Wie soll man eine Sprache lernen ohne richtiges Programm?

Ich schreibe heute etwas das mir schon lange auf der Seele brennt. Es geht um die Art und Weise wie  Menschen die neu hier in Deutschland ankommen und unsere Sprache lernen sollen.

Öffentliche und Private Bildungsträger richten Integrationskurse ein um genau diesen Menschen zu helfen. Die Dozenten und Dozentinnen tun ihr Bestes, kommen oft an ihre Grenzen und geben nicht auf. Aber geholfen wird ihnen nur schlecht. Bücher, Lernhefte, Lerninhalte sind nur für die wenigsten Asylanten und Migranten sinnvoll.

Analphabeten

Viele Menschen die nach Deutschland können sind Analphabeten. Und das ist nicht deren Schuld. Und nun sollen sie eine Schrift und eine Sprache lernen die oftmals so gegensätzlich sind. Besonders Menschen die z.B. von rechts nach links schreiben und lesen oder Schriften haben die nicht Latein sind haben es schwer sich anzupassen. Es gibt natürlich Lehrbücher die ähnlich wie die Fibeln in der Grundschule sind. Aber die reichen nicht aus um Schrift,Lesen und Sprache zu lernen. Sie sind eher dafür ausgelegt um funktionierende Analphabeten zu helfen.

Wenig Zeit

Ein normaler Integrationskurs dauert 700 Stunden. Das sind 4 Zeitstunden pro Tag, 5 Tage die Woche. So lange haben die Menschen Zeit bis sie unsere Sprache soweit sprechen, lesen und schreiben können um eine Prüfung abzulegen. Das ist wenig zeit für eine enorme Aufgabe. Natürlich kann man Wiederholerstunden beantragen. Aber die liegen zwischen 150 und 300 Zusatzstunden.

Skalierte Prüfungen

Am Ende des Kurses wartet eine Prüfung. Sie besteht aus Hören, Schreiben, Lesen und Sprechen. Jeder Teil wird extra bewertet. Am Ende werden alle Punkte zusammen gezählt und der Punktzahl ein Sprachniveau zugeordnet: A1 ,A2 , B1. Wer es in die B1 schafft kann einen separaten B2 Kurs machen. Klingt ganz gut oder? Oftmals schaffen es viele Leute durch die Prüfung weil sie in den Teilen Hören,Schreiben und Lesen viele Punkte bekommen haben. Die wenigstens erhalten viele Punkte beim Sprechen. So werden sie in ein hohes Niveau eingeordnet obwohl die Sprachfähigkeiten weite darunter sind.

Ohne Sprache keine Arbeit

Diese Integrationskurse sollen unter anderem ermöglichen einen Arbeitsplatz zu finden. Die Realität sieht so aus: wer nicht wenigstens ein B2 Niveau ( in allen Teilen) besitzt wird es sehr schwer haben Arbeit zu finden. Das frustriert. Das macht keine Lust zu lernen.

Was tun?

Die Macher der Lehrwerke und Erfinder der Sprachniveaus sollten noch einmal genau darüber nachdenken für welche Menschen sie eben diese erstellen. Natürlich hat hier jeder die gleiche Chance durchzukommen. Und wer lernt schafft die Prüfung auch. Aber was ist mit all den Menschen die noch nie gelernt haben zu lernen? Was ist mit denen die mehr Motivation brauchen und erst einen Sinn im Lernen finden müssen?

Wir können nur weiter darauf aufmerksam machen das man nicht alle gleich behandeln kann wenn es um´s deutsch lernen geht. Es macht einen riesigen Unterschied ob man Analphabet ist oder aus einem anderen Land kommt und nicht alphabetisiert ist.

Es wird viel Kraft kosten, aber wir müssen versuchen den Menschen zu helfen die wirklich lernen wollen, es aber einfach noch nicht schaffen. Wir dürfen sie nicht abstempeln und als lernunwillig oder faul abwerten.

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