Ein Platz zum sterben, ein Platz zum leben. Das Kinderhospiz

Ich habe heute einmal wieder meinen Blog durchforstet und dabei die Beiträge über die Sternenkinder gelesen. Dabei ist aufgefallen, dass zwar über die verstorbenen Kinder geschrieben wurde aber nicht über deren Leben. Dies möchte ich in Form eines Beitrags über die Kinderhospize in Deutschland und deren wundervolle Arbeit nachholen!

 

Hospiz. Das Wort verbinden wir sofort mit Krankheit, Elend, Schmerzen und Tod. Viele bestimmt auch mit Alter oder schwerkranken erwachsenen Menschen. Keiner würde den Begriff Hospiz mit Kindern verbinden. Aber es ist traurige Realität. Es werden nicht nur gesunde Kinder geboren sondern auch schwer kranke. Oder Kinder erkranken an Krankheiten die ihre Lebenszeit limitieren. Jetzt beginnt die Zeit der Krankenhausaufenthalte, Therapien, ewige Medikamentenumstellungen. Automatisch wird sich das Leben um die Krankheit/Behinderung drehen. Eltern,Geschwister , Verwandte und Freunde werden/müssen ihr Leben komplett umstellen.

Ein anstrengendes Leben. natürlich erhalten Familien mit todkranke Kindern Unterstützungen, aber diese Beschränken sich auf die Versorgung und eventuelle Betreuung über einige Stunden. Das ist alles sehr überschaubar. Deshalb haben sich die Kinderhospize in Deutschland zur Aufgabe gemacht diese Familien zu unterstützen und zu entlasten.

Kinderhospiz-Leipzig

Kinderhospize sind primär ein Ort des Lebens. Das klingt komisch? Aber so ist es. In diese Häuser gehen Familien nicht um sich zu verabschieden sondern um zu Leben. Hier werden die kranken Kinder liebevoll versorgt, betreut und geliebt. Geschwisterkinder können endlich mal mehr Zeit mit Mama und Papa zusammen sein. Eltern dürfen wieder Ehepaar/Paar sein und Zeit miteinander verbringen. Ohne im Hinterkopf haben zu müssen was jetzt mit ihrem Kind passiert. Das Personal in den Hospizen entschleunigt sozusagen den stressigen Familienalltag. Je nach länge des Aufenthaltes( bis zu 3 Wochen) kann man diesen schon als Urlaub sehen. Urlaub von der Krankheit oder Behinderung.

In den Häusern gibt es nicht nur Fachkräfte für die Kinder ( Kinderkrankenpfleger, Therapeuten, Ärzte, Pädagogen) sondern auch für den Rest der Familie. Es soll die Möglichkeit gegeben werden alleine oder in großer Runde über Themen zu reden welche im Moment oder generell bewegen. Separate Räume bieten Platz für den Rückzug Wohnküchen laden zur Geselligkeit und Austausch ein. Freiwillige Helfe und Ehrenamtliche nehmen derweil die Kids mit zu Ausflügen ins Kino oder in die Stadt mit.

sternenbruecke-DW-Hamburg-Hamburg

Das und noch viel mehr passiert in einem Kinderhospiz. Natürlich wird dort auch gestorben. Wenn es soweit ist können Eltern ihre Kinder auch ins Hospiz bringen um dort ihr Kind in Ruhe gehen lassen zu können. Professionelle Trauerbegleiter stehen jederzeit zur Verfügung. Aber nun lasse ich Euch selbst einmal schauen. Die Reihe ,, 7 Tage” hat einen kleinen Film über das Leben in einem Kinderhospiz gedreht. Ich finde sie ist sehr gelungen , und nein, kein Kind stirbt darin.

7 Tage….im Kinderhospiz

Über Eure Eindrücke und Kommentare bin ich sehr gespannt!

 

Tante Vanja sagt: der Tod gehört zum Leben, es kommt drauf an was wir daraus machen!

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