , wir kämpfen permanent gegen die Dozenten-Windmühlen ! 😉

Was macht Pia so besonders? Sie ist begeisterungsfähig , kompetent , aufmunternd , meine ,, Psychotherapeutin“ , neugierig , Katzenmama , manchmal aufbrausend, bissig , wie ein Wels ( sie haftet an Dingen die ihr wichtig sind 😉 ) , kreativ … die Liste könnte noch ewig so weiter gehen. Seit dem zweiten Unitag im ersten Semester sind wir wie Arsch und Eimer: passt einfach.

So Pia, erst mal genug der Huldigungen 😉

 

Warum ich hier schreibe ist , dass Pia ein schweres Kreuz trägt , durch ihr ganzes Leben , und trotzdem so ein toller und liebenswerter Mensch ist. Pia kam mit dem adrenogenitalen Syndrom Typ 2 zur Welt. Diese Stoffwechselerkrankung sorgt dafür das ihre Nebennieren nicht richtig arbeiten. Diese produzieren z.B nicht genug Cortisol , was dazu führt das der Hypothalamus und die Hypophyse versuchen müssen diesen Mangel aus zugleich. In der Nebenniere werden auch wichtige Sexualhormone gebildet. Wie schon erwähnt ist dort alles ,, durcheinander“ , deshalb passiert es das Mädchen ,, vermännlichen“ und die Jungen eine frühe Geschlechtsentwicklung  durchlaufen. Oftmals ist der Salzhaushaltes des Körpers gestört , was bedeutet das ein Leben lang Medikamente genommen werden müssen. Für Pia bedeutet es 4-5 Liter Flüssigkeit an einem Tag zu sich zu nehmen, denn Tabletten möchte sie nicht schlucken.

 

Ich habe sie gefragt wie denn diese Stoffwechselerkrankung ihr Leben beeinträchtigt. Darauf hin kam folgende Antwort:

1) Fuktionsunfähiger Unterleib mit verkrüppelten Eierstöcken : Mutterschaft ausgeschlossen!

2) Krankhaft vergrößerte Gebärmutter

3) Immunabwehrschwäche : Jeder kleine Schnupfen kann sich im Nu zu einer riesigen Grippe entwickeln

4) Erhöhtes Tumorriskio für Brust , Leber , Niere und Nebenniere

5) Nebenniereninsuffizienz mit Spastik

6) Hormonelle- und Stoffwechselprobleme

 

Pia ist also durch diese ganzen Beeinträchtigungen immer in Alarmbereitschaft. Viele Arztbesuche sind Pflicht.

Oft schon schleppte sie sich bildlich in die Uni weil es ihr so schlecht ging.

 

Die Krankenkasse tut nicht wirklich viel für sie. Psychotherapie und das war es dann auch. Seit nun fast einer Woche liegt meine Pia flach , sehr ernsthaft krank , und es geht gar nichts mehr. So krank habe ich sie noch nie erlebt. Die Mädels und ich waren immer auf abruf damit wir sofort bei ihr sein können. Der Hass auf die Krankenkasse wächst jedes mal wenn ich sehe wie schlecht es Pia geht. 6 Monate muss es ihr auf gut deutsch Sau dreckig gehen bevor die Krankenkasse überhaupt auch nur in Erwägung zieht ihr zu helfen. Die Immunstimulanz wäre eine Maßnahme die definitiv fruchten würde. Pia sagte mir eine Spritze kostet 700 Euro pro Injektion. Nur Chemo- und HIV-Patienten würden diese von der Krankenkasse bezahlt bekommen.

So traurig es auch klingt, ihr Arzt sagte das sie jetzt eine gute Chance hätte eine Immuntherapie zu bekommen. Aber dafür permanente Schmerzen , Fieber, Schnupfen , Husten , Bronchitis , Lungenentzündung , Ohrenentzündung , Kopfschmerzen , Gliederschmerzen , Übelkeit , Durchfall und Erbrechen zu ertragen , 6 Monate lang ist , ist einfach zu viel verlangt. Für jeden Menschen!

 

Pia sagte mir gestern sie würde auch gerne einen Blog aufbauen. Dort wird sie viele Themen ansprechen wie eben AGS , Transgender , Sexualität etc. . Ich hoffe Ihr werdet ihn bald lesen können und merken was Pia doch für ein toller und tapferer Menschen.

 

Pia, ich hab dich lieb! Wir kämpfen für dich , das weißt du ! 🙂