Allrounder: Warum es mir nicht mehr gut tut ,,alles“ zu ,,können“

An manchem Tagen da wünscht man sich mehrere Arme, damit man die Arbeit fertig bekommt. Praktisch, hm? Vielleicht noch ein zusätzlicher Kopf, dann geht das denken 2 Mal so schnell. Herrlich! Habe ich bis jetzt immer gedacht. Mir oft mehr Arme gewünscht um noch mehr fertig zu kriegen. Einen Zweiten Kopf um mir noch mehr merken zu können.

Ich bin so müde. Und fertig. Und ich will das nicht mehr. Will nicht noch mehr Arbeit erledigen und mir alles merken können. Will nicht hin und hergeschoben werden nur weil ich ,, so vielseitig“ bin. Will mir nicht über alles mögliche Gedanken machen müssen.

Call me Post It

Ich fühle mich im Moment wie ein laufendes Notizbuch, das sich alles merken muss, damit alles so glatt wie möglich läuft und gute Ergebnisse auf Arbeit abgeliefert werden können. Versteht mich nicht falsch, wir leisten gute Arbeit mit Ergebnissen, die sich sehen lassen können. Und trotzdem ist es nie genug, oder es wird so lange gesucht bis man etwas findet was in unserer Arbeit ,,optimiert“ werden kann. Immer Besser, immer mehr. Es wird viel von meinen Kollegen und mir gefordert, was wir gar nicht erfüllen können, aber es tun sollen. Das ist sehr anstrengend.

2 Welten prallen immer wieder aufeinander

Wer den Blog liest weiß das ich eine Soz.Päd. bin welche schon mit vielen Menschen gearbeitet hat. Von 0 bis 99 Jahren war alles dabei. Heute arbeite ich mit erwachsenen Menschen. Macht Spaß, ist eine tolle Arbeit. Die Kommunikation, das Erforschen des Backrounds, die Problemlösung und der Beziehungsaufbau zu meinen Kunden ist spannend, abwechslungsreich und erfüllend. Hier kann ich pädagogisch aufgehen. Meistens jedenfalls. Leider sind viele der pädagogischen Ansichten und Methoden nicht jedermanns Sache. Ich möchte hier nicht bin tiefer gehen, aber so viel:  Erfahrungen und Meinungen sind individuell und man kann diese nicht über andere Menschen stülpen. Genau so kann man nur sehr schlecht damit arbeiten. In der Pädagogik gilt es jeden Menschen als Individuum zu sehen welches man nicht nach Schema F behandelt.

Ich weiß, diejenigen die zwischen den Zeilen lesen können wissen was ich meine.

Ja/Nein/Vielleicht?

In einer Umgebung zu leben, und ja man lebt auf Arbeit da man zwischen 8 und 10 Stunden pro Werktag dort verbringt, die ambivalent ist macht auf Dauer keinen Spaß. Je nach dem welcher Typ man ist geht es schnell mit dem Anpassen oder auch nicht. Ich habe mich lange genug angepasst und habe jetzt keine Kraft mehr. Ich möchte nicht geplante Aufgaben/Vorhaben über Bord werfen weil sich der Wind gedreht hat. Ich möchte an meiner pädagogische Arbeit keinen Abstriche machen nur um Ergebnisse liefern zu können. Ich möchte meine Arbeit gut machen und dafür wertgeschätzt werden und nicht noch gesagt bekommen was noch optimiert  werden kann/sollte. Es ist unglaublich anstrengend wenn man nicht weiß ob man jetzt ,,richtig“ oder ,,falsch“ arbeitet und ob das was heute gut war morgen nicht schon total doof ist.

Fräulein Rücksicht…NICHT!

Beratend zur Seite stehen: ja! Hier und da aushelfen: ja! Für andere Mitdenken und dabei auch noch freundlich und höflich bleiben: NEIN!! NEIN NEIN NEIN NEIN KEINE LUST MEHR!!! Tante Vanja ist der letzte Mensch der Hilfe verweigert, jeder kann gerne zu mir kommen. Gemeinsam kann man viele Probleme besser lösen als allein. Aber ich bin kein Roboter. Ich kann und will auch nicht mehr für andere mitdenken. Das ist nicht meine Aufgabe. Und trotzdem passiert es, trotz Erinnerung, vorleben oder auch ignorieren(was es nur noch schlimmer macht!) das ich einfach übersehen werde. Bestimmt nicht mit Absicht, trotzdem unschön. Schon simple Dinge wie der vergessen  des regelmäßiges Notieren des Arbeitsalltags kann dann zu einen Zeitfresser werden. Oder Aggressor, je nach dem was als Rattenschwanz noch drang hängt.

Ich werde nicht mehr für andere mitdenken. Wer nach einer deutlichen Ansage immer noch nicht kapiert hat das EIGENVERANTWORTUNG zum Berufsbild gehört, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Und helfen werde ich nicht mehr.

 

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Im Moment geht es mir so wie der Puppe im Bild. Durch das Arbeiten an vielen Fronten lagert sich immer mehr das Gefühl der Belastung ab. Und es verschwindet nicht mehr. 2 Tage Wochenende sind zu kurz um sich zu erholen.

Darum mein Beschluss, an dem ich heftig arbeiten muss: Ich will kein Allrounder mehr sein. Ich will nicht mehr überall einsetzbar sein. Dadurch biete ich zu viel Angriffsfläche und halse mir nur noch mehr Arbeit auf. Ich bin nicht mehr gewillt meine Gesundheit für einen Arbeitsplatz zu opfern.

Tante Vanja ist müde.

 

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