Fassadenlochmacherin: 50 mg Rettungsleine

0 mg sind wie der freie Fall in den Wahnsinn. 
Du spürst deine Gedanken im Kopf und im Körper, Dein Magen krampft, kalter Schweiß und Fluchttrieb.
Die Knochen möchten Fleisch und Haut abstreifen 
und unbeschwert spazieren gehen.
Du darfst erst schlafen wenn der letzte Bus durch ist.
Warum? Weil sonst die Welt untergeht!

10 mg sollen den Weg ebnen für mehr:
Mehr Schlaf, denn dieser wird immer mehr zur Rarität.
Mehr Wachheit, denn nur noch das Stammhirn scheint diesen Körper 
voran zu bringen.
Mehr Ruhe, weil das Skelett immer noch gegen seine Fleisch- und Knochenhülle
kämpft.

20 mg schleichen durch mein Kreislauf, tagtäglich.
Die Stimmen im Kopf werfen sich gegen die Wirkung.
Der Geist hüllt sich in ein feines Tuch aus Rauschen,
denn der Medicus hat seine Arbeit gut gemacht.
Die Knochen bäumen sich noch einmal verzweifelt auf 
bevor auch sie in weißes Rauschen gehüllt werden.

30 mg manifestieren sich in traumlosen Nächsten
und einer Ruhe, die mich fast Gleichgültig lehrt.
Eine Wand ,durchsichtig, schiebt sich zwischen 
die Stimmen und meiner Seele.
Ich kann sie sehen, aber diese Wand ist
schalldicht und zu dick für böse Geister.

40 mg stagnieren und das Böse findet neue Wege
sich durch meine anfänglich dicke Wand zu bohren.
Durch die Risse und Löcher triefen Realität, welche
versucht die Tücher von Knochen und Seele zu zerren.
Die medikamentöse Glückseligkeit, nie vollkommen erreicht,
wankt und lässt mich die Balance mehr und mehr verlieren.

50 mg werden eine Rettungsleine aus Gedanken und Hoffnung,
ein weiterer Schritt zur erhofften Stabilität?
Was ist wenn die Stimmen trotzdem wüten?
Wie weit kann ich mit diesen chemischen Schritten gehen?
Oder liegt hier schon das Ende der Reise?

Soll 50 mein Schlussstrich sein oder der Beginn von anderen Rettungsleinen?

Vanja


 

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Der WTF des Tages: Grundschule?!???

Also heute muss ich Euch ja mal was erzählen, dass für mich definitiv in die Kategorie ,,WTF?“ fällt. Es ist für mich jetzt so nach 6 Stunden drüber nachdenken immer noch nicht verständlich. Wovon ich spreche? Von dem Verhalten einer Grundschule. Bzw. des Lehrers/der Lehrerin einer 1 Klasse.

Hier die Situation:

Ich laufe durch unsere Flure und sehe eine Dame mit Kind. Ungewöhnlich, denn es ist ein KiTa/Schultag und soweit ich weiß gibt es bis zum Ende des Jahres keine Sonderschließtage an den KiTas/Grundschulen in der Umgebung. Ich sage als: ,, Huch? Heute mit Verstärkung?“  Sie daraufhin: ,, Ja, ich musste XY abholen und bin deshalb etwas später.“ Nicht nur das ich nicht einschätzen konnte wie alt XY war…einen kranken oder verletzten Eindruck machte das Kind auch nicht. Also hab ich mal so weiter gebohrt.

,, Wie alt ist XY denn?“

,, 7 Jahre alt!“

,, Aha, also geht XY schon in die Schule?“

,, Ja!“

,, Heute ist doch ein Schultag, oder?“

Und jetzt kommt er, der Satz der mich so lange beschäftigt:

,, Ja, aber XY hatte heute keine Lust, hat so viel geweint das die Schule angerufen hat. Ich musste XY abholen“

WTF? Die Schule hat angerufen weil das Kind keine Lust auf Unterricht hatte und deshalb weinen musste? Echt jetzt? Der Lehrer/Die Lehrerin war nicht in der Lage mit dem Kind eine Lösung zu finden? Und was ist das für eine Aussage ,, XY hat keine Lust gehabt.“ Hatten wir immer Lust auf Schule? Ganz sicher nicht!

Dieser Trend immer nachgiebiger zu werden und zu vieles durchgehen zu lassen besorgt mich. Klar haben Lehrer heute viel mehr Möglichkeiten und Hilfsmittel um einen Unterricht kindgerecht zu gestalten. Auch die Pädagogik hat sich stark verändert und lässt (meiner Meinung nach zu viel) Spielraum wenn es um die Erziehung von Schulkindern geht. Es muss möglich sein eine Lösung zu finden ohne gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Das mag auf Krippen- und KiTakinder zutreffen, aber für Schulkinder nicht. Hier wurde es sich zu einfach gemacht!

Es kann nicht sein das ein Kind nach Hause geschickt wird weil es weint. Was lernt  XY denn daraus? ,, Klasse, so kann ich das ja immer machen!“  Ja, der Satz ist alt und abgedroschen, aber für mich gilt er noch: ,, Mit der Schule fängt der Ernst des Lebens an!“. Das ist Fakt, das kann mir keiner schön reden.

So genug aufgeregt für Heute, mein Gesicht brennt schon vom vielen Facepalmen.

 

Eure Tante Vanja