Meine perfekte KiTa: Wenn Tante Vanja wünschen dürfte, dann…

Ich habe mir in der letzten Zeit viele Gedanken über Kindergärten und Krabbelstuben gemacht. Es gibt so viele Konzepte, Modelle und Richtungen.  Und ich durfte schon viele schöne Einrichtungen besuchen, dort arbeiten, mit aufbauen und leben. Wenn jetzt eine gute Fee kommen würde und ich mir eine eigene Kindertagesstädte wünschen dürfte….dann würde sie vermutlich so sein:

All around the world

Alle sind willkommen

Ich würde gerne ein Haus haben indem jeder Mensch so wie er ist zu Hause ist. Ja, es müsste ein sehr großes Haus sein. Mit Aufzug und großen Bädern. Und einem wunderbaren schönen Garten. Damit jeder auch dahin gehen kann wo er möchte. Das ist mir wichtig. Jeder soll all das in meinem KiTa Haus machen können was er möchte. Deshalb spielen Behinderung, Alter, Sprache und Co. hier nur eine untergeordnete Rolle. Also liebe Fee… Zauber mir  erst mal dieses große, schöne Haus mit viel Platz, viel Licht und viel bunt!

Klein aber Oho!

Ich möchte kleine Gruppen. Nicht mehr als 12 Kinder pro Gruppe. Gemischt von 2 bis 6 Jahren. Und 4 Pädagogen pro Gruppe. Mehr als 5 Gruppen sollten es nicht sein.  Das wäre für mich der ideale Schnitt. Vom Konzept her wären wir teiloffen. Eine feste Gruppenzeit von 8:30 bis 10:00 Uhr. Danach offen für alle. Frühstück bitte in der Gruppe, Mittagessen dann im Kinderrestaurant. Snackzeit ebenfalls. Hach… das wäre so schön.

Music is everywhere

Musik, Tanz und Bewegung sind für mich das A und O für eine glückliche Kindheit. Wir Menschen werden von Geburt an von Musik angezogen.  Nicht umsonst rocken schon viele Babys im Mutterleib ordentlich ab und halten (gerne Nachts) ausgiebige Gymnastikstunden ab. Ich brauche also einen Raum für Instrumente, einen Raum für Bewegung, einen Raum für KiTa Konzerte und Theater und einen Snoezeleraum zum chillen. Hie sollen sich die Kinder mit und ohne Begleitung ganz den Tönen, Klängen ,Schwingungen und Bewegungen hingeben können. Und das Erlebte bei einer Runde Wasserbett oder Hängematte schaukeln und Hörspielen verarbeiten. Und ich möchte auch das die Pädagogen hier Raum finden sich zurückziehen zu können und auch um abzuschalten. Quality time für Große und Kleine.

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Wo Menschen sind wird gegessen!

Liebe Fee, wir brauchen eine große Küche. Die muss so sein das Erwachsene und Kinder gut darin werkeln können. Ich möchte so gerne dass das Essen jeden Tag frisch zubereitet wird. Und zwar so, dass jede Gruppe einmal in der Woche  für alle kocht. Dafür wird immer freitags beim Frühstück abgestimmt was gekocht wird. Dann wird gesammelt und das Menü für die nächste Woche wird gut sichtbar für alle aufgehängt. Montags geht dann eine Gruppe ( rotierend) für die Woche einkaufen.

Das Frühstück wird vom Frühdienst vorbereitet. Dann können die Kiddies alles mit in die Gruppe nehmen und gemeinsam essen. Die Pädagogen bitte auch. Niemand soll mit knurrendem Magen arbeiten! Habt Spaß, genießt und entdeckt auch Essen aus anderen Ländern. So viel Vielfalt gilt hier zu entdecken.

Bunt, matschig, nass= SPAß!

Ich brauche Kreativräume. Zwei davon müssen dringend Nassbereiche haben. Am besten Badwannen die in den Boden eingelassen werden. ein Bereich soll ganz dem Element Wasser gewidmet sein. Div. Schaumbäder, Wasserfarben, Schwämme, Badkugeln, Öle. Der andere Raum braucht Sand, Lehm und Wasser. Hier soll richtig gematscht werden. Hier soll mal so richtig dreckig werden. Matschburgen bauen, sich wälzen. Und hinterher einfach abduschen.

Im nächsten Raum gibt es Basteltische, Naturmaterialien, Papiere und viele Farben jeglicher Art. Fingerfarben, Bleistifte, Buntstifte, Federn, Kreide, Wachsmaler, Kleister, Tannenzapfen, alte Dosen…. alles was man sich vorstellen kann. Alles was Spaß macht ist erlaubt und soll benutzt werden.

Vergessen wir nicht die Werkstatt liebe Fee. Wir brauchen Hobelbänke, Sägen, Hammer, Nägel, Schrauben, Schraubenzieher. Und Ohrenschützer, denn es wird bestimmt laut werden. In Gruppenarbeit können hier auch tolle Gegenstände für die KiTa entstehen. So ein selbstgebautes Fingerpuppentheater wäre doch super, oder?

Ich mach mir meine Welt wie sie mir gefällt!

Last but not least natürlich der oder die Bauräume und Rollenspielräume. Hier gibt es alles was das Hausbauerherz begehrt. Lego, Duplo, Kissen, Pappkartons, Tücher, Stangen, Hölzer, Steine. Oder diese lustigen Pappkartons die wie Ziegelsteine aussehen. Die habe ich als kleines Mädchen geliebt. Da konnte man wirklich richtige Häuser draus bauen. Und wenn dann alles steht können Stofftiere, Puppen und Co. gleich mit einziehen. Kinderschminke und Kostüme runden das Rollenspiel dann erst richtig ab. Wer es lieber ruhiger mag setzt sich in die Spieleecke und spielt ein Spiel oder legt ein Puzzle.

Für die Leseratten unter Euch, keine Panik. Ich habe die Bücher nicht vergessen. In den Fluren und im Snoezeleraum gibt es Nischen zu verkriechen und schauen/lesen. Dort können sich die Kids alleine, zu zweit oder auch mit einem Pädagogen einfach mal abseilen und ein Buch genießen.

Lego

Utopia

Ich weiß, all das ist echt…. nicht machbar. Also nicht alles auf einmal…. es ist teuer. Länder, Städte, Kommunen und Kirchen würden niemals soviel Geld ausgeben um so einen Kindergarten zu bauen. Oder um so viel Personal einzustellen. Das ist nämlich nötig. Viele gute Pädagogen um bedürfnisorientiert zu arbeiten. Da muss ein Betreuungsschlüssel 1 zu 3 einfach sein. Man bräuchte erst mal eine lange Anlaufzeit um Teambildung voran zu treiben. Denn nur wenn das Team funktioniert, jeder jedem den Rücken stärkt oder auch mal frei hält, dann können die Kinder kommen. Regelmäßige Supervision frisst ebenfalls einiges an Geld, ist aber sehr wichtig um Prozesse im Team zu bearbeiten. Oder um sich auch mal einfach auszukotzen. Ich möchte das gut ausgebildete Menschen auch fair bezahlt werden. Und das sie eine gute Work Life Balance haben. Ich möchte, das Kinder nicht 10 Stunden am Tag betreut werden. Natürlich gibt es Eltern die eine so lange Zeit benötigen. Aber in meiner KiTa ist offiziell um 15:30 Schluss, im Notfall kann man bis 16:00 buchen. 16:00 Plätze werden an Familien vergeben die nachweisen können diese verlängerte Betreuung wirklich zu brauchen. Die KiTa würde um 7:30 ihre Türen öffnen.

Ja liebe Fee…. und dann muss das alles noch bezahlbar für die Eltern sein. Und zwar so, dass nicht ein großer Batzen Geld vom Gehalt gleich draufgeht.  Familien mit weniger Geld würden einen Vergünstigten Beitrag bezahlen. Vollzeitarbeitende Eltern sollen aber niemals so viel bezahlen, das sie das Gefühl haben die anderen zu finanzieren.

Liebe Fee…. irgendwann mal… vielleicht. Vielleicht kann so ähnlich mal eine KiTa sein in der ich vielleicht arbeiten werde. Bis dahin bleibt es ein Traum. Mein Traum.

Dream on!