Weniger ist mehr: Spielzeug achtsamer anbieten

Hallo Ihr Lieben, schön Euch im Jahr 2019 begrüßen zu dürfen. Und gerade weil sich ja viele Vorsätze gemacht haben, dachte ich bei mir einfach mal kleine Anstöße zu geben um eventuelle Vorsätze unterstützen zu können. Ich persönlich habe keine, da ich sie eh nicht einhalte und so nicht enttäuscht werden kann! 😀

Über Weihnachten gab es für die Großen und Kleinen bestimmt eine Flutwelle an gewünschten und (un)erwünschten Spielsachen, Bücher oder Hobbymaterial. Gerade Kinder freuen sich sehr auf diese Zeit, klar, das Spielzeug von letztem Weihnachten ist ja auch schon ( wenn es diesen Zeitraum überleben sollte 😉 ) ein Jahr alt. das Geschenkpapier ist schnell abgerissen und Verpackungen vernichtet. Strahlende Augen, Freude und sofortiges bespielen folgt. Fühlt sich toll an, nicht wahr? Ich liebe es immer noch zu schenken, gerade deswegen. Aber irgendwie hat sich meine Sicht auf schenken geändert.  Mag sein das es zum Erwachsen werden dazu gehört oder ich selbst immer weniger benötige. Doch jedes Mal wenn ich an Spielzeugläden vorbei laufe frage ich mich: brauch ein Kind das alles?

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Zu viel Spielzeug erzeugt Langeweile und kann überfordern. Hä? Wie denn das? Eigentlich müsste es doch so sein: viel Spielzeug= viel spielen! Nein, so funktioniert das nicht. Ein Überangebot (kann) überfordert und macht es schwer sich zu entscheiden. Falls Ihr das immer noch nicht nachvollziehen könnt: Ihr steht z.B. vor Eurem Bücherregal und habt viele tolle Bücher die Ihr lesen wollt. Alle spannend. So viele. Welches aussuchen? Nach dicke? Tolles Cover? Vielleicht erst einmal den Buchrücken konsultieren?

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Man kann Menschen mit zu viel Spielzeug praktisch begraben. Und die Fantasie und Vorstellungskraft wird auch nicht gerade bombig gefördert. Das meiste Spielzeug heute ist vorgegeben je älter ein Kind ist. Wenn man sich Spielzeug von Kleinkindern anschaut ( die heute auch schon stark geformt oder reizüberfluten sind wie z.B. elektrische Spielstationen mit Lichtern und Geräuschen/Musik) bemerkt man schnell das die Hersteller sich oft an Basics halten: Bälle, Würfel, Rechtecke, Dreiecke, verschieden große Gefäße, Rasseln. Allein schon die Formen regen natürlich dazu an sich mit einem so geformten Gegenstand zu beschäftigen. Hat dieser auch noch eine angenehme Farbe kann sich ein Kleinkind sehr lange mit z.B. nur 2-3 Holzklötzen beschäftigen. Mit steigendem Alter verändert sich das Spielzeug. Es wird detailliert, sinnbezogen. Man kann es sammeln und aufbauen ( siehe die beliebten bunten zusammensteckbaren Blöcke mit mannigfaltigem Upgrades). An und für sich super, man kann sich seine eigene Welt zusammenstellen und bespielen. Doch das Überangebot an Sets macht es schwerer seine Fantasie spielen zu lassen. Warum denn auch einen Pferdestall selbst zusammenstecken wenn er schon fertig kommt? Bäume? Kann man mit braunen und grünen Blöcken bauen, aber die fertigen sehen doch so viel schöner aus und sind praktischer.

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Was ich damit sagen möchte: Spielzeug ist toll und kann ein Kind wirklich beflügeln. Aber in Maßen und nicht in Massen. Was kann man nun tun um Spielzeug attraktiv zu halten und nicht noch mehr dazu zu kaufen? Man muss kein Spielzeug wegwerfen, nein, es geht viel einfacher und man Eltern werden sich dabei nicht in Unkosten stürzen.

  1. Sortieren und verstauen

Klingt simpel, ist es auch. Am Besten gemeinsam mit dem Kind entscheiden mit welchen Spielzeugen es diese Woche spielen möchte. Den Rest in eine schöne Kiste packen und zusammen verstauen. Nach einer Woche wird wieder gemeinsam entschieden was bleibt und was ,,Pause“ macht.  Je nach Alter des Kindes kann man diese Aktion begründen mit ,, Das Spielzeug möchte Urlaub machen, muss sich ausruhen.“ oder ,, Du hast in der letzten Zeit mit X,Y,Z nicht gespielt, wir können es aufräumen damit Du mit Deinen anderen Spielzeugen  mehr Platz hast. Wenn Du nächste Woche gerne mit anderem Spielzeug spielen möchtest können wir tauschen.“

2. Spielzeugfreier Tag

Dieser Tag ist frei von vorproduzierten Spielzeugen und Materialien. Spielzeugfreie Tage gab es in vielen KiTas in denen ich gearbeitet habe. Gegen Ende des Kindergartentages räumen die Erzieher mit den Kindern alle Spielzeuge auf, verabschieden sich. Am nächsten Tag werden Naturmaterialien gestellt. Blätter, Holz, Stöcke, Steine, Tannenzapfen, Blumen, Nüsse, Krüge, Wasser, Kleber, Papier etc.  Damit kann man angeleitete und freie Spielzeit kreativ gestalten. Genau das gleich geht auch im Kleinen zuhause. Die Spielzeuge in eine schöne Schachtel packen, verabschieden, und am nächsten Tag einen schönen Korb mit Naturmaterialien bereitstellen.

3. Tauschen

Warum nicht mal Spielzeug für einen gewissen Zeitraum tauschen? Mit Eltern und Kind zusammen vereinbaren was und wie lange etwas getauscht wird. Es gibt Tauschbörsen online in welchen sich Eltern aufhalten die gerne Spielzeug tauschen oder sogar verschenken.

4. Alltagsgegenstände

Das Kind ist gerade in der Rollenspielphase? Super! Jeder Haushalt hat genau das Material was ein Kind (meistens) braucht um loszuspielen. In der Küche gibt es Töpfe, alte Klamotten von Mama und Papa dienen zum verkleiden, aus Kissen lassen sich tolle Burgen bauen. Man muss nicht unbedingt eine Kinderküche kaufen um ein Rollenspiel anzuregen. Meistens ist es für Kinder viel interessanter wenn sie Dinge verwenden dürfen welche von Erwachsenen genutzt werden. Natürlich alles im Rahmen und Eurem Sicherheitsgefühl! 😉

 

So, das war es heute von mir. Es benötigt nicht viel um Spielen attraktiv zu halten. Man kann schon mit Alltagesgegenständen eine tolle Zeit gestalten. Versucht es doch mal 😉 Wer von Euch hat noch andere tolle Ideen um Spielzeug achtsamer zu bespielen? Würde mich freuen von Euch in den Kommentaren zu lesen.

 

Eure Tante Vanja

 

 

 

 

 

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