Ich könnt dich grad sowas von………..knuddeln……Negative Gefühle gegenüber Schutzbefohlener und Kunden.

Heute möchte ich über ein Thema schreiben das jeder pädagogischen Fachkraft täglich begegnen kann. Oder sogar jeden Tag begegnet. Wut. Ohh ja, Wut. Dieses Gefühl, wenn sich ein glühender Feuerball in deinen Eingeweiden breit macht und von Sekunde zu Sekunde wächst. Er wartet nur darauf loszubrechen. Aber halt. STOPP! Das ist sowas von gar nicht pädagogisch!!!

Solche und ähnliche Szenarien kommen den meisten ( auch Eltern) bestimmt sehr bekannt vor. Kind(er) flippen aus, drei Stück müssen gewickelt werden und der Kleine Tom tritt einem kräftig gegen das Schienbein weil er nicht die Knete essen darf. Oder 10 Migranten  rushen auf einen zu und wollen Fahrgeld, obwohl sie keine Berechtigung dafür haben.  Sie wollen aber nicht einsehen das es zumutbar ist bis zu 3 Km zur Schule zu laufen.

Und unsereiner muss immer ruhig und cool bleiben. Tief durchatmen und dann mit Engelssttimme erklären was geht und was nicht. FALSCH. Nein, nein und nochmals nein. Auf gut Deutsch: einen Scheiß müssen wir tun. Und jeder der was anderes Behauptet ist entweder einer dieser Wesen die wirklich dauergechillt sind oder schon so abgebrüht das es ihn/sie eh nicht mehr juckt.

Negative Gefühle, gerade Wut, müssen raus. Wenn man Wut immer wieder unterdrückt kann  man nicht nur irgendwann krank werden sondern wird auch zur tickenden Zeitbombe. Stellt Euch vor Eure Wut ist ein Schnellkochtopf. Total unter Druck. Wenn man den Topf nicht Dampf ablässt fliegt er Euch um die Ohren.  Äußert sich dann in Dingen wie fahriges Verhalten, Herzrasen, lautes reden(aka schreien) und grobes Handling von Mensch und Material.

Jetzt höre ich viele sagen: aber mit Menschen  muss man ruhig umgehen. Die soll man doch nicht belasten mit den eigenen Gefühlen. Der Meinung bin ich absolut nicht. Es ist wichtig Kindern und auch Erwachsenen mitzuteilen das man wütend ist. Und warum. Denn sonst verstehen sie einfach nicht was los ist.  Es ist absolut in Ordnung wenn man sagt:

,, Tom, ich bin jetzt wütend auf dich, weil Du mich getreten hast. Deshalb werde ich jetzt weg von Dir gehen damit ich mich beruhigen kann.“

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Das funktioniert natürlich nicht bei Einjährigen. Aber klare  Kommunikation und Abgrenzung sind gute Mittel um sich aus dem Gefahrenbereich zu holen. Lieber kurz mal 5 Minuten Auszeit nehmen.

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Auch kann man Erwachsenen mal nicht durch die Rose sagen: ,, Ich finde es absolut scheiße das Sie sich nicht an die Regeln halten. Und wenn Sie so weiter machen werde ich Sie eben rausschmeißen.“

Zack! BOUM! Fertig. Absolut notwendig bei absolut resistenten Menschen.

Schluckt Eure Wut nicht herunter. Man kann lernen mit Wut umzugehen , ja, es gibt viele Methoden.  Aber verstellt Euch nicht. Wenn Ihr gerade wütend auf etwas seit, oder vielleicht auf Euch selbst, dann kommuniziert es Eurer Umwelt. Das wirkt nicht nur authentisch sondern ist gut für Eure Seele. Sobald die Wut raus ist habt Ihr wieder genug Platz um alles zu  reflektieren.

 

Warum habe ich diesen kleinen Text jetzt geschrieben? Nun ganz einfach: Selbstreflektion. In der letzten Zeit machen mich schreiende und quengelnde Kinder extrem wütend. So wütend das ich am liebsten mal ausholen möchte… und das ist nicht gut. Das ist auch nicht fair gegenüber meinen Mitmenschen. Ich muss mich jedes Mal wieder an der eigenen Nase packen. Bin ich jetzt wütend weil ich es nicht ertrage, oder bin ich wütend weil z.B das Kind sich einfach wie ein A-Loch benimmt? Oder weil die Eltern sich wie A-Löcher benehmen? Hätte ein solches Verhalten nicht auch verhindert werden können? Wenn es wirklich zu viel für mich ist, und der Meinung bin den Grund für meine Wut zu kennen, dann äußere ich sie. So kann es auch mal vorkommen das ich mich zu Eltern oder deren Anhang stelle und sage: ,, Wissen Sie das mich das Verhalten von Ihnen oder Ihrem Kind wütend macht?“ Wenn diese dann verwirrt oder böse zurückschauen nicke ich nur, erkläre mich, und gehe wieder.

Auch auf Arbeit geht es jetzt viel besser seitdem ich meine Damen nicht mehr mit Samthandschuhen anfasse. Der Frustlevel ist deutlich gesunken.

Klar macht einen das nicht beliebt, und man muss sich viel anhören. Aber seitdem ich es so praktiziere schrumpft meine Wutskala. Ich kann wieder gelassener mit meinen Mitmenschen umgehen. Und ich möchte allen Kollegen/innen und Eltern sagen: bevor Ihr platzt lasst Eure Wut raus.

 

 

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