Pädagogische Arbeit und Depression: trotz psychischer Krankheit erfolgreich im Job!

Wusstet Ihr das jede/r vierte Pädagoge/in in Deutschland unter einer ( milden bis mittelschweren) Depression leidet oder gelitten hat? Nein? Nun dann möchte ich Euch heute mal von einer Welt hinter der professionellen Fassade zeigen. Denn obwohl einige wirklich stark betroffen sind leisten sie wundervolle und ausgezeichnete Arbeit. Depression und pädagogische Arbeit schließen sich absolut nicht aus , nein , in einigen Situationen kann man sich den ,, Feind in der Seele” zu Nutze machen.  Aber Achtung: das gelingt nur wenn man sehr gut an sich gearbeitet hat und sich wirklich sicher fühlt in seinem Handeln.

 

Mein Hirn hat verlernt glücklich zu sein!

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Ich denke dieses Bild zeigt ganz gut was die Depression in meinem Hirn angerichtet hat. Es hat verlernt glücklich zu sein. Sich glücklich fühlen ist ein biochemischer Prozess welcher durch die Ausschüttung von Glückshormonen hervorgerufen wird. Können diese Stoffe nicht mehr andocken oder nur reduziert aufgenommen werden verlieren wir immer öfter das Gefühl des ,, glücklich seins.” In meinem Fall, und dieser ist total üblich unter depressiven Menschen, kann der Stoff Serotonin nicht mehr richtig weitergeleitet werden bzw. wird nicht mehr in genügender Menge ausgeschüttet. Hier helfen Medikamente welche künstliches Serotonin enthalten oder Medikamente welche helfen dass eben das Serotonin wieder besser aufgenommen werden kann.

Fühlt sich an wie als ob man komplett leer ist

Infografik_Depression_Symptome

Jeder Mensch fühlt,denkt und agiert anders. Genau so verhält es sich auch mit der Depression. Die Symptome sind so facettenreich wie es Menschen auf der Welt gibt und manchmal gar nicht einfach zu erkennen.  Ich kann mich nicht mehr genau erinnern wann es bei mir losging. Ich hatte einfach nur das Gefühl traurig zu sein. Traurig und Müde. Es fehlte einfach von Tag zu Tag mehr Kraft. In der 10 Klasse habe ich meine Tage mit Unterricht, Mini-Job und schlafen verbracht. Hobbies konnte ich kaum noch wahrnehmen denn ich war zu müde. Irgendwann fingen die Stimmen im Kopf an: ,, Du bist hässlich , dumm und nutzlos.” Mit ca. 15 bemerkte ich die Symptome und mit 16 war es nicht mehr tragbar. Also ging ich das erste Mal in Behandlung. Ca. 3 Monate vor meinem ersten Besuch im Bambi Frankfurt hatte ich nicht mehr als 3 Stunden pro Nacht geschlafen und eine Angst/Zwangsstörung war auch dabei sich zu manifestieren. Es war keine schöne Zeit. Aber nachdem der Schritt zum Arzt gemacht war ging es , mit einigen sehr tiefen Tiefs, trotzdem besser.

Jedes Mal geht es ein Stückchen weiter!

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Mit 16 Jahren erhielt ich folgende Diagnosen: Angst/Zwangsstörung und eine mittelschwere Depression.Mit 16 Jahren begann ich mit Menschen zu arbeiten. MIt 19 machte ich mein Fachabitur nach. Mit 20 jahren konnte ich das erste Mal annehmen das ich normal bin, trotz der Depression. Mit 21 war ich staatlich anerkannte Sozialassitentin mit einem Abschluss von 1,4. Und jetzt mit 26 bin ich Bachelor of Arts, Soziale Arbeit. 10 Jahre  in denen ich hart für mich kämpfen musste. 10 Jahre in denen ich oft gar nicht mehr kämpfen wollte. 10 Jahre in denen ich kontinuierlich mit Menschen gearbeitet habe.

Die Depression hat mir viel abverlangt. Aber sie hat mir auch geholfen. Ich kann einfacher erkennen ob es einem Menschen psychisch gut geht oder nicht. Ich kann leichter erkennen wenn sich psychische Anfälle anbahnen und intervenieren. Ich bin viel sensibler gegenüber Kindern geworden und es fällt mir leichter zu erspüren wie die Stimmungen in einer Gruppe sind. Vermeintlich unwichtige Details führen mich schneller zu Antworten und Lösungen.

Ich denke dass ich durch die Depression extrem gewachsen und gereift bin. Egal wie mies es mir ging, ich konnte der Krankheit immer etwas Positives abringen( was ihr bestimmt nicht gefallen hat, hihi!) In den letzten 3 Jahren habe ich extrem viel geschafft. Und auch wenn nach 10 Jahren eine Chronifizierungsdiagnose vor der Tür steht kann ich nun doch gelassener damit umgehen.

Im Moment geht es mir nicht gut, ich fühle es. Aber ich bin so weit meiner Umwelt zu sagen: Leute, ich spüre das eine depressive Phase kommt. ein wichtiges Werkzeug um eben aus dieser Phase wieder heraus zu kommen.

Habt Ihr das Gefühl eine Depression zu entwickeln oder gar schon depressiv zu sein? Bitte informiert Euch bei Eurem Hausarzt, seelsorgerischen Einrichtungen oder im Internet über Hilfsangebote. Ich bin seit 10 Jahren in einer Ambulanz in Behandlung und parallel läuft seit ca. 4 Jahren eine Verhaltens/Gesprächstherapie. Jeder einzelne Mensch ist es Wert geholfen zu bekommen, aber das funktioniert nur wenn Ihr den ersten Schritt wagt!

 

Tante Vanja sagt: Kopf hoch, dann könnt Ihr auch net in der Scheiße anderer ertrinken!

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4 Comments (+add yours?)

  1. Teresa
    Feb 01, 2018 @ 17:18:00

    Hallo! Mich interessiert das Thema sehr, da ich selbst Pädagogin bin und mal von einer Depression betroffen war. Ich würde das Thema gerne in meiner Masterarbeit bearbeiten. Habt ihr da zufälligerweise Literaturverweise oder Studien?
    LG
    Teresa

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    • Tante Vanja
      Feb 01, 2018 @ 19:52:43

      Hallo Theresa. Meine Infos habe ich unter anderem bei meiner Krankenkasse eingeholt. Ansonst habe ich div. Umfragen gestartet und gezielt pädagogisches Personal befragt. Ansonsten kann ich die Bib der Uni Frankfurt empfehlen. Habe mir, da ich den Blog nicht nach Studiumskriterien führe keine Notizen gemacht.

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  2. Teresa
    Feb 06, 2018 @ 17:37:00

    Vielen lieben Dank für deine Antwort:)!

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    • Tante Vanja
      Feb 07, 2018 @ 20:42:57

      Nicht dafür. Ich hoffe Du bekommst alle Infos für Deine Masterarbeit. Wenn Sie fertig ist und Du sie schon verteidigt hast würde ich sie furchtbar gerne lesen. Ich kann im Gegenzug leider nur eine Bachelorarbeit über Familien mit autistischen Kindern bieten 😉

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