Runter von meinem Rasen! Oder: Wie freundet man sich mit seiner Gehilfe an?

Immer wenn ich meine Krücken sehe denke ich an folgendes Bild: eine alte Frau die mit ihrem Gehstock aus dem Fenster wedelt und kleinen Kindern hinterherbrüllt: ,, RUNTER VON MEINEM RASEN!” Nun ja, Rasen hätte ich genug. Aber ich bin wieder Alt noch toben Kinder vor meinem Haus herum. Und trotzdem fällt es mir schwer mich mit meinem neuen Begleiter anzufreunden.

Eigentlich hatte ich gedacht dass nach meinem Unfall nach ein paar Wochen die Krücken in den Keller wandern und dort in Ruhe verstauben dürfen. Jetzt sieht die ganze Sache leider etwas anders aus. Nicht nur wird der fuß nicht besser, nein, ich merke deutlich das ich auf lange Strecken auf die Krücken angewiesen bin. An guten Tagen brauche ich eine, an schlechten Tagen beide.

Hand auf´s Herz: Die Krücken sind ein Symbol für meine Hilfsbedürftigkeit/Krankheit/Behinderung. Das sichtbare zeichen dafür dass ich nicht o.k. bin. Es macht mich angreifbar. ich steche leichter heraus. Gut, meine Haare sind lila/pink, ich falle sowieso auf. Aber das ist eine andere Art von Aufmerksamkeit. Langsam nervt das dauernde: ,, Oh je was hastDu denn da gemacht?” oder ,, Ist es immernoch nicht besser?” Pfff, als ob ich es mir ausgesucht hätte. Aber es nützt nichts, die Krücken müssen mit.

Damit sie wenigstens nicht ganz so bieder aussehen habe ich heute begonnen die erste der beiden Krücken zu verziehren. Ein erster Schritt in Richtung gewöhnung.

 

IMAG0942.jpg

Das ist der Angfang vom Modell: ,, Baum mit Silberblättern”. Mal schauen was auf die andere Krücke kommt. Jedenfalls werd ich mir die Dinger jetzt etwas aufpeppen!

 

Tante Vanja sagt: Bling Bling Bitches!

 

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1 Comment (+add yours?)

  1. diejaegerin
    Jul 14, 2016 @ 10:46:32

    Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung. Und: Vielleicht kannst du dem auch etwas Gutes abgewinnen… Mehr Zeit, dich mit anderen Dingen zu beschäftigen, die du auf Grund des bisher schnell-lebigen Alltags vernachlässigt hast oder dir vielleicht auch entgangen sind. Du wurdest durch äußere Umstände gezwungen, dich zu ent-schleunigen – schau, wofür es gut ist. 🙂 Liebe Grüße.

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