Hackfleischhackender Zerhacker oder: Warum sich gerade Mütter gegenseitig auseinandernehmen müssen

Mir brennt schon seit mehreren Monaten dieses Thema unter den Nägeln. Und da ich heute wieder einmal Dinge gelesen habe, welche mich animierten den Kopf gegen die Tischplatte zu schlagen, muss ich es einfach loswerden: Was zum F*CK ist denn los?

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Holla die Waldfee es geht mal wieder rund. Vielleicht ist es auch einfach zu heiß? Hormone? Der Mond steht nicht richtig am Himmel? Egal was es ist, es ist furchtbar. Egal wo ich gehe und stehe, überall lese ich Artikel ( die toll geschrieben sind!) welche dann in den Kommentaren zerhackt werden. Also meist noch nicht mal die Artikel. Sondern die Menschen, welche kommentieren. WTF?

Gerade wenn es um Kinder geht ist jedes, auch wirklich jedes Thema hochbrisant. Fettnapfwetthüpfen ist ein scheiß dagegen.  Ich habe das Gefühl besonders Mütter sind da seeeehr dünnheutig und nicht so entspannt wie sie sich vllt geben. Auch kommt es mir oft so vor, als ob weder Spaß noch Ironie erkannt oder erlaubt ist.

Nehmen wir als Beispiel einfach mal das Thema schlafen: soll das Kind bei den Eltern schlafen oder nicht. Also Familienbett. Eine ganz normale Frage. Aber die Diskussion die sich darum entspinnt ist einfach nur unglaublich……unnötig. Pro Familienbetter gegen Anti-Familienbetter. Ich habe schon gelesen das eine Dame ernsthaft hinterfragt warum man Kinder möchte wenn man sie nicht im eigenen Bett haben will. Ääähhhh, ja weil Kinder auch eigene Betten haben können? Wie kann man so eine (in meinen Augen sehr unbedachte) Antwort schreiben? Jede Familie hat ihre Gründe ob sie mit ihren Kindern ein Bett teilen oder eben nicht. Warum ist das so furchtbar für viele?

Ich muss immer wieder den Kopf schütteln wenn diese Welten aufeinander krachen. Merkt Ihr denn nicht, das es nicht ,, die Lösung“ gibt? Das jeder Mensch individuell ist, ebenso die Erziehung? Und das dies so in Ordnung ist?!!!!! Wenn es nicht in Euer Weltbild passt könnt ihr das gerne äußern. Aber ordentlich, höflich und sachlich. Genau so appelliere ich auf die andere Seite: ändern werdet Ihr nichts, also bleib freundlich und sachlich. Es muss nicht sein, das sich Menschen auseinandernehmen, wenn sie doch eigentlich das gleiche Ziel haben: eine liebevolle Erziehung für ihre Kinder.

Leute, wenn Euch Themen Triggern, dann lest sie nicht oder denkt 5 Minuten vorher nach bevor Ihr impulsiv in die Tasten haut. Solch ein Beef muss doch echt nicht sein, oder?

 

Eure Tante Vanja ( die natürlich den armen Tisch nicht beschädigt hat! 😉

 

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,, Und, wann kommen bei Ihnen denn Kinder?“ Warum mich diese Frage zum explodieren bringt.

Grrahhhhhhhhhh!

Achtung, wer mit Ironie und Sarkamus nicht umgehen kann sollte jetzt einfach nicht weiter lesen. Hier regiert heute Frust, Wut und Unverständnis über eine sehr engstirnige Gesellschaft.

Man merkt total das Sommer ist. Das Wetter ist toll und überall explodieren die Babybäuche. Frisch gebackene Eltern und stolze Geschwister wohin man schaut. Gut zu wissen das meine Arbeit in den nächsten Jahren weiterhin sicher ist 😉

Aber es gibt da einen Haken an der ganzen Sache! Nämlich den, das ich kein Kind habe. Und in einem Alter bin, in dem die meisten Damen schwanger sind oder schon ein Kind haben. Und irgendwie…irgendwie ist das in der heutigen Gesellschaft noch nicht angekommen, das es vollkommen okay ist sich GEGEN ein Kind zu entscheiden.Jedes Mal wenn ich neue Menschen kennen lerne kommt dieses Thema auf. Oder Freunde fragen… oder die Chefin. Am schlimmsten ist es immer wenn die Vorgesetzten fragen. Klar, man muss nicht drauf antworten. ABER VER***T nochmal, ich finde es absolut nervig immer wieder gefragt zu werden ob mein Uterus denn bald für 9 Monate einen Untermieter beherbergen wird.

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Am Anfang kann man damit noch gut umgehen. Sachlich bleiben, kurze und knappe Antwort, fertig. Doch je Älter ich werde, desto häufiger kommen die Fragen. Oder die Seitenblicke. Ich fühle mich dann, als ob man mich nur noch auf die Fähigkeit ein Kind auszutragen herabdegradiert. Und das fühlt sich um ehrlich zu sein scheiße an. Richtig scheiße. Ich verstehe die Interesse der Vorgesetzten, man will ja Personal das wenig fehlt etc.. Aber als erstes bin ich eine fachlich kompetente und gut ausgebildete Fachkraft. Was danach kommt geht niemanden was an außer mich und meinem Partner. Außerdem ist die Frage nach dem Kinderwunsch nicht erlaubt. So einfach ist es. Das berührt meine Privatsphäre und kein potentieller Arbeitgeber oder sonst wer hat das Recht mich darüber auszufragen.

Was tun? Ruhig bleiben funktioniert nicht mehr ganz so gut. Ich bin extrem genervt. Manchmal stelle ich mir sogar heimlich vor wie ich Menschen, welche die B-Frage stellen, mit dem nackten Arsch ins Gesicht hopse und brülle: ,, Geht Dich n scheißdreck an! 😀 “ Wer ich niemals machen, so hoch kann ich gar nicht springen.

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Und so versuche ich also keine Karriere als Stabhochspringerin zu machen und meine Wut runter zu schlucken. Dezente Hinweise wie: ,, Das Thema ist nicht relevant!“ oder ,, Das Thema hat keine Wichtigkeit für mich!“ verdampfen wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.  Im Moment sehe ich auch keine andere Möglichkeit als klar und direkt zu sagen was ich denke. Das ich vielen damit auf die Füße trete muss ich in kauf nehmen. Also, Arbeitsschuhe an Ihr Lieben?

Ich will keine Kinder. Ich will keine Kinder denn sie passen nicht in mein Konzept von einem erfüllten Leben . Ich will arbeiten, Karriere machen, die Zeit und Geld mit meinem Partner verprassen und dabei nur Rücksicht auf uns zwei nehmen müssen. Ich will die Verantwortung Kinder zu betreuen nur auf Arbeit haben. Ich will abends keine Geschichten vorlesen oder Windeln wechseln.

Jetzt höre ich schon viele schreien: aber Du bist doch Pädagogin. Ja bin ich, und? Was hat das damit zu tun? Macht mich das jetzt fachlich weniger kompetent? Darf ich nicht mit Kindern arbeiten weil ich keine eigenen will? Vielleicht sollte ich mir das mit dem Stabhochsprung überlegen?

So, genug gefrustet.

Wie seht Ihr das mit der B-Frage? Schreibt mir doch was in die Kommentare 😉
Eure Tante Vanja

 

 

Frauensache?! Binden, Tampon oder Menstruationstasse?

Ja, Ihr lest das schon ganz richtig. Ich sage es gleich: es geht hier nicht ans eingemachte, aber wer doch empfindlich ist sollte jetzt aufhören diesen Beitrag zu lesen.

Immer noch da? Fein!

Wer die Werbung in Deutschland verfolgt wird häufig diese Szenen sehen: eine junge Frau hüpft total fröhlich und ausgelassen auf einem Bett ( oder Sofa…oder Trampulin) herum. Dann fällt sie meist in einen Kissenhaufen und lacht. Zum Schluss wird dann der Name des Hygieneproduktes eingefügt. Also ganz ehrlich: WAS haben die dieser Frau gegeben dass sie soo abfährt? Vllt sind die von dem Frischeduft der Dinger total benebelt? Mal davon Abgesehen das dieser ,,Duft“ nix bringt. Ich fühl mich auch nicht frische wenn es untenrum nach Blumen riecht O_O

Tampon Werbung sind genau so gestaltet. Frauen in kurzen Miniröcken spazieren durch den Park. Oder hüpfen im Bikini im Schwimmbad/Strand herum. Der Rock oder Bikini sind natürlich weiß.

Hand aufs Herz. Wenn ich meine Periode habe will ich weder auf nem Trampulin hüpfen noch ins Schwimmbad gehen. Nach einem sehr unangenehmen Unfall ( von wegen Tampons sind soooo saugfähig) hab ich immer noch Angst eine Spur zu legen.

Nun gilt es Ersatz zu finden. Denn nicht nur sind Damenhygieneprodukte teuer sondern auch nicht gut für die Umwelt. Nein, ich bin jetzt kein Hippie geworden und praktiziere freies Menstruieren ( gibt es wirklich!!!) sondern ich bin unzufrieden mit den Produkten. Also habe ich mich letztes Jahr dran gewagt. Per Zufall habe ich waschbare Damenbinden entdeckt. Es lief gerade eine Reportage über afrikanische Mädchen die Probleme haben Menstruationsprodukte zu bekommen. Aus der Not heraus haben sie aus Baumwollstreifen und alten Kleidungsstücken Damenbinden mit Druckknopfverschluss genäht. Und was soll man sagen: sie sehen (unbenutzt!) sehr schick aus und sind nachhaltig. Nach dem benutzten auskochen, trocknen und wieder verwenden. Klasse!

Nun, ich habe mir jetzt keine eigenen Binden genäht, dazu bin ich zu doof. Aber ich habe mir über einen Onlineshop ein Set mit 3 Binden bestellt. Es gibt, wie bei herkömmlichen Damenbinden auch, 3-4 verschiedene Größen, auch für Nachts. Anfangs war es komisch. Hatte Angst das die Binde verrutscht, was die Binden mit Klebeflügeln ja selten tun. Meine Angst war unbegründet. Die Binde blieb am Platz, tat ihren Job und roch nicht. Darüber hatte ich mir auch meine Gedanken gemacht. Unbegründet.

Die Binden lassen sich sogar prima bei 40 °C waschen. Ich persönlich wasche sie aber bei 60 °C weil dann ganz sicher keine Flecken über bleiben.

Aber was wenn ich doch mal ins Schwimmbad genötigt werden? Oder im weißen Mini durch den Park spazieren soll? Hrmmm… Also von  Menstruationstassen hatte ich ja schon gehört. Aber bis jetzt konnte ich mich nicht begeistern. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen eine zukaufen.  Dann kam der Tag: ich war schlecht gelaunt und ging durch einen Drogeriemarkt. Wenn ich schlechte Laune habe kauf ich mir manchmal n Duschgel oder ne Gesichtsmaske. Aber diesmal sah ich sie: eine Menstruationstasse. Eigenmarke der Drogerie. Für einen erschwinglichen Betrag. Ich griff einfach zu und schwupps war die Tasse gekauft. Zu Hause habe ich sie ausgepackt und inspiziert. Ich war mir aber immer noch nicht sicher ob ich diese Tasse handeln kann.

Natürlich kam der Tag der Tage (höhöhöh) recht bald und ich probierte total mutig die Tasse aus. Noch mal kurz den Beipackzettel gelesen, zusammendrücken und rein damit. Hat geklappt. Okay! Noch mal zur Sicherheit nachfühlen das dieser kleine Pönökell draußen ist, damit ich dat Ding auch wieder entfernen kann. Roger!

Auch das reinigen war total einfach. Da man die Tasse bis zu 12 Stunden am Stück tragen kann muss man sich auch keine Gedanken machen zwecks Wechsel auf Arbeit. So viel menstruiert kaum eine Frau um dat Ding voll zu kriegen 😉 Rausholen, ausspülen, wer mag desinfizieren und dann wieder einsetzen. Klar, manchmal sitzt die Tasse nicht richtig, aber das merkt man sofort. Dann einfach ein bisschen den Beckenboden anspannen oder (so wie ich) ein wenig auf und ab hüpfen. Also so wie diese Frauen die High von ihrem Damenbindenfrischeduft sind und im Bett rumhopsen.

Ich bin sehr zufrieden mit meinen Alternativen. Die angebrochene Schachtel Tampons habe ich nur noch im Bad stehen falls Besuch kommt und Damenhygieneartikel benötigt werden. Ansonsten habe ich seit letztem Jahr ca. 50 € gespart, da ich keine neuen Produkte mehr einkaufen muss. Schon toll =)

Und Ladys, wie sieht es aus? Seid Ihr  Sofahopser, Bindenschneiderinnen oder gar freue Menstruatiererinnen? Lass mal ein frisch duftendes Kommentar da=)

Ich hops jetzt noch ein bisschen durch die Wohnung. XD

 

Eure Tante Vanja

 

 

 

Ein Blick in Tante Vanja´s Hirn. Pädagogikdemenz. Von Pädagogin zum Hulk zur Depressionella in 3 Sekunden.

 

An alle Kollegen und Kolleginnen die jeden Tag aufstehen und sich um andere kümmern. An alle mit offenen Armen und Herzen. An alle die ihre Lebenszeit von Herzen gern geben um andere Menschen einen Stück ihres Lebensweges begleiten. Ihr macht eine tolle Arbeit und geht sehr wahrscheinlich sehr oft über Eure eigenen Grenzen damit Eure Schützlinge , alt oder jung,  ihre Potenziale ausschöpfen können. Danke! Danke , Danke, Danke!

Die Arbeit mit Menschen ist ausfüllend und einfach unbeschreiblich. Wenn man nur ein Lächeln von seinen Schützlingen erhellt kann man sehr lange daran zehren. Wirklich lange. Es macht mich persönlich sehr glücklich wen meine Teilnehmer ihr Potential endlich erkennen und wieder auf eigenen Beinen stehen können.

All around the world

 

Um solche Erfolge zu erhalten gehen, ich würde mal sagen fast alle, Pädagogen, Pfleger oder Erzieher regelmäßig über ihre Grenzen hinaus. Und das hinterlässt irgendwann Spuren. Gerade Menschen in pädagogischen und pflegenden Berufen merken oft erst zu spät das ihre Arbeit sie langsam aber sicher verschlingt. Viele , ich auch, haben ein ausgeprägtes Helfersyndrom.

Mittlerweile bin ich im 13 Jahr meiner sozialpädagogischen Arbeit. Habe vieles erreicht, habe viele begleitet und habe auch viel von mir selbst verloren. Jetzt stehe ich an einem Punkt an dem ich noch nie gestanden habe. ja, ich chronisch depressiv, ja ich bin seit meinem 16 Lebensjahr in Behandlung und war bis auf ein paar Phasen wirklich stabil. Irgendwie habe ich es immer geschafft eine Schippe drauf zu legen. Durch die Unterstützung meiner Familie und meinem Partner konnte ich viel erreichen.  Irgendwo habe ich immer Reserven gefunden um mich durchzuschlagen. Habe sogar meine Rechtsprüfung und meine Soziale Arbeit Prüfung an der Uni mit Panikattacken durchgestanden. Geht also alles irgendwie, oder?

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Heute stehe ich hier und bin sehr müde. Und muss mich mit alten und neuen Symptomen rumschlagen. Das ist anstrengend. Ich stehe morgens auf, mache mich fertig, verabschiede mich von meinem Schatz und fahre zur Arbeit. Sobald ich aus dem Auto steige setze ich meine Maske auf. Lächeln. Alles gut. Ziehe meine 9 Stunden durch. Wieder ins Auto. Endlich zuhause. Die Maske bröckelt und verschwindet. Müde… Müde… und was wollte ich eigentlich noch machen? Wann war noch mal der Termin? Muss ich heute duschen? Dafür bin ich viel zu müde. Auf´s Sofa. Wegnicken. Um 23 aufwachen, der ganze Körper ist steif wegen der Fibromyalgie. Shit, verpasst zu duschen. Ab ins Bett.

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So geht es seit ca. 3 Monaten. Ich hab ein Gedächtnis und eine Aufmerksamkeitsspanne wie ein Goldfisch. Keine Details. Notizen sind meine besten Freunde. Ich bin froh das es zu meinen Aufgaben gehört alles schriftlich festzuhalten. Irgendwie ist alles nicht so einfach. Deshalb muss ich mir helfen: Stundenplan.

Für viele klingt das lustig: Du brauchst einen Stundenplan? Wieso? Du gehst doch nicht mehr in die Schule. Ganz einfach: ich brauche ihn damit ich selbst die einfachsten Sachen wie Körperpflege durchführe. Ich habe feste Tage an denen ich Dusche sonst würde ich vermutlich sehr… versifft rumlaufen. Ich muss mir alle 2 Tage in den Hintern treten um Kleidung zu wechseln und am Wochenende zu waschen. Termine und Verabredungen? Geht nur noch wenn mir mein Handy Kalender 2 Tage, 1 Tag 3 Stunden vor der Verabredung mir ins Ohr schreit. Sonst würde ich es vergessen. Sogar meine ganzen Rezepte vergesse ich wieder, viele Gerichte die ich immer koche funktionieren nicht mehr. Und dann ist da noch diese Müdigkeit und Stimmungsschwankungen.

Simspon

Die frisst mich regelmäßig auf. Ausgehen? Zu Müde…mit Freunden treffen? Zu Müde.  Die Aufbackbrötchen sind nicht im Kühlschrank? Heulanfall weil ich nicht das kochen kann was ich wollte. Ich stoße mit den Fuß an einer Kante? Maximum Rage! Gebt mir etwas zum Zerstören, ich verhäksel es in Sekunden. Jemand kaut zu laut? Mein Hirn arbeitet den sichersten Weg aus die Leiche des Schmatzers zu entsorgen.

Und dann… am nächsten Tag. Setze ich die Maske wieder auf und gehe auf die Arbeit.  round and rRound ist goes, where it stops nobody knows.

Wer kennt das? Wer kennt diese Müdigkeit. Oder diesen Rage Modus? Wie sieht es bei denen aus die nicht in der Pflege oder Pädagogik arbeiten, habt ihr auch Tendenzen zum Helfersyndrom?  Schreibt mir doch ein kleines Kommentar , darüber würde ich mich sehe freuen.

Eure Tante Vanja

 

 

 

 

 

 

 

Blumenkohl Pizza für Groß und Klein

Irgendwie ist ja gesunde Ernährung voll das wichtige Thema. Viele Eltern sorgen sich sehr das ihre Kinder nicht genug ,,gesunde Lebensmittel“ zu sich nehmen. Zwingen kann man die Kids nicht Gemüse, Obst oder Vollkornpamps zu futtern. Aber man kann versuchen einen Kompromiss zu finden. Hier seht Ihr eines der Kompromissgerichte. Nach dem Motte ,,mit Käse schmeckt alles besser!“ präsentiere ich Euch die Blumenkohl Pizza. Das Rezept reicht für 2 Erwachsene oder 3-4 Kiddies. Je nach dem wie groß der Blumenkohl ist. Ihr braucht:

einen Blumenkohl, eine Packung passierte Tomaten, eine Mozzarellakugel, ein Stück Emmentaler, Salami oder Schinken oder das was Ihr gerne auf Pizzen esst.

So den Blumenkohl am Stück im Salzwasser 20 min kochen. Dann ist er ,, al dente“. Kalt werden lassen. Die passierten Tomaten mit Salz,Pfeffer, etwas Zucker, Rosmarin, Thymian, Basilikum und einen spritzer Zitrone abschmecken. Den Emmentaler reiben und den Mozzarella in kleine Stücke reissen.

Den Ofen auf  180°C Ober/Unterhitze anheizen. Den Blumenkohl mit einem großen Messer in Scheiben schneiden und auf ein Backblech legen. Den Rest könnt Ihr Euch denken: wie eine Pizza belegen und 25-30 min backen.Fertig❤

 

Der Blumenkohl ist im Geschmack nicht dominant, also kann es auch den Meckerbacken munden. Viel Spaß beim nachmachen und Guten Appetit.

Eure Tante Vanja

 

 

Himmlische Ruhe und dann….*crunch*

Auf Arbeit haben wir die Türen zu unseren Büros meistens offen oder zum teil offen. Damit können wir hören wenn Teilnehmer kommen oder wenn wir eine Info von einem anderen Kollegen brauchen gleich rufen können. Natürlich stehen wir lieber auf und laufen in das nächste Büro, denn so ein kleiner Schwatz zwischendurch tut gut. Und da ich meine Kollegen gerne mag find ich das gut. Na ja… es gab und gibt schon etwas das mich stört. Wenn jemand neben mir sitzt und isst.

An und für sich macht es mir nichts aus. Ich bin weder geruchsempfindlich noch stört es mich wenn neben mir gemümmelt wird. Außer es ist etwas sehr knuspriges. Also so richtig knusprig. So knusprig das es sich anhört als ob der Nahrungsvertilger Kies kaut. Grrrrr.

Seitdem ein Kollege gegangen ist herrschte die erste Zeit wieder richtig Ruhe. Das liegt nicht daran das mein Kollege Krawall gemacht hat, nein, er hat einfach nur sehr laut gesprochen. Und am Telefon noch lauter. Auch wenn die Bürotür zu war konnte man jedes einzelne Wort hören. Manchmal hatte ich Mitleid mit seinen Gesprächspartnern, die waren hinterher bestimmt taub oder hatten einen Hörsturz. Ich vermute einfach das er selbst nicht so gut gehört hat, dann ist es normal etwas lauter zu sein. Wenn Du das lesen solltest, lieber Kollege, ich hab Dich trotzdem sehr gern. Du hattest immer etwas interessantes zu erzählen und lustig war es auch mit Dir.  Arbeitstechnisch hast Du schwer was auf dem Kasten und ich bin froh das Du den Jobcoach und ich die Sozpäd mimen durfte.

Die ersten Tage war es ruhig. Fast schon zu ruhig. So ruhig das die Arbeit am PC fast schon tantrisch war. Und dann…..*krach* *crunsch* *kau kau kau*. Ich werde aus meiner meditativen Arbeit an einer Power Point Präsentation zum Thema ,, Gesund Ernährung trotz ALG II“ gerissen. Mit einem plötzlichen Puls von 180  schaue ich mich um. Was war das? Mein Blick wandert zum Nachbartisch. Da ist der Übeltäter: Knäckebrot. Aber nicht diese normalen Scheiben, nein, die ganz dünnen. Wie kann ein Lebensmittel so laut sein? Jeder Biss, jedes kauen kracht mir durch die Gehörgänge. Äußerlich bleibe ich cool, innerlich überlege ich mir ob ich einen kleinen Betonmischer, gefüllt mit Kies, in das Zimmer stelle. Lauter kann das ja auch nicht sein.

Kann ich mich schon so schnell an Ruhe gewöhnt haben. Das ist grad mal ne Woche durch. *krach* *crunsh* *schmatz* * kruspel* Ich fühle praktisch wie mein Kiefer sich bei den Geräuschen versteift. *crunsh* Fällt es Kollege neben mir nicht auf das es SQAU LAUT IST????  Ich versuche mich zu beruhigen. Eine neue Tüte wird geöffnet… Wie kann man bloß alle 5 Minuten essen? Warum? Wieso? Das hier ist Arbeit und keine Snacktime.

*crunsh*

*raschel*

*kau*

Mir fällt auf das ich Kollege neben mir sehr selten ohne Essen am Arbeitsplatz sehe. Und das es oft Lebensmittel gibt die entweder krachen, in div. Papieren verpackt sind  (raschel raschel) oder aus dem nichts hervorgezaubert werden. Kann Kollege nicht in der Pause essen? Dafür ist die Pause da?!  Leider nein. Vielleicht hört Kollege gar nicht wie laut die zu verspeisenden Lebensmittel sind?*crunsh*

Wenn das so weiter geht nehm ich mir auch Knäckebrot mit und kau direkt morgens um kurz vor 8 mit offenem Mund ganz laut herum. Und dann nehm ich Papiertüten und Folien und tanze damit durch den Raum. Und als Krönung installiere ich ein Nebelhorn, das immer dann ertönt wenn Nahrungsmittel hervorgeholt werden.

Wer zuletzt crunsht…..*raschel* der crunsht am besten!

 

Eure Tante Vanja

 

,, Ein Klaps schadet doch nicht!“ Körperliche Züchtigung ist eine Straftat!

„Der Vater kann kraft des Erziehungsrechts angemessene Zuchtmittel gegen das Kind anwenden. Auf seinen Antrag hat das Vormundschaftsgericht ihn durch Anwendung geeigneter Zuchtmittel zu unterstützen«. §1631 Abs.2 BGB, Auszug aus dem BGB von 1896.

Ja, Ihr lest richtig. Kinder durften zu dieser Zeit gezüchtigt werden. Wohl gemerkt nur vom Vater. Die Formulierung ,,Geeignete Zuchtmittel“ ließ viel Spielraum wenn es um die Art der Züchtigung gehen sollte. Bis zum Jahre 1958 konnten sich kreative Väter allerlei Strafen für die Kinder ausdenken oder einfach draufhauen. Deshalb verwundert es nicht, dass viele Menschen die vor 1958 geboren wurden heute immer noch einen ,, Klaps“ oder eine Ohrfeige als legitimes Strafmittel halten. Nach dem Motto : ,, Ich hab als Kind schon eine drauf bekommen, geschadet hat mir das nicht. Wird es wohl auch nicht so schlimm für meine Kinder sein!“

Gewalt Kind

Wer jetzt aber glaubt, dass dieser Paragraph nach 1958 gestrichen wurde, der irrt sich gewaltig. Jetzt kam nämlich auch noch Mama dazu. Aufgrund der Gleichberechtigung der Frau durfte die nun von Gesetzwegen her auch,, geeignete Zuchtmittel“ anwenden um ein Kind zu bestrafen.

Kleiner Fakt zwischendurch: Der Ehemann durfte bis 1928 seine Ehefrau ebenfalls züchtigen ohne dafür Strafen fürchten zu müssen!

Aber was genau versteht das Gesetz, damals und heute, unter Züchtigung? Und was wurde damit überhaupt bezweckt?

Züchtung ist die Art von Strafe welche dem Zweck des Zufügens von Schmerz dient. Diese wird aber „nur vorübergehend“ angewandt. Die Züchtigung wird/wurde mit oder ohne Hilfsmittel durchgeführt. Als Hilfsmittel zählen unter anderem Stöcke, Gürtel, Kochlöffel, Schuhe etc. Mit dieser Erziehungsmethode sollen/sollten Kinder gefügig gemacht werden. Die Kinder sollen/sollten so einen folgsamen und unterwürfigen Charakter entwickeln.

Mal schauen was es noch so führ ,,Erziehungsmethoden“ gibt, die auch unter Züchtigung fallen. Bereit?

Eine andere Art zu züchtigen ist die psychische Gewalt gegenüber Kindern. Diese ist fast noch grausamer als die körperliche Strafe. Hierzu zählen:

  1. Dem Kind wird das Gefühl vermittelt nicht geliebt zu werden
  2. Dem Kind wird vermittelt wertlos zu sein
  3. Dem Kind wird vermittelt das es nicht gewollt ist
  4. Dem Kind wird vermittelt das es dumm ist
  5. Keine bedingungslose Liebe -> dem Kind wird vermittelt das es nur liebenswert ist wenn es Leistung in jeglicher Form bringt

 

Kinder glaube ihren Eltern, deshalb werden sie auf langer Sicht selbst von sich behaupten dass sie dumm, nicht liebenswert oder ungewollt sind.

Straftat

Heute steht im Gesetzbuch das man keinen Menschen körperlich verletzen darf. Dafür wurde im Strafgesetzbuch der §223 integriert. Dieser sagt folgendes:

StGB § 223 Körperverletzung

(1) Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

SGB VIII § 8a

Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

Kinder erhalten durch das SGB VIII § 8a noch einmal besonderen Schutz. Hier wird bewertet und begutachtet ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Jeder Fall wird von einem Familienrichter und div. Gutachtern individuell bewertet. Je nach Schwere der Tat können höhere oder niedrigere Strafen angesetzt werden.

Ich stelle mir immer noch oft die Frage, warum ist im Jahre 2000 per Gesetz verboten wurde Kinder körperlich zu Züchtigen. Das ist also gerade mal 18 Jahre her. Der Weg von damals bis heute ist lang. Dennoch möchte ich Euch mal zeigen wie diese Entwicklung zeittechnisch zu Stande kam. Aus Platzgründen werde ich aber nur kurz auf die entsprechenden Punkte eingehen.

1896 entstand § 1631 Abs. 2 BGB welcher dem Vater das Recht gab seine Kinder körperlich zu züchtigen

1900 wurde dieses Gesetzt in die neue Fassung des BGB übernommen

1949 verbot die DDR Kinder körperlich zu bestrafen

1958 trat das Gleichberechtigungsgesetz in Kraft.§ 1631 Abs. 2 BGB sagte nun »Die Sorge für die Person des Kindes umfasst das Recht und die Pflicht, das Kind zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen«.

  • 1959 wurde das Recht des Vaters sein Kind körperlich zu bestrafen aus dem BGB gestrichen
  • 1967 durften Lehrer und andere Pädagogen Kinder nicht mehr körperlich bestrafen
  • 1973 wurde in der DDR Pädagogen/Lehrern ebenfalls verboten Kinder körperlich zu bestrafen.
  • 1986 der Bundesgerichtshof (BGH)entschied, dass Eltern noch immer ein Recht zur maßvollen körperlichen Züchtigung haben, aber man dürfe keine Stockähnlichen Gegenstände dafür benutzen.
  • 1998 wurde § 1631 Abs. 2 umgeschrieben. Nun stand im Gesetzbuch: »Entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, insbesondere körperliche und seelische Misshandlungen, sind unzulässig«.
  • 2000 dann endlich kam die bis zur heutigen Zeit gültigen Fassung: »Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.«

 

 

 

Ihr seht, es war ein langer Weg bis heute. Und ich weiß genau dass man älteren Generationen das kaum noch begreiflichen machen kann. Trotzdem bleibt der Fakt: wer Kinder körperlich bestraft begeht eine Straftat ( §223 StGB) und kann je nach Schwere bis zu 5 Jahren hinter schwedischen Gardinen wandern.

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Ein Klaps schadet immer. Denn Kinder, besonders jüngere Kinder, können nicht nachvollziehen warum eine Vertrauensperson ihnen weht tut. Sie verlieren schnell das Vertrauen. Die Bindung kann und wird ,je mehr ,, geklapst“ wird, auf Dauer zerbrechen. Ich bitte alle die der Meinung sind ,, Mir hat es ja auch nicht geschadet“ noch einmal darüber nachzudenken was es heißt geschlagen, getreten, geschubst oder andere körperliche Gewalttaten ausgesetzt zu werden.

Es gibt genug gewaltfreie Methoden um dem Kind klar zu machen das sein Verhalten gerade nicht gut war.

Ein Blick hinter die Kulissen: Ich bau mir eine Kita!????

Viele Menschen halten eine KiTa für ziemlich unspektakulär, ja manchmal sogar langweilig. Die Kinder gehen halt hin um zum Malen, Basteln und singen und später werden sie wieder abgeholt. Je nachdem wie lange der Platz gebucht ist gibt es auch Mittagessen und Snack. Gääähhnnn!

Dabei ist es gar nicht so einfach eine KiTa zu gründen, im Gegenteil. Es gehört einiges an Wissen und Know how dazu um alle Papiere, Genehmigungen, Konzepte, Gelder etc. zu beantragen. Hier bekommt Ihr eine verkürzte Version einer KiTa Gründung.

Schritt 1: Ab zum Jugendamt ( Schritt 1 kommt ganz zum Schluss nochmal!)

Bevor überhaupt an einen Spatenstich gedacht werden kann muss das Jugendamt sein okay geben. Denn im SGB VIII , genauer gesagt im §45 SGB VIII steht geschrieben was es alles braucht um eine KiTa bauen und betreiben zu können. Und nicht vergessen: jedes Bundesamt hat seine eigenen Richtlinien wenn es um die Betriebserlaubnis einer KiTa geht. Wer eine Erlaubnis möchte, der muss sich unter anderem hiermit rumschlagen:

  • 45 Abs.2 : Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn das Wohl der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung gewährleistet ist. Dies ist in der Regel anzunehmen, wenn
  1. Die dem Zweck und der Konzeption der Einrichtung entsprechenden räumlichen fachlichen, wirtschaftlichen und personellen Voraussetzungen für den Betrieb erfüllt sind,
  2. Die gesellschaftlichen und sprachliche Integration und ein gesundheitsförderliches Lebensumfeld in der Einrichtung unterstützt werden sowie die gesundheitliche Vorsorge und die medizinische Betreuung der Kinder und Jugendlichen nicht erschwert werden sowie
  3. Zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung geeignete Verfahren der Beteiligung sowie der Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten Anwendung finden.

 

Erlaubnis

Keine Angst, ich werde Euch jetzt nicht weiter mit dem Juristendeutsch erschlagen. Im Grunde genommen will das Jugendamt folgendes: ein Konzept (Aufbau der KiTa, Pädagogische Ziele und Grundlagen etc.), geeignete Räume, genug Personal, Kapital bzw. ein Finanzierungsplan. Jetzt liegt es an den zukünftigen Betreibern die geforderten Punkte einzureichen.

Schritt 2: Das Konzept

So, nun wissen wir also an was wir alles denken sollen. Das Jugendamt hätte gerne ein Konzept. Das ist kein Pappenstiel aber auch kein Hexenwerk. In dem Konzept sollt Ihr erklären wie Ihr Euch die KiTa vorstellt, nach welchem pädagogischen Konzept und Grundlagen Ihr dort arbeiten möchtet. Wie soll der Alltag in der KiTa ablaufen, wie werden die Öffnungszeiten gestaltet? Und ganz wichtig: für welche Zielgruppe wollt Ihr die KiTa eröffnen? 0-3 Jahre oder ab 3 Jahren aufwärts. Im U 3 Bereich gelten noch einmal andere Regeln.

Schritt 3: Das Personal

Bevor man die Erlaubnis zur Eröffnung einer KiTa bekommt, muss man einen Personalplan vorlegen. Das Personal muss eine fachliche, pädagogische Ausbildung absolviert haben. Haushaltskräfte sollten einen hauswirtschaftlichen Beruf erlernt haben. Der Bundeslandabhängige Personalschlüssel erklärt wie viel Personal sie brauchen, z.B.

1 Fachkraft auf 7 Kinder(U3) bei 7-9 Stunden Betreuung.

Personal

Schritt 4: Der Standort und die Räumlichkeiten

Fast geschafft! Jetzt brauchen Wir noch eine Baufläche oder, wenn es freie Häuser gibt, vorhandene Räumlichkeiten. Ihr möchtet eine Nagelneue KiTa? Dann müsst Ihr folgendes beachten!

Nicht überall kann man eine KiTa errichten und betreiben. Als erstes muss man eine Baufläche/ein Gebäude finden, dass nicht die Gesundheit ( körperlich, psychisch) der Kinder und Erwachsenen beeinträchtig (z.B. baut keiner eine Kita direkt neben einer Autobahn, logisch oder?).

Die Räume müssen als gewerbliche Räumlichkeiten ausgewiesen werden, denn Sie erbringen mit der Betreuung von Kindern eine Dienstleistung!

Die Räume müssen nach den aktuellsten DIN-Normen ausgestattet sein. Zusätzlich gelten hier je nach Bundesland individuelle Vorgaben.

Bauarbeiter

 

Schritt 5: Der Finanzplan

Der letzte große Schritt bevor Ihr (hoffentlich) eine Genehmigung bekommt: wie finanziert sich die zukünftige KiTa? Das möchte das Jugendamt, die Kommune/der Kreis auch gerne wissen. Wie viel kostet der Bau bzw. Renovierung der Örtlichkeiten? Wie steht es mit den laufenden Kosten wie Personal, Sachkosten, Spielzeug oder Miete? Ihr müsst genau begründen können wie sich die KiTa finanziert. Z.B kann man nach der Inbetriebnahme zu erwartende Einkünften wie Elternbeiträge, öffentliche Zuschüssen oder Spenden angeben.

Finanzierung

Okay, Checkliste abgehakt? Solltet Ihr jetzt Schritt 2 bis 5 ordentlich gemacht haben dürfte es auch zu einer Genehmigung der Betriebserlaubnis einer KiTa vom Jugendamt kommen. Glückwunsch!

 

Ihr Lieben, ich hab es so knapp wie möglich gehalten. Es ist wirklich nicht einfach eine Betreuungseinrichtung zu realisieren. Es Bedarf guter Planung und Kalkulation und eine Erfahrene Leitung die Schritte 2 – 5 immer im Auge behält. Deshalb: seid Ihr mit Eurer KiTa zu Frieden? Dann denkt ab und zu Mal an die Leitung oder Träger. Sie haben viel Arbeit in die KiTa investiert die Euer Kind jetzt besucht.

Eure Tante Vanja

 

 

 

Manic monday: Sichere Gewohnheit oder Unsichere neue Wege?

Wer über Jahresverträge arbeitet weiß, dass 3 Monate vor dem Auslaufen des Vertrags Jobsuche angesagt ist. Auch auf mich trifft das ab Mai zu. Und ich weiß nicht was ich davon halten soll, ehrlich nicht.

Regelmäßige Leser wissen das es an meinem Arbeitsplatz oft mal ein sehr raues Gesprächsklima herrscht. Bis jetzt bin ich diesen Stürmen entkommen, trotzdem lassen sie mich nicht kalt. Es tut mir einfach Weh, wenn sich Menschen so ,, unterhalten“. Es ist anstrengend und macht auch Angst. Habe ich alles richtig gemacht? Oder doch lieber so? Kann ich jetzt nachfragen oder doch lieber warten? Auf gutes Wetter warten?

Langsam erkenne ich das Muster. Es herrscht mehrere Wochen Ruhe vor dem Sturm. Und dann schwabbt diese Welle an Negativität, Wut und Ausweglosigkeit über die Etage.  Wenn ich kann fliehe ich zu Kollegen. Wenn nicht versuche ich mich zu distanzieren. Ich mag meinen Chef. Wirklich. Aber zur gleichen Zeit weiß ich nicht wem ich heute auf Arbeit treffe. Ich kann sehr viel von meinem Chef bekommen, ja und flexibel ist er auch. Dafür bin ich das dann sehr gerne auch. Aber diese  Ruhephasen werden kürzer, der Sturm wird stärker.

Ich brauche einen sicheren Rahmen um zu leben. Innerhalb meines Rahmens kann ich flexibel sein. Und ja, ich habe gelernt, das Dinge die ich schon geplant habe und so nicht machbar sind, ja die sind dann halt so.

Mein Rahmen wird durch diesen Jahresvertrag beschädigt. Risse, er bröckelt. Auf der einen Seite den Drang neues zu erleben. Und dem Sturm zu entfliehen. Auf der anderen Seite diese Gewohnheit die Sicherheit bietet. Oft schon hab ich gesagt: ,, Ab Mai suche ich neue Arbeit.“ Fest entschlossen. Und dann flüstert diese Stimme im Kopf: ,, Wirklich? Und was ist wenn Du das nicht schaffst? Schau, Du hast Dich so schön eingelebt. Wenn Du eine Verlängerung angeboten bekommst , prima.“ Dieses Hin und Her macht mir nicht nur psychisch zu schaffen, physisch geht es auch drunter und drüber. Ich bin ein Bauchmensch: Krämpfe, Sodbrennen, Durchfall…alles Zeichen für Angst vor der Veränderung. Die Fibromyalgie wütet von Kopf bis Fuß, meine Gelenke schmerzen und versteifen.

Eine Hassliebe sozusagen. Immer da, immer am flüstern.
Eure Tante Vanja

 

 

 

Windel Frei? Das ist sowas von 1990!

Tante Vanja war auch mal klein ( unglaublich, was?) und ging mit 3 Jahren in den Kindergarten.  Und war Winde frei. Oh ja. Denn man durfte damals nur in die KiTa wenn man keine Windeln mehr getragen hat. Ich sollte ein ,, großes Mädchen“ sein das alleine auf´s Klo geht. Zum Glück gab es Kinderklos in der KiTa..

2 1/2 Jahre später. Mein Bruder will in den Kindergarten gehen. Er darf auch, aber nur wenn er keine Windeln mehr trägt. Ruck Zuck war er trocken und durfte sogar schon mit 2 3/4 Jahren in die KiTa.

Nur weil ein Kind keine Windeln mehr trägt heißt es noch lange nicht das es ,,sauber“ ist. Komische Bezeichnung…,,sauber“. War man mit Windeln dreckig? Na is ja auch egal.

Spulen wir mal 13 Jahre vorwärts. Tante Vanja macht ein Praktikum in ihrer alten KiTa. Ich hatte mich schon auf eine Windelfreie Zeit eingestellt da kriege ich erklärt: ,, Nein nein. Heute müssen die Kinder nicht mehr mit 3 sauber sein. Die können auch ruhig noch in Windeln bleiben!“ Aha?

Noch Mal ein paar Jahre später. Tante Vanja hat ihre Ausbildung abgeschlossen und beginnt in einer KiTa zu arbeiten. Es gab zwar ein Wickelraum, aber keine Windelkinder. Cool! Dachte ich… bis zu dem Tag an dem 1 Kind mit Windeln kam. Leute, ich hab noch nie so gestresste Kolleginnen gesehen. Kann ein Windelkind denn so dramatisch sein? Jein…

Der Ablauf in einer KiTa mit ca. 80 Kindern muss gut geplant werden. Jetzt kam da ein süßer, knuddeliger Junge mit Windeln und schafft es tatsächlich 3-4 Wochen das Chaos in der KiTa toben zu lassen. Warum? Nun weil im KiTa Ablauf keine Windelkinder eingeplant sind. Obwohl….die Kinder müssen doch jetzt nicht mehr Windelfrei sein?!

Ich möchte hier jetzt einmal die Sicht als Pädagogin zeigen: mir persönlich ist es schnuppe ob ein Kind eine Windel trägt oder nicht. Aber ich muss auch zugeben: je weniger Personal man hat desto schwieriger wird es das Wickeln angenehm für beide Parteien zu gestalten. So sah es oft in meinem Kopf aus:

Tante Vanja´s Hirn: Okay, wir haben einen Ablauf. Okay, wir hatten lange keine Windelkinder. Und jetzt das? Waruummmm? Wer passt in der Zeit auf die Gruppe auf wenn ich wickeln muss? Kann das vllt auch 10 Minuten warten? Nein… es beginnt zu riechen. Mist Mist Mist. Und na klar, jetzt wird der Becher mit Milch umgekippt. FUCK! Keine Windeln mehr… ich hab doch einen Zettel ans Fach geklebt. Vllt gibt es hier ja noch…. neeeiiiinnn nicht lospullern….Ich brauch n neues Hemd….aber eigentlich ist das ja süß. So wie der Kleene da liegt und spaß dran hat wenn ich so tu als ob ich sein Füßchen fresse…. Hab ich da eben ein ,, Bonck“ gehört? Oh nein… da is bestimmt jemand *Kollegin reißt die Tür auf* HILFFÄÄÄÄÄÄ die 4 Jährigen haben die Kontrolle über den garten übernommen…..

Nein, so dramatisch was es noch nie. Anderseits hab ich n sehr schlechtes Gedächtnis *hihi*.

Wir sind hin und her gerissen. Auf der einen Seite ist das ne prima Zeit um eine schöne Beziehung aufzubauen. Wickeln ist sehr intim und sollte möglichst entschleunigt sein damit man sich ganz auf das Kind konzentrieren kann.  Auf der anderen Seite tob der Alltag. Je nach dem welchen Bereich man abdeckt ( bitte nicht den Sportraum, bitte nicht…) muss es rucki zucki gehen.  Leider kann man sich nicht in zwei Teile schneiden. Besonders an den Nachmittag kann es schon mal knapp mit dem Personal werden ( verständlich, die meisten Mitarbeiter haben selber Kinder!). Man versucht die größten Räume oder den Garten zu öffnen damit man möglichst alle im Blick hat und die Zeit bis zum Feierabend heil und ohne Aua´s übersteht.

Aber egal wie chaotisch es ist. Es muss jedes Kind gewickelt werden. Egal ob volle Windel oder nicht. Man kann Wickelrunden mit dem allgemeinen ,, Wir gehen jetzt noch alle Mal Pipi machen vorm Essen!“ ansagen timen. Man kann einen Flurdienst planen der Vormittags zwischen den Räumen pendelt um Kinder zu anderen Räumen zu begleiten, eine Kollegin mal ablöst damit die Pipi machen kann oder eben die Wickelkinder holt und diese wickelt. Bzw. den Schnuppertest macht. Kennen wir das nicht? Diesen Move wenn man sich runter beugt und die Nase fast im Kinder versenkt um zu erschnuppern wie voll die Windel ist? Haaachh ja XD

Meine lieben Kollegen/innen. Wickelkinder sind kein Grund zur Panik. Hey, wenn Ihr jetzt schon einen gut getimten Ablauf habt, dann dürfte es ein Klacks sein die Windel time auch noch unter zu bringen. Ihr baut nicht nur ne tolle Beziehung zu dem Kind auf, ihr nehmt dem Kinder und dessen Eltern einen enormen Druck.  Das ist ein großes Geschenk. Arbeitet mit den Eltern. Überlegt gemeinsam die nächsten Schritte in Richtung Windelfrei! Ihr schafft das! TSCHAKA!

 

Eure Tante Vanja

 

 

 

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