Kompetenz und Meinungen, kann man das essen?: Pädagogin sein macht oft so garkeinen Spaß (mehr).

Lange war es ruhig auf dem Blog der Tante. Und das mit gutem Grund. Ich habe eine Pause gebraucht. Eine Pause vom Schreiben und vor allem eine Pause von den Menschen online. Das klingt hart, ja ich weiß, aber es musste sein. Das heißt nicht, das ich mich nicht weiterhin darüber freuen werde wenn Ihr meine Beiträge lest.  Trotzdem spüre ich, dass im Moment so einiges gewaltig schief läuft und ich mich dem nicht aussetzen möchte. Einfach weil ich keine Kraft mehr habe und es ehrlich gesagt satt habe meine Meinungen, Ideen und Ansätze verteidigen zu MÜSSEN.

Pädagogisch auf Social Media unterwegs…

Es fängt schon damit an wenn ich (morgens) Beiträge lese.  Beiträge sind bekanntlich objektiv deshalb klicke ich meist erst einmal darauf und fange an zu lesen. Je nach Beitrag juckt es mich entweder meine Meinung/Ansicht kund zu geben oder (in viel mehr Fällen als gedacht) meine Hände in bester Facepalm Manier in mein Gesicht zu schlagen. Soweit auch okay. Kommt man aber zu dem Punkt ,, Dazu möchte ich gerne etwas schreiben!“ geht es los. Man schaut sich automatisch die Kommentare der anderen Mitleser an. Und hat dann schon keine Lust mehr zu schreiben. Anstatt konstruktiv miteinander umzugehen wird sofort drauflosgehackt was das Zeug hält. ,, Jeder hat seine eigene Meinung, aber …….!“ schwebt mir jedes Mal durch den Kopf. Besonders diejenigen die sich für ,,tolerant“ ,,offen“ und ,,kritikfähig“ geben sind es am Ende NICHT.

Kommt es dann doch mal zu eine Kommentar gibt es meist 3 Möglichkeiten wie es weiter geht: a) man ist derselben Meinung und alles ist gut( sehr selten) b) ,, Was bist Du denn für eine Pädagogin, wenn Du X Y Z vertrittst/nicht vertrittst etc. ?Sehr enttäuschend!!! ( häufig) oder c) (und das ist der Klassiker) ,, Du hast ja keine eigenen Kinder und kannst da gaaaarrrrnicht mitreden!“ Und dann denke ich mir: WTF?! Ja, ich feuere dann auch zurück, wird es unfreundlich/beleidigend. Da bin ich nur Mensch. Aber muss das immer sein? Nein!

Kompetenzen? Kann man das essen? Ich hab meinen Beruf gelernt!

Eltern sind (fast) immer die Experten wenn es um ihre Kinder geht. Angehörige wissen fast immer was das Beste für ihre Lieben sind. Erwachsene Menschen sind in der Regel  mündige Persönlickeiten . Das selbte trifft aber auf uns Pädagogen ebenfalls zu. Und ich habe das Gefühl, das uns Pädagogen immer mehr die Kompetenzen abgesprochen werden. Im Zeitalter von Ratgebern und dem Internet wird es zunehmend schwieriger mit dem zu Arbeiten was wir gelernt haben.  Die Pädagogik ist auch immer im wandel, aber Basics gibt es immer wie z.B. Erziehungsmodelle, Kommunikationsmethodik oder Beziehungsaufbau. Wer einen pädagogischen Beruf lernt, der bekommt eine gute und fundierte Ausbildung. Schaut Euch bitte die Ausbildungspläne der Fachschulen an und die Bildungspläne Eurer Bundesländer . Das ist nur ein Bruchteil von dem an was wir Pädagogen uns orientieren müssen. Wir müssen Up to Date sein, sowohl pädagogisch, psychologisch als auch rechtlich. Regelmäßige Weiterbildungen sind Pflicht.

Theorie vs. Praxis

Etwas das mich schon sehr lange stört, ich es aber trotzdem loswerde, auch wenn ich Gefahr lauf wieder zerhackt zu werden.  Erwartungen und Realität passen manchmal nicht zusammen. Das ist nun mal so.  Das ist genau so wie wenn ihr Nahrungsmittel kauft: nur weil etwas auf der Packung steht heißt es nicht, dass auch das Gleiche drinn ist! Jeder Mensch hat Ansprüche, ganz normal. Aber fragt Euch doch bitte das nächste Mal wenn etwas pädagogisch nicht läuft: liegt es wirklich NUR an den Pädagogen oder vielleicht auch zum Teil an mir? Es ist immer einfacher das Negative auf die andere Seite zu schieben.  Wir Pädagogen sind genau so unglücklich wenn etwas nicht so läuft wie es sollte. Die Umstände lassen manchmal nur ,, Dienst nach Vorschrift“ zu. Und man kann niemanden individuell fördern, wenn es nicht genug Personal gibt welches sich um die anderen Individuen kümmert. Egal ob KiTa, Hort , Erwachsenenbildung oder Pflegeheim.

Gravierende Fehler wie mangelhafte Pflege, Vernachlässigung oder körperlich werden dürfen nicht sein. Zu keiner Zeit. Trotzdem möchte ich auch hier meinen Kollegen noch einmal zur Seite stehen: diese Reaktionen spiegeln das Arbeitsklima wieder, das von oben nach unten vorgeschrieben wird. Bestes Beispiel ist hier immer wieder die Unterbesetzung. Oder die fehlende Mitgestaltung und das fehlende Mitspracherecht von Mitarbeiten um etwas zu ändern. Jeder Mensch hat seine Grenzen und irgendwann sind diese erreicht. Noch einmal: Zu keiner Zeit darf man seinem Schutzbefohlenem Schaden, NIE! Aber denkt vielleicht auch mal darüber nach warum es zu solchen Handlungen/Fehlern/Mängeln kam und kommt.

Ich mag Steine manchmal mehr als Menschen

Das ich nicht immer die reflektierteste Frau unter der Sonne bin will ich garnicht leugnen. Und auch ich habe meine pädagogischen Vorlieben/Abneigungen, und arbeite nach bestem Wissen und Gewissen. Aber es macht einfach so keinen Spaß mehr pädagogisch zu arbeiten. Manchmal ist es so, als ob die Ausbildung , das Studium und die Arbeitserfahrung Don Quijote ist und gegen Windmühlen aka. durch Überinformation verunsicherte Angehörige kämpft. Die wunderbare Halbanonymität des Internet macht es auch nicht leichter. Aber ich will nicht kämpfen. Ich will arbeiten.

Wir sind Gegenseitig auf uns angewiesen. Das eine oder beide Seiten blockieren kann passiert. Jedoch sollte man sich die Zeit nehmen um herauszufinden warum das passiert. Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und negativ denken. Auch sein eigenes Verhalten reflektieren. Und manchmal auch die Umstände anerkennen das es eben nicht so geht wie es gehen ,,sollte“.

So, ich haben fertig. Nehme mich da keinesfalls raus, bin auch unreflektiert und stimmungsabhängig gelaunt. Trotzdem gefällt mir die aktuelle Lage einfach überhaupt nicht. Es macht im Moment keinen Spaß Pädagogin zu sein. Ich geh jetzt in meine Kuschelecke und spiel mit meinem Boubou!

 

Eure Tante Vanja

 

 

 

 

 

 

 

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