,, Hauptsache die Noten passen!“ Sozial-emotionale Beeinträchtigungen zählen nicht?!

Jeder Mensch soll die Möglichkeit erhalten sich so zu entwickeln, das er eine (soweit möglich)selbstständige Persönlichkeit wird. Er soll dazu befähigt werden sich in dieser unseren Welt gut und sicher zurecht  und „seinen Platz“ zu finden. Soweit der Grundgedanke und das Kredo vieler sozialen Einrichtung, und man mag munkeln, der Bildungspolitik. Das dies aber nicht der Realität entspricht muss ich Euch ja nicht erzählen.

Ich rede hier jetzt nicht von KiTas, Schulen und Co. die ihren Bildungs- und Erziehungs(!!!!)auftrag nicht gerecht werden. Ich reden von Trägern, Paragraphen und deren Auslegung. Und da war heute wieder so ein ,,Ich hau mein Kopf jetzt ganz stark auf meinen Schreibtisch um diesen Wahnsinn irgendwie zu ertragen!“ Moment.

§ 35 SGB VIII Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen.
Die Aussagen welche getätigt wurden haben mich entsetzt. Und wütend gemacht. Solange die Leistung eines Menschen stimmt ist es nicht notwendig diesem zu helfen. Was Abseits der Leistungen steht (sozial/emotional) ist nicht von belang.
Wie kann man einem Menschen Hilfen Verweigern um GANZHEITLICH am alltäglichen Leben teilzunehmen wenn es doch Gesetze dafür gibt?
Ich bin fassungslos und enttäuscht. Klar kann man Gesetze drehen/wenden/beugen wie man will. Aber nicht um den Preis der Entwicklung eines Menschen welcher später ein funktionierendes Mitglieder unserer ,,Gesellschaft“ sein soll. Das ist doch das Ziel, soweit ich verstanden habe, das wir alle ,,funktionieren“ sollen. Möglichst so das wir effizient sind. Nun, ich sage da gehört mehr dazu als nur Leistungen zu erbringen. Man muss sich ,,ganzheitlich“ entwickeln um den Anforderungen dieses Lebens gerecht zu werden. Geben wir Menschen kein Rüstzeug für´s Leben mit, werden diese eventuell eine krasse Bruchlandung machen und zu denjenigen werden, welche die restliche ,,Gesellschaft“ ausgrenzt.
Mal nebenbei bemerkt: ich wurde wegen meines Aussehens und auch Verhaltens immer schief angeschaut, konnte aber durch LEISTUNG überzeugen und so meinen (Karriere-) Weg gehen und mich irgendwie integrieren. Mir war aber auch egal was andere von mir gedacht haben. Was ist mit denjenigen die sich nur durch Leistung definieren können, aber sozial/gesellschaftlich hinten runter fallen? Weil sie nicht in der Lage sind die sozialen Anforderungen der Masse zu erkennen/entsprechen/standzuhalten?
Was wäre wenn man diese Wesen schon früher auffängt und unterstützt, damit sie eben genau wie ,, die Anderen“ ihre Erfahrungen machen und alle Möglichkeiten des (sozialen) Seins ausschöpfen zu können?
Kommen wir mal auf was knallhartes zurück: wäre es nicht auch GÜNSTIGER wenn man früh Maßnahmen ergreift als hinterher jahrelang medizinische/pädagogische Kosten zu decken? Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass nicht langfristig gedacht wird. Es gilt wohl im Moment so wenig wie möglich Geld auszugeben. Die Langzeitfolgen scheint kaum jemand zu beachten…. ich mein Ja nur…. vllt so als kleiner Hinweis für Kostenträger *hust*
Alles in allem war es wieder einfach eine Situation…die für die Tonne ist. Nicht nachvollziehbar, auch rechtlich nicht. Ich geh jetzt erst Mal einen Kaffee trinken um diesen Wahnsinn zu verarbeiten.
Eure Tante Vanja

Vom „Bedürfnissen“ und anderen ,,Behinderungen“

Oft habe ich mich gefragt: ,,Warum ist es immer noch nicht okay andere Bedürfnisse zu haben um überall dabei zu sein?“ Heute frage ich mich: ,, Warum zum Kuckuck ist es heute immer noch nicht okay andere Bedürfnisse zu haben um überall dabei zu sein?“  Die gleiche Frage, nur mit mehr Wut und Unverständnis dahinter. Was bringt Menschen dazu alles was nicht ,,angepasst“ ist an die Allgemeinheit zu meiden oder zu ignorieren?

Kommt mir jetzt nicht mit Wörtern wie ,, Unwissenheit“ , ,,Berührungsängste“ oder ,, Nicht-Verstehen-Können“. Nein, das zählt schon lange nicht mehr. Wir leben in einer Welt in der Unwissenheit nicht herrschen muss und Informationen so zu erhalten sind das man sie verstehen kann (siehe z.B. leichte Sprache, unterstützende Bilder, kindgerechte Erklärungen (welche einige Erwachsene auch nutzen, das ist auch gut so!))! Berührungsängste könnten abgebaut werden wenn es erwünscht wäre. Und ich habe das Gefühl, dass das nicht der Fall ist.

Breitere Türen, Lupen, Rampen, eine bessere Beleuchtung, leicht zu erhaltene Informationen, Sitzgelegenheiten, Fahrstühle, Ruhezonen, weniger/keine Stufen, Spielplatzgeräte welche von ALLEN genutzt werden können da sie auch so konzepiert wurden, Freizeitangebote für ALLE.

Würden diese Dinge direkt mitverplant werden (z.B. auf Spielplätzen, Freizeiten, generell ALLE öffentlichen Gebäude, Supermärkte, Ärzte,ÖPNV, öffentlichen Veranstaltungen) müsste man nicht erst danach fragen. Ist es ernsthaft „günstiger“ eine Rampe anzubringen nachdem eine Treppe gebaut wurde, oder kann man das nicht gleich in einem Aufwisch erledigen und bezahlt trotzdem den gleichen Preis? Das kann mir keiner erzählen.

Fakt ist, es wird über die Bedrüfnisse von Menschen, egal ob Kind, Erwachsener oder Rentner, zu wenig nachgedacht. Muss immer wieder darauf herumgeritten werden was gebraucht wird damit Alle an alltäglichen Dingen wie einkaufen, ins Kino gehen oder eine Veranstaltung zu besuchen teilhaben können? Schon mal eine Kirmes besucht? Das Riesenrad hat mit Glück eine Kabine für Rollstuhlfahrer.

Von Arbeitsplätzen will ich hier garnicht erst anfangen, mein Rage Level ist sowieso schon über dem normal Wert.

Es ist nicht okay Mensche auszuschließen, nur weil man zu bequem ist hier und da ein paar Stellschrauben zu lockern damit jeder in den Genuss das Lebens kommt. NICHT-OKAY! Man kann mit wenig Aufwand viel ändern. Dafür muss man in der Lage sein sich in die Lage von Menschen zu versetzen die eben andere Dinge brauchen.  Es mag schwer sein, aber probiert es. An der Uni durften wir testen wie es ist wenn man andere Bedürfnisse als die Merhheit hat.

– setzt Euch in einen Rollstuhl und erkundet Eure Heimatstadt
– tragt Gewichte an allen möglichen Gelenken und geht dann einkaufen
– zieht Handschuhe an und versucht dann Kleingeld aus der Geldbörse zu holen wärend die Schlange hinter Euch immer länger wird
– packt Euch einen 20-30 Kilo schweren Rucksack auf den Rücken und lauft 4 Stockwerke hoch
– beim einkaufen nur in den untersten oder obersten Regalen nach Lebensmitteln suchen
– bei einer musikalischen Veranstaltung Sonnenbrille und doppelten Hörschutz tragen
– lest einen Text, in welchem für uns verständliche Wörte einfach mal in einer anderen Sprache übersetzt wurden und werdet darauß schlau

Klingt für einige banal, aber macht es mal. Dann fühlt ihr vielleicht ein bisschen wie es ist als  Mensch mit niedriger Körperhöhe einzukaufen, als älterer Mensch Stufen zu meisten, mit einer Sensibilitätsstörung am kulturellen Leben teilzunehmen oder als junger Mensch Informationen verständlich zu erhalten.

Nicht so toll oder?

Ich kann die Welt nicht retten, nein. Aber ich kann sagen was hier stinkt. Und Ihr könnt das auch! Stänkert mit, seid unbequem und macht Eurem Unmut Luft und bringt in zu gehör. Bedürfnisse dürfen nicht behindern. Bedürfnisse dürfen nicht mit Füßen getreten werden. Bedürfnisse sollten so erfüllt werden das jeder ein erfülltes Leben hat und gerne ein Teil der Gesellschaft ist.

 

Ich haben fertig.

 

 

Kompetenz und Meinungen, kann man das essen?: Pädagogin sein macht oft so garkeinen Spaß (mehr).

Lange war es ruhig auf dem Blog der Tante. Und das mit gutem Grund. Ich habe eine Pause gebraucht. Eine Pause vom Schreiben und vor allem eine Pause von den Menschen online. Das klingt hart, ja ich weiß, aber es musste sein. Das heißt nicht, das ich mich nicht weiterhin darüber freuen werde wenn Ihr meine Beiträge lest.  Trotzdem spüre ich, dass im Moment so einiges gewaltig schief läuft und ich mich dem nicht aussetzen möchte. Einfach weil ich keine Kraft mehr habe und es ehrlich gesagt satt habe meine Meinungen, Ideen und Ansätze verteidigen zu MÜSSEN.

Pädagogisch auf Social Media unterwegs…

Es fängt schon damit an wenn ich (morgens) Beiträge lese.  Beiträge sind bekanntlich objektiv deshalb klicke ich meist erst einmal darauf und fange an zu lesen. Je nach Beitrag juckt es mich entweder meine Meinung/Ansicht kund zu geben oder (in viel mehr Fällen als gedacht) meine Hände in bester Facepalm Manier in mein Gesicht zu schlagen. Soweit auch okay. Kommt man aber zu dem Punkt ,, Dazu möchte ich gerne etwas schreiben!“ geht es los. Man schaut sich automatisch die Kommentare der anderen Mitleser an. Und hat dann schon keine Lust mehr zu schreiben. Anstatt konstruktiv miteinander umzugehen wird sofort drauflosgehackt was das Zeug hält. ,, Jeder hat seine eigene Meinung, aber …….!“ schwebt mir jedes Mal durch den Kopf. Besonders diejenigen die sich für ,,tolerant“ ,,offen“ und ,,kritikfähig“ geben sind es am Ende NICHT.

Kommt es dann doch mal zu eine Kommentar gibt es meist 3 Möglichkeiten wie es weiter geht: a) man ist derselben Meinung und alles ist gut( sehr selten) b) ,, Was bist Du denn für eine Pädagogin, wenn Du X Y Z vertrittst/nicht vertrittst etc. ?Sehr enttäuschend!!! ( häufig) oder c) (und das ist der Klassiker) ,, Du hast ja keine eigenen Kinder und kannst da gaaaarrrrnicht mitreden!“ Und dann denke ich mir: WTF?! Ja, ich feuere dann auch zurück, wird es unfreundlich/beleidigend. Da bin ich nur Mensch. Aber muss das immer sein? Nein!

Kompetenzen? Kann man das essen? Ich hab meinen Beruf gelernt!

Eltern sind (fast) immer die Experten wenn es um ihre Kinder geht. Angehörige wissen fast immer was das Beste für ihre Lieben sind. Erwachsene Menschen sind in der Regel  mündige Persönlickeiten . Das selbte trifft aber auf uns Pädagogen ebenfalls zu. Und ich habe das Gefühl, das uns Pädagogen immer mehr die Kompetenzen abgesprochen werden. Im Zeitalter von Ratgebern und dem Internet wird es zunehmend schwieriger mit dem zu Arbeiten was wir gelernt haben.  Die Pädagogik ist auch immer im wandel, aber Basics gibt es immer wie z.B. Erziehungsmodelle, Kommunikationsmethodik oder Beziehungsaufbau. Wer einen pädagogischen Beruf lernt, der bekommt eine gute und fundierte Ausbildung. Schaut Euch bitte die Ausbildungspläne der Fachschulen an und die Bildungspläne Eurer Bundesländer . Das ist nur ein Bruchteil von dem an was wir Pädagogen uns orientieren müssen. Wir müssen Up to Date sein, sowohl pädagogisch, psychologisch als auch rechtlich. Regelmäßige Weiterbildungen sind Pflicht.

Theorie vs. Praxis

Etwas das mich schon sehr lange stört, ich es aber trotzdem loswerde, auch wenn ich Gefahr lauf wieder zerhackt zu werden.  Erwartungen und Realität passen manchmal nicht zusammen. Das ist nun mal so.  Das ist genau so wie wenn ihr Nahrungsmittel kauft: nur weil etwas auf der Packung steht heißt es nicht, dass auch das Gleiche drinn ist! Jeder Mensch hat Ansprüche, ganz normal. Aber fragt Euch doch bitte das nächste Mal wenn etwas pädagogisch nicht läuft: liegt es wirklich NUR an den Pädagogen oder vielleicht auch zum Teil an mir? Es ist immer einfacher das Negative auf die andere Seite zu schieben.  Wir Pädagogen sind genau so unglücklich wenn etwas nicht so läuft wie es sollte. Die Umstände lassen manchmal nur ,, Dienst nach Vorschrift“ zu. Und man kann niemanden individuell fördern, wenn es nicht genug Personal gibt welches sich um die anderen Individuen kümmert. Egal ob KiTa, Hort , Erwachsenenbildung oder Pflegeheim.

Gravierende Fehler wie mangelhafte Pflege, Vernachlässigung oder körperlich werden dürfen nicht sein. Zu keiner Zeit. Trotzdem möchte ich auch hier meinen Kollegen noch einmal zur Seite stehen: diese Reaktionen spiegeln das Arbeitsklima wieder, das von oben nach unten vorgeschrieben wird. Bestes Beispiel ist hier immer wieder die Unterbesetzung. Oder die fehlende Mitgestaltung und das fehlende Mitspracherecht von Mitarbeiten um etwas zu ändern. Jeder Mensch hat seine Grenzen und irgendwann sind diese erreicht. Noch einmal: Zu keiner Zeit darf man seinem Schutzbefohlenem Schaden, NIE! Aber denkt vielleicht auch mal darüber nach warum es zu solchen Handlungen/Fehlern/Mängeln kam und kommt.

Ich mag Steine manchmal mehr als Menschen

Das ich nicht immer die reflektierteste Frau unter der Sonne bin will ich garnicht leugnen. Und auch ich habe meine pädagogischen Vorlieben/Abneigungen, und arbeite nach bestem Wissen und Gewissen. Aber es macht einfach so keinen Spaß mehr pädagogisch zu arbeiten. Manchmal ist es so, als ob die Ausbildung , das Studium und die Arbeitserfahrung Don Quijote ist und gegen Windmühlen aka. durch Überinformation verunsicherte Angehörige kämpft. Die wunderbare Halbanonymität des Internet macht es auch nicht leichter. Aber ich will nicht kämpfen. Ich will arbeiten.

Wir sind Gegenseitig auf uns angewiesen. Das eine oder beide Seiten blockieren kann passiert. Jedoch sollte man sich die Zeit nehmen um herauszufinden warum das passiert. Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und negativ denken. Auch sein eigenes Verhalten reflektieren. Und manchmal auch die Umstände anerkennen das es eben nicht so geht wie es gehen ,,sollte“.

So, ich haben fertig. Nehme mich da keinesfalls raus, bin auch unreflektiert und stimmungsabhängig gelaunt. Trotzdem gefällt mir die aktuelle Lage einfach überhaupt nicht. Es macht im Moment keinen Spaß Pädagogin zu sein. Ich geh jetzt in meine Kuschelecke und spiel mit meinem Boubou!

 

Eure Tante Vanja

 

 

 

 

 

 

 

Weniger ist mehr: Spielzeug achtsamer anbieten

Hallo Ihr Lieben, schön Euch im Jahr 2019 begrüßen zu dürfen. Und gerade weil sich ja viele Vorsätze gemacht haben, dachte ich bei mir einfach mal kleine Anstöße zu geben um eventuelle Vorsätze unterstützen zu können. Ich persönlich habe keine, da ich sie eh nicht einhalte und so nicht enttäuscht werden kann! 😀

Über Weihnachten gab es für die Großen und Kleinen bestimmt eine Flutwelle an gewünschten und (un)erwünschten Spielsachen, Bücher oder Hobbymaterial. Gerade Kinder freuen sich sehr auf diese Zeit, klar, das Spielzeug von letztem Weihnachten ist ja auch schon ( wenn es diesen Zeitraum überleben sollte 😉 ) ein Jahr alt. das Geschenkpapier ist schnell abgerissen und Verpackungen vernichtet. Strahlende Augen, Freude und sofortiges bespielen folgt. Fühlt sich toll an, nicht wahr? Ich liebe es immer noch zu schenken, gerade deswegen. Aber irgendwie hat sich meine Sicht auf schenken geändert.  Mag sein das es zum Erwachsen werden dazu gehört oder ich selbst immer weniger benötige. Doch jedes Mal wenn ich an Spielzeugläden vorbei laufe frage ich mich: brauch ein Kind das alles?

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Zu viel Spielzeug erzeugt Langeweile und kann überfordern. Hä? Wie denn das? Eigentlich müsste es doch so sein: viel Spielzeug= viel spielen! Nein, so funktioniert das nicht. Ein Überangebot (kann) überfordert und macht es schwer sich zu entscheiden. Falls Ihr das immer noch nicht nachvollziehen könnt: Ihr steht z.B. vor Eurem Bücherregal und habt viele tolle Bücher die Ihr lesen wollt. Alle spannend. So viele. Welches aussuchen? Nach dicke? Tolles Cover? Vielleicht erst einmal den Buchrücken konsultieren?

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Man kann Menschen mit zu viel Spielzeug praktisch begraben. Und die Fantasie und Vorstellungskraft wird auch nicht gerade bombig gefördert. Das meiste Spielzeug heute ist vorgegeben je älter ein Kind ist. Wenn man sich Spielzeug von Kleinkindern anschaut ( die heute auch schon stark geformt oder reizüberfluten sind wie z.B. elektrische Spielstationen mit Lichtern und Geräuschen/Musik) bemerkt man schnell das die Hersteller sich oft an Basics halten: Bälle, Würfel, Rechtecke, Dreiecke, verschieden große Gefäße, Rasseln. Allein schon die Formen regen natürlich dazu an sich mit einem so geformten Gegenstand zu beschäftigen. Hat dieser auch noch eine angenehme Farbe kann sich ein Kleinkind sehr lange mit z.B. nur 2-3 Holzklötzen beschäftigen. Mit steigendem Alter verändert sich das Spielzeug. Es wird detailliert, sinnbezogen. Man kann es sammeln und aufbauen ( siehe die beliebten bunten zusammensteckbaren Blöcke mit mannigfaltigem Upgrades). An und für sich super, man kann sich seine eigene Welt zusammenstellen und bespielen. Doch das Überangebot an Sets macht es schwerer seine Fantasie spielen zu lassen. Warum denn auch einen Pferdestall selbst zusammenstecken wenn er schon fertig kommt? Bäume? Kann man mit braunen und grünen Blöcken bauen, aber die fertigen sehen doch so viel schöner aus und sind praktischer.

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Was ich damit sagen möchte: Spielzeug ist toll und kann ein Kind wirklich beflügeln. Aber in Maßen und nicht in Massen. Was kann man nun tun um Spielzeug attraktiv zu halten und nicht noch mehr dazu zu kaufen? Man muss kein Spielzeug wegwerfen, nein, es geht viel einfacher und man Eltern werden sich dabei nicht in Unkosten stürzen.

  1. Sortieren und verstauen

Klingt simpel, ist es auch. Am Besten gemeinsam mit dem Kind entscheiden mit welchen Spielzeugen es diese Woche spielen möchte. Den Rest in eine schöne Kiste packen und zusammen verstauen. Nach einer Woche wird wieder gemeinsam entschieden was bleibt und was ,,Pause“ macht.  Je nach Alter des Kindes kann man diese Aktion begründen mit ,, Das Spielzeug möchte Urlaub machen, muss sich ausruhen.“ oder ,, Du hast in der letzten Zeit mit X,Y,Z nicht gespielt, wir können es aufräumen damit Du mit Deinen anderen Spielzeugen  mehr Platz hast. Wenn Du nächste Woche gerne mit anderem Spielzeug spielen möchtest können wir tauschen.“

2. Spielzeugfreier Tag

Dieser Tag ist frei von vorproduzierten Spielzeugen und Materialien. Spielzeugfreie Tage gab es in vielen KiTas in denen ich gearbeitet habe. Gegen Ende des Kindergartentages räumen die Erzieher mit den Kindern alle Spielzeuge auf, verabschieden sich. Am nächsten Tag werden Naturmaterialien gestellt. Blätter, Holz, Stöcke, Steine, Tannenzapfen, Blumen, Nüsse, Krüge, Wasser, Kleber, Papier etc.  Damit kann man angeleitete und freie Spielzeit kreativ gestalten. Genau das gleich geht auch im Kleinen zuhause. Die Spielzeuge in eine schöne Schachtel packen, verabschieden, und am nächsten Tag einen schönen Korb mit Naturmaterialien bereitstellen.

3. Tauschen

Warum nicht mal Spielzeug für einen gewissen Zeitraum tauschen? Mit Eltern und Kind zusammen vereinbaren was und wie lange etwas getauscht wird. Es gibt Tauschbörsen online in welchen sich Eltern aufhalten die gerne Spielzeug tauschen oder sogar verschenken.

4. Alltagsgegenstände

Das Kind ist gerade in der Rollenspielphase? Super! Jeder Haushalt hat genau das Material was ein Kind (meistens) braucht um loszuspielen. In der Küche gibt es Töpfe, alte Klamotten von Mama und Papa dienen zum verkleiden, aus Kissen lassen sich tolle Burgen bauen. Man muss nicht unbedingt eine Kinderküche kaufen um ein Rollenspiel anzuregen. Meistens ist es für Kinder viel interessanter wenn sie Dinge verwenden dürfen welche von Erwachsenen genutzt werden. Natürlich alles im Rahmen und Eurem Sicherheitsgefühl! 😉

 

So, das war es heute von mir. Es benötigt nicht viel um Spielen attraktiv zu halten. Man kann schon mit Alltagesgegenständen eine tolle Zeit gestalten. Versucht es doch mal 😉 Wer von Euch hat noch andere tolle Ideen um Spielzeug achtsamer zu bespielen? Würde mich freuen von Euch in den Kommentaren zu lesen.

 

Eure Tante Vanja

 

 

 

 

 

Wie? DU arbeitest Vollzeit? Oha! High functioning Depression und Soziale Arbeit

Seit neustem besuche ich eine Selbsthilfegruppe ,,Depression“. Ich war zwei mal dort und muss sagen das mir die Gruppe gut gefällt. Die Menschen dort sind mir sympatisch und ich fühle mich gut aufgehoben. Das ist schön, weiß ich doch das in der Gruppe jeder weiß was in einem depressiven Menschen los ist. Viele Schicksale, oh ja, aber jeder Mensch einzigartig. So viel dazu.

Jeder Besuch beinhaltete folgende Frage: ,, Schaffst du?“ Und da ich ja arbeiten gehe, in Vollzeit, bejahte ich immer. Dann: ,, Vollzeit? Echt? Das schaffst Du?“

Jedes Mal muss ich lachen. Zum einen weil ich mich immer Frage warum ich es denn nicht schaffen sollte. Zum anderen weil ich weiß wie Ernst gemeint diese Fragen und Aussagen sind und was dahinter steckt. Wie gelingt es einem langzeitdepressiven Menschen eine regelmäßigen Vollzeitarbeit nachzugehen. Und dann auch noch mit Menschen?Berechtigte Frage welche mir immer öfter durch den Kopf geistert. Ich kann hier nur für mich reden, jeder Depressive ist anders und hat auch andere Symptome. Aber so ,,schaffe“ ich es. Ob es gut ist, nein ich denke nicht. Aber gar nichts zu tun ist genau so beschissen!

Ich muss etwas tun!

Mal ganz davon abgesehen das irgendwie das Essen auf den Tisch kommen muss, das Auto getankt werden möchte etc. bleibt mir nichts anderes übrig. Egal wie scheiße es mir geht, die innere Stimme zwingt mich dazu. Sobald ich stillstand habe beginnt das Gedankenkarusell zu drehen und das will ich nicht. Ich will mich nicht mit abstrusen und unsinnigen Gedanken (danke Zwangsstörung, Du bist ne Sau!) befassen die nicht stimmen. Und doch rotiert die Murmel wenn nicht beschäftigt. Ich arbeite also zum größen Teil um mich abzulenken.

Der Körper ist stark, der Geist ist schwach oder manchmal umgekehrt?

Das perverse an dieser Depression ist, das Depressive regelmäßig ihre natürlichen Grenzen überschreiten. Wir nehmen nicht wahr wann es genug ist. Magenschmerzen? Vllt was schlechtes gegessen? Oder doch der Stress auf arbeit? Fartigue? Trotzdem ,,munter“ zur Arbeit gefahren obwohl man soooo verdaaaammmtt müde ist und das Hirn eigentlich gefühlt aus Wackelpudding besteht. Konzentration kann man vergessen. Man kann nicht denken. Obwohl…doch…an abstruse Sachen. Und nein, ich kann nicht einfach an was schönes denken. Dieser schwarze Sumpf in meinem Kopf ist so groß, da dauert es einfach verdammt lange ein Fleckchen zu finden an dem vllt eine Moorblume blüht. Begleitet wird das alles mit Kopfschmerzen, weil ich immer angespannt bin. Immer im Fluchtmodus sozusagen. Das frisst viel Energie. Trotzdem schleppe ich mich jeden Tag zur Arbeit. Auch wenn ich ganz oft nicht will und auch nicht kann. ,,Es geht trotzdem immer irgendwie.“

Energiespender für andere

Ich spende Energie auf Arbeit, jeden Tag. Indem ich anderen Menschen helfe, ihnen Mut mache, auch mal in den Arsch trete etc. . Ich investiere sozusagen. Und das macht mir Spaß. Aber ich merke nicht das ich für den Rest vom Tag dann kaum bis keine Energie mehr habe. Das spürt man erst auf dem Heimweg. Da ich aber jedem gerecht werden möchte werden alle Reserven angekratzt. Denn man weiß nie.

 

Wie passt das jetzt alles mit der Sozialen Arbeit zusammen? Kann ich Euch erzählen. Ich kann dadurch nicht nur mein Helfer-Syndrom ausleben sondern auch mein erlerntes Wissen praktisch anwenden. Das ist toll, denn ich habe nicht umsonst gelernt und studiert. Da möchte man auch Ergebnisse sehen. Darüber freuen kann ich mich aber nur sehr selten. Weil ich mich nicht viel freuen kann. Das liegt eben an der Depression. Nein, das heißt nicht das ich mich nie freue. Aber die Momente sind selten. Ich freue mich zum Beispiel jeden Abend darauf meinen Mann zu sehen. Oder meine Eltern zu besuchen. Aber dann fällt mir auch schon immer weniger ein. Es ist schwer. Und es ist noch schwerer Momente zu erkennen an denen man sich erfreuen könnte.

Irgendwann wird mein Körper das nicht mehr mitmachen, da bin ich mir sicher. Und ich habe auch ein wenig Respekt davor. Aber solange ,, es noch geht“ werde ich weiter machen. Im nächsten Jahr werde ich mir, nach Ablauf meines Vetrages, eine maximal 30 Stunden Stelle suchen und schauen wie sich dies mit mir Verträgt. Aber bis dahin durchhalten.

 

Die Tante

 

Allrounder: Warum es mir nicht mehr gut tut ,,alles“ zu ,,können“

An manchem Tagen da wünscht man sich mehrere Arme, damit man die Arbeit fertig bekommt. Praktisch, hm? Vielleicht noch ein zusätzlicher Kopf, dann geht das denken 2 Mal so schnell. Herrlich! Habe ich bis jetzt immer gedacht. Mir oft mehr Arme gewünscht um noch mehr fertig zu kriegen. Einen Zweiten Kopf um mir noch mehr merken zu können.

Ich bin so müde. Und fertig. Und ich will das nicht mehr. Will nicht noch mehr Arbeit erledigen und mir alles merken können. Will nicht hin und hergeschoben werden nur weil ich ,, so vielseitig“ bin. Will mir nicht über alles mögliche Gedanken machen müssen.

Call me Post It

Ich fühle mich im Moment wie ein laufendes Notizbuch, das sich alles merken muss, damit alles so glatt wie möglich läuft und gute Ergebnisse auf Arbeit abgeliefert werden können. Versteht mich nicht falsch, wir leisten gute Arbeit mit Ergebnissen, die sich sehen lassen können. Und trotzdem ist es nie genug, oder es wird so lange gesucht bis man etwas findet was in unserer Arbeit ,,optimiert“ werden kann. Immer Besser, immer mehr. Es wird viel von meinen Kollegen und mir gefordert, was wir gar nicht erfüllen können, aber es tun sollen. Das ist sehr anstrengend.

2 Welten prallen immer wieder aufeinander

Wer den Blog liest weiß das ich eine Soz.Päd. bin welche schon mit vielen Menschen gearbeitet hat. Von 0 bis 99 Jahren war alles dabei. Heute arbeite ich mit erwachsenen Menschen. Macht Spaß, ist eine tolle Arbeit. Die Kommunikation, das Erforschen des Backrounds, die Problemlösung und der Beziehungsaufbau zu meinen Kunden ist spannend, abwechslungsreich und erfüllend. Hier kann ich pädagogisch aufgehen. Meistens jedenfalls. Leider sind viele der pädagogischen Ansichten und Methoden nicht jedermanns Sache. Ich möchte hier nicht bin tiefer gehen, aber so viel:  Erfahrungen und Meinungen sind individuell und man kann diese nicht über andere Menschen stülpen. Genau so kann man nur sehr schlecht damit arbeiten. In der Pädagogik gilt es jeden Menschen als Individuum zu sehen welches man nicht nach Schema F behandelt.

Ich weiß, diejenigen die zwischen den Zeilen lesen können wissen was ich meine.

Ja/Nein/Vielleicht?

In einer Umgebung zu leben, und ja man lebt auf Arbeit da man zwischen 8 und 10 Stunden pro Werktag dort verbringt, die ambivalent ist macht auf Dauer keinen Spaß. Je nach dem welcher Typ man ist geht es schnell mit dem Anpassen oder auch nicht. Ich habe mich lange genug angepasst und habe jetzt keine Kraft mehr. Ich möchte nicht geplante Aufgaben/Vorhaben über Bord werfen weil sich der Wind gedreht hat. Ich möchte an meiner pädagogische Arbeit keinen Abstriche machen nur um Ergebnisse liefern zu können. Ich möchte meine Arbeit gut machen und dafür wertgeschätzt werden und nicht noch gesagt bekommen was noch optimiert  werden kann/sollte. Es ist unglaublich anstrengend wenn man nicht weiß ob man jetzt ,,richtig“ oder ,,falsch“ arbeitet und ob das was heute gut war morgen nicht schon total doof ist.

Fräulein Rücksicht…NICHT!

Beratend zur Seite stehen: ja! Hier und da aushelfen: ja! Für andere Mitdenken und dabei auch noch freundlich und höflich bleiben: NEIN!! NEIN NEIN NEIN NEIN KEINE LUST MEHR!!! Tante Vanja ist der letzte Mensch der Hilfe verweigert, jeder kann gerne zu mir kommen. Gemeinsam kann man viele Probleme besser lösen als allein. Aber ich bin kein Roboter. Ich kann und will auch nicht mehr für andere mitdenken. Das ist nicht meine Aufgabe. Und trotzdem passiert es, trotz Erinnerung, vorleben oder auch ignorieren(was es nur noch schlimmer macht!) das ich einfach übersehen werde. Bestimmt nicht mit Absicht, trotzdem unschön. Schon simple Dinge wie der vergessen  des regelmäßiges Notieren des Arbeitsalltags kann dann zu einen Zeitfresser werden. Oder Aggressor, je nach dem was als Rattenschwanz noch drang hängt.

Ich werde nicht mehr für andere mitdenken. Wer nach einer deutlichen Ansage immer noch nicht kapiert hat das EIGENVERANTWORTUNG zum Berufsbild gehört, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Und helfen werde ich nicht mehr.

 

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Im Moment geht es mir so wie der Puppe im Bild. Durch das Arbeiten an vielen Fronten lagert sich immer mehr das Gefühl der Belastung ab. Und es verschwindet nicht mehr. 2 Tage Wochenende sind zu kurz um sich zu erholen.

Darum mein Beschluss, an dem ich heftig arbeiten muss: Ich will kein Allrounder mehr sein. Ich will nicht mehr überall einsetzbar sein. Dadurch biete ich zu viel Angriffsfläche und halse mir nur noch mehr Arbeit auf. Ich bin nicht mehr gewillt meine Gesundheit für einen Arbeitsplatz zu opfern.

Tante Vanja ist müde.

 

Gruselfinger zum knabbern: Tante Vanjas Hexenküche brodelt wieder!

Wer Vanja als Tante hat weiß wie gruftig sie ist. Und natürlich muss in Richtung 31.10.2018 auch die Küche ordentlich schlottern. Deshalb bekommt Ihr heute ein einfaches aber schaurig gutes Rezept für Gruselfinger. Aber keine Angst! Weder den Hexen noch den Zombies ist etwas passiert!

Wer gerne ein paar Finger snacken möchte braucht folgende Zutaten:

Für ca. 20 Stück!

  • 110 g weiche (nicht geschmolzene!) Butter
  • 65 g Puderzucker
  • 1/2 Vanilleschote
  • 175 g Mehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 Ei
  • ungeschälte Mandeln ( wahlweise backfeste Schokotropfen)
  • Lebensmittelfarbe oder Marmelade/Schokolade

 

Die weiche Butter mit dem Puderzucker, der Vanilleschote, dem Salz und dem Ei verrühren. Dann das Salz und das Mehl langsam dazu geben. Der Teig ist halb fest, sprich er wird kaum noch kleben aber trotzdem geschmeidig sein.  Packt den Teig für 1 Stunde in den Kühlschrank und lasst ihn dort ruhen.

So, die Stunde ist rum? Cool, dann lasst mal ein paar Finger abha…. ich meine formen 😉 Heizt aber erst mal den Ofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vor.

Nehmt den Teig auf dem Kühlschrank und zwackt immer einen TL voll Teig ab. Diesen rollt Ihr dann zu fingerdicken Würstchen.

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Dann drückt mit zwei Fingern kleine Wülste in Eure ,,Finger“. An den Seiten etwas nachdrücken damit sie in form bleiben. Mit einem Messerchen die Gelenke anritzen. Dann sucht Ihr Euch ein Ende der Finger aus und drückt eine Mandel hinein. Und schon können unsere Finger für 20 Minuten in den Ofen.

 

Wenn die Finger ausgekühlt sind geht es ans Verzieren. Nehm die Mandel vom Finger, drückt eine ordentliche Portion Lebensmittelfarbe(rot) drauf und platziert die Mandel wieder an ihrem Platz. Das geht auch mit Marmelade wenn Ihr keine Lebensmittelfarbe mögt. Wollt Ihr lieber Zombiefinger? Dann nehmt lila Lebensmittelfarbe oder Schokolade zum befestigen der Mandeln. Wer mag kann noch ein wenig herumklecksen, damit die Finger auch den abgehackten Look bekommen.

 

FERTIG. Einfach, schnell und lecker. Und bestimmt für den ein oder anderen Grusel gut. Viel Spaß beim nachhacken ääähhh backen!

Eure Tante Vanja

PS: Draculas Zähne können auch bei Euch auf dem Teller landen. Wie? Verrate ich im nächsten Blog 😉

 

Die Sache mit der Auszeit in der KiTa unter die Lupe genommen: braucht man das oder gibt es Alternativen ( Spoiler: ja die gibt es!)

Gestern habe ich mit einer lieben Freundin und Mutti meiner liebsten Nichten gechattet. Eigentlich ging es um meine Gesundheit, aber ich wollte lieber wissen wie es meiner ,,Großen“ geht. Leider nicht so gut wie es sein sollte.

Im Gespräch wurde auch das Thema ,, Auszeit“ bzw. Kind aus dem Spiel herausnehmen und sitzen lassen erwähnt. Dieser Vorgang ist in vielen KiTas üblich. Aber warum wird dies überhaupt gemacht, und noch besser: muss man ein Kind aus dem Spiel herausnehmen? Ein kleiner Blick hinter die Kulissen!

Wer den Blog schon ein bisschen kennt weiß, das ich schon in einigen Einrichtungen gearbeitet habe. Von High Class mit traumhaften Betreuungsschlüssel (8 Kinder auf 4 Erwachsene) bis hin zur Brennpunkt KiTa mit Kinder die wirklich Probleme hatten. Alle hatten eins gemeinsam: eine Auszeit. Ja, Auszeit. Aber nicht so wie es uns die Super Nanny im TV zeigt, nein nein. Eine Auszeit mit intensiver Betreuung durch einen Erwachsenen.

Aus meiner Arbeitswelt:

Diese Auszeit kann je nach Situation anders aussehen. Ich will nichts schön reden: auch ich habe Auszeiten verteilt, und die meisten waren tatsächlich zum Schutz und Selbstschutz der Kids. Es gab Kinder die sogar im Alter von 5 gepukt werden mussten, damit sie sich nicht selbst verletzten oder mir die Zähne ausschlagen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie sich selbst nicht mehr gespürt und konnten ihre Umwelt nicht mehr richtig einschätzen und wahrnehmen. Ich habe es ,, Brezel“ genannt, da diese Kinder auf dem Boden gesetzt werden mussten und so gehalten werden mussten damit sie sich nicht schlagen, andere schlagen oder mich schlagen.  Dies war der letzte Ausweg um sie zu beruhigen. Es ist generell der letzte Ausweg, denn man hat vorher genug Möglichkeiten solche Ausbrüche abzuwenden.

 

Warum werden diese Auszeiten in KiTas angewendet? Die Grundidee ist es dem Kind, dem Alter angemessen, Zeit zu geben über sein Handeln nachzudenken.  Typisches Beispiel: im Sandkasten wird gespielt und ein Kind hat dem anderen die Schaufel über den Kopf. Einfach so. Das kann passieren. Was tun? Auszeit? Schaufel wegnehmen?Oder Kinder spielen sehr wild, nutzen Naturmaterial als ,, Waffen“ um ein Rollenspiel zu komplettieren. Da gehen bei vielen Fachkräften (und Eltern) sofort die Alarmglocken an. Was tun?

Nun, egal in welchem Fall, nicht sofort in die Auszeit schicken! Reden ist hier Trumpf, egal wie alt die Kinder sind. Nehmt das Kind oder die Kinder zur Seite und erklärt. Schaufeln sind fürs Sand schaufeln und nicht zum hauen. Wenn man mit Stöcken spielt muss man sehr aufpassen, denn man kann sich und seinen Spielpartner verletzten.Fragt die Kinder nach ob sie dies verstanden haben. Wenn sie es können sollen sie es noch einmal in eigenen Worten erklären. Kommuniziert auch, das wenn sie ihr Verhalten weiterhin so ausleben eine Konsequenz folgen kann. Kann, nicht muss! Und dann lasst sie wieder spielen.

Meist reicht dies schon. Aber natürlich gibt es auch Kinder die mehr Zeit brauchen um das Gesagte zu verinnerlichen. Nehmen wir noch einmal das Beispiel mit dem Rollenspiel. Die Kinder spielen nach kurzer Zeit wieder sehr wild und es gibt ein kleines Aua. Jetzt nicht gleich aufbrausen und losschimpfen. Die Kinder wieder heran holen. Lasst sie erklären was passiert ist. Fragt warum der Unfall passiert ist.  Bleibt sachlich und ruhig. Die Kinder sollen sich nicht gestraft fühlen weil sie gespielt haben. Erklärt noch einmal : ,, Vorhin haben wir darüber gesprochen das es gefährlich ist so wild mit Stöcken zu spielen. Man kann sich verletzen. Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten: Ihr spielt jetzt ohne die Stöcke weiter, denn ihr könnt Euer Spiel bestimmt auch ohne Stöcke weiterspielen. Oder ihr sucht Euch eine andere Beschäftigung. Was möchtet Ihr gerne tun?“

Ihr seht, keine Strafe, ein konstruktiver Vorschlag und vor allem: zurück ins Spiel! Leider funktioniert dies auch nicht immer. Sei es weil einfach zu viele Kinder und zu wenig Personal anwesend ist ( meiner Meinung und Erfahrung nach geht es schon, man kann ein Kind inmitten einer Gruppe achtsam und ruhig in einer Auszeit begleiten) oder einem einfach, was total menschlich ist, die Hutschnur platzt. Oder es ist einfach der Kredo der Einrichtung. Alle machen es. Wenn Ihr die Auszeit nutzen möchtet, dann solltet Ihr folgendes beachten:

  • Überlegt erst einmal ob das Kind wirklich eine Auszeit braucht: oft kann man Situationen schon mit ein paar Worten regeln
  • Denkt immer an das Alter der Kinder!
  • Bietet Alternativen um das Kind oder die Kinder aus der ,,unangenehmen“ Situation wieder eine schöne Spielsituation zu machen
  • Helfen Worte nicht könnt Ihr das Kind in die Auszeit bringen, niemals alleine wegschicken
  • Setzt Euch mit dem Kind hin und erklärt warum es eine Auszeit hat. ,, Ich möchte gerne das Du darüber nachdenkst was Du gerade gemacht hast. Ich komme gleich wieder und dann reden wir noch einmal darüber.“ ( Dem Alter angepasst, es versteht sich von selbst das man mit 2 Jährigen anders redet als mit 5 Jährigen!)
  • Wichtig ist niemals länger als 2 Minuten weg bleiben. Das Kind soll nachdenken und sich nicht bestraft fühlen. Das wird zwar nicht ausbleiben, aber es ist ein Unterschied ob man 1-2 Minuten wartet oder 10!
  • Kommt ruhig zurück, signalisiert dem Kind das ihr ihm zuhört. Fragt das Kind warum es eine Auszeit bekommen hat. Oftmals haben Kinder ihre Situation reflektiert und können uns Erwachsenen erklären was passiert ist.
  • Falls es keine Antwort findet helft ihm! Geht die Situation durch welche zur Auszeit geführt hat. Bsp: ,, Wir hatten darüber gesprochen das es gefährlich ist mit Stöcken zu spielen. Du und XY habt trotzdem wild gespielt und  XY mit den Stock getroffen. XY wollte nicht mehr weiter spielen aber Du hast weiter gemacht obwohl er es nicht wollte. Was denkst Du? Soll man weiter spielen wenn der andere nicht mehr möchte oder nicht?“
  • Einigt Euch wie Ihr weiter verfahren wollt. Hier bietet sich wieder die Entweder/Oder Methode an
  • Holt das Kind aus der Auszeit heraus (durch eine freundliche Umarmung, liebe Worte oder ein anderes Ritual!) und lasst es wieder spielen.

Ihr seht, oft braucht man keine Auszeit sondern nur eine gute Kommunikation. Das dies schwierig im Alltag umzusetzen ist: Ja! Ich weiß. Alles schon durch. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wenn wir Achtsamer mit uns sind, hinterfragten warum wir so negativ reagieren und uns bewusst machen das es andere Wege gibt dann sind wir in der Lage das Ruder herum zu reißen.

Redet! Wertschätzend und liebevoll. Redet so wie Ihr auch gerne angesprochen werden wollt.

Tante Vanja sagt: Schickt die Super Nanny in die Auszeit, wir brauchen keine!

 

 

 

 

 

And all went vertigooooooo:Vom Krankenhaus, Nadeln und unverschämten Medikamenten

Am 01.10.2018 bin ich das erste Mal über Nacht in einem Krankenhaus geblieben. Nachmittags bin ich noch auf der Arbeit rumgetobt und plötzlich fing es an: es drehte sich alles nach rechts. So schnell, so gewaltig, das ich mich hinlegen musste. Erst dachte ich : ,, Na ja, bist net so fit, vllt Lagerschwindel?“ Aber es wurde nicht besser.

Ich rief meinen Mann an, er solle mich holen da ich nicht fahren kann. In der Zeit wurde es immer schlimmer. Mein Blutdruck war so hoch, ein normales Gerät konnte ihn nicht mehr Messen. Also kam die Lalü Lala. Es war schnell entschieden das es in die Notaufnahme ging. 2 starke Kerle haben mich die Treppe herunter ,,begleitet“, da die Trage nicht die Treppe hoch kam. Horror.

Long Story short: Notaufnahme, sehr nette Pfleger/Innen, sehr nette Ärztin, erster Zugang in meinem Leben, Panik und Schwindel. Vomex und Nährlösung sollen das richten.

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Die arme Ärztin, ich bin froh das die Nadel schnell drinne war. Da mein Mann meine Hand gehalten hatte konnte ich nicht zuschlagen.

Nach ca. 2 Stunden kam ich dann auf Station. Der Familientradition folgend hatte ich natürlich das Omi Zimmer. Was sich als nicht schlecht herausstellte (das wird aber ein anderer Blog Eintrag zum Thema Hospiz). Eine flotte, ältere Schwester kam und fragte ob ich gerne Abendessen haben möchte ( es war 20 Uhr). Oh ja, noch nie klang das Wort Abendessen so gut. Also im Liegen Käsebrot gefuttert. Während dessen kam die ( auch super nette…..ich hatte nur nette Schwestern….Daumen hoch!) Nachtschwester und fragte ob alles okay war (und hat meine Infusion aufgedreht damit ich schneller davon weg komme XD). Die Nacht war durchwachsen, meine Angststörung und die Omis hielten mich wach. Dann am frühen Morgen etwas Ruhe.

Gegen 10:00 Uhr ging es dann zum EKG. Also… ich wurde gefahren. Und wartete dann ne Weile, weil einige Omis vor mir waren. Nach einem Ruck Zuck EKG wurde ich wieder raus geschoben und sollte auf dem Abholdienst warten. In der Zwischenzeit warteten Opis vor der Tür. Hach ja.

Wieder im Bett. Meine eine Nachbarin erzählte total fertig das sie ins Hospiz kommt. Wir haben uns dann bis zum Mittagessen unterhalten. Gerade hatte ich die erste Kartoffel gegessen kam der Arzt zu Visite. Ich käme heute noch zum HNO und wenn der was findest darf ich gehen ( weil dann ambulant weiter gemacht wird….hrrmm…).

 

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Krankenhauskopfhörer fetzen…niiicht… aber ich wollte TV schauen…. XD

Also aufgefuttert( gutes Essen!) und mit Nachbarin unterhalten. Sie wurde dann auch geholt. Die Dummies haben einiges vergessen, also stand fest das ich ihr die Sachen nach bringe. Dann ging es endlich zum HNO. 10000 Test mit dem Ergebnis: Neurotitis Vestibularis rechts. Mein Gleichgewichtsorgan hatte sich entzündet. Ich könne also ambulant weiter behandelt werden. Gerade kam ich auf Station traf ich den Arzt, gab ihm meine Akte. Er las, ich fragte: ,, Darf ich heute gehen?“ ,, Ja!“ ,, JUHUUUUU!“ Arzt: ,,Hahahahahah“ Und am Abend holte mich mein Mann dann ab. Habe meiner Nachbarin natürlich vorher alles vorbei gebracht, denn das Hospiz war direkt am KHS angeschlossen.

Oh es hat sich selten so gut angefühlt im eigenen Bett zu schlafen.

Leider geht es mir immer noch nicht gut. Der HNO wollte mit Infusionen anfangen, ich fragte nach Alternativen, was ihm anscheinend nicht passte. Erst bekam ich ein pflanzliches Mittel , was nicht half. Ich hatte das Gefühl das es so sein sollte. Gestern war ich wieder dort, neue Tests, Hörsinn ist schlechter geworden. Doch mit der Therapie beginnen. Infusionen gehen nicht, da ich nicht 10 Tage am Stück hingefahren werden kann ( ich darf noch nicht fahren). Tabletten. Der Preis verschlug mir die Sprache:

10 Infusionen: Kortison und Pentoxifylinn je 32,80 je Infusion

10 Mal NaCl: je 25 Euro pro 500ml Beutel

570,80 € sollte ich blechen, denn das ist eine IGEL Leistung. Da es keine wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, dass die Stennert Therapie (so heißt es) auch wirklich hilft. Zwar soll das Innenohr besser durchblutet werden, es kann aber gut sein das ich meinen Körper umsonst vollpumpe. Yeah….wie gesagt… eine Alternative gab er mir nicht. Erklärte auch nicht wie alles vor sich geht. Ich war auch wirklich überfordert mit der Situation, denn ich wurde von einem Zimmer ins andere geschoben.

Nachdem entschieden war das ich es mit Tablette versuchen kann ( 75 € für alles, das war schon eher finanzierbar), fragte ich ob sich die Medikamente mit meinem Antidepressivum vertrugen. Die Arzthelferin meinte ,, Sie haben doch nur die Pille drauf geschrieben.“ Ich: ,, Ne, da steht n Komma, ich nehm XYZ XX mg!“ ,,Dann muss ich den Arzt nochmal fragen.“ Kommt wieder ,, Ja das geht, es kann halt sein das die Wirkung Stärker oder Schwächer wird. Sie sind bis zum Ende der Therapie krank geschrieben, dann sind sie wenigstens zuhause.“

close-up-1853400_960_720So, jetzt sitz ich nach einem Chat mit meiner Krankenkasse hier und ärger mich. Und frage mich warum ich mich habe abkassieren lassen. Klar, ich will nicht das es schlechter wird mit dem Hören…. aber der HNO hat mir keine Alternativen geboten. Von der  Krankenkassen hieß es nur, dass ich mich gerne beim Gesundheitsservice melden kann oder einen anderen HNO fragen soll. Das werde ich wohl auch tun.

Und jetzt wieder ab auf´s Sofa, alles noch sehr anstrengend. Demnächst werde ich über die Omi und das Hospiz schreiben. Seid gespannt!

Tante Vanja sagt: ,, Hello, hello (hola),I’m at a place called Vertigo!“( by U 2)

 

 

Der WTF des Tages: Grundschule?!???

Also heute muss ich Euch ja mal was erzählen, dass für mich definitiv in die Kategorie ,,WTF?“ fällt. Es ist für mich jetzt so nach 6 Stunden drüber nachdenken immer noch nicht verständlich. Wovon ich spreche? Von dem Verhalten einer Grundschule. Bzw. des Lehrers/der Lehrerin einer 1 Klasse.

Hier die Situation:

Ich laufe durch unsere Flure und sehe eine Dame mit Kind. Ungewöhnlich, denn es ist ein KiTa/Schultag und soweit ich weiß gibt es bis zum Ende des Jahres keine Sonderschließtage an den KiTas/Grundschulen in der Umgebung. Ich sage als: ,, Huch? Heute mit Verstärkung?“  Sie daraufhin: ,, Ja, ich musste XY abholen und bin deshalb etwas später.“ Nicht nur das ich nicht einschätzen konnte wie alt XY war…einen kranken oder verletzten Eindruck machte das Kind auch nicht. Also hab ich mal so weiter gebohrt.

,, Wie alt ist XY denn?“

,, 7 Jahre alt!“

,, Aha, also geht XY schon in die Schule?“

,, Ja!“

,, Heute ist doch ein Schultag, oder?“

Und jetzt kommt er, der Satz der mich so lange beschäftigt:

,, Ja, aber XY hatte heute keine Lust, hat so viel geweint das die Schule angerufen hat. Ich musste XY abholen“

WTF? Die Schule hat angerufen weil das Kind keine Lust auf Unterricht hatte und deshalb weinen musste? Echt jetzt? Der Lehrer/Die Lehrerin war nicht in der Lage mit dem Kind eine Lösung zu finden? Und was ist das für eine Aussage ,, XY hat keine Lust gehabt.“ Hatten wir immer Lust auf Schule? Ganz sicher nicht!

Dieser Trend immer nachgiebiger zu werden und zu vieles durchgehen zu lassen besorgt mich. Klar haben Lehrer heute viel mehr Möglichkeiten und Hilfsmittel um einen Unterricht kindgerecht zu gestalten. Auch die Pädagogik hat sich stark verändert und lässt (meiner Meinung nach zu viel) Spielraum wenn es um die Erziehung von Schulkindern geht. Es muss möglich sein eine Lösung zu finden ohne gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Das mag auf Krippen- und KiTakinder zutreffen, aber für Schulkinder nicht. Hier wurde es sich zu einfach gemacht!

Es kann nicht sein das ein Kind nach Hause geschickt wird weil es weint. Was lernt  XY denn daraus? ,, Klasse, so kann ich das ja immer machen!“  Ja, der Satz ist alt und abgedroschen, aber für mich gilt er noch: ,, Mit der Schule fängt der Ernst des Lebens an!“. Das ist Fakt, das kann mir keiner schön reden.

So genug aufgeregt für Heute, mein Gesicht brennt schon vom vielen Facepalmen.

 

Eure Tante Vanja

 

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