Um jeden Preis sozial? Pädagogen zwischen Professionalität und Theater

Wer mich kennt weiß dass ich eine typische Waage bin. Ist alles im Lot bin ich ausgeglichen. Ist die Engelschale unten dann bin ich richtig happy. Andersrum ist es natülich wenn die Teufelsschale nach unten zeigt. Dementsprechend kann ich auch ganz schön bissig werden.

Im Privaten ist das kein Problem. Da kann man ja sein wie man möchte. Aber wie ist es mit der Arbeit? So viele Menschen sind um einen herum. Und dann muss man cool bleiben, freundlich und professionell. Pädagogen müssen immer ein offenes Ohr haben, bereit sein anzupacken, mitzuarbeiten und dass am besten noch im Team. Und man muss unbedingt ein Teamplayer sein. Unbedingt!

Nun möchte ich gerne mal etwas los werden. Nicht alle Pädagogen möchten in einem Team arbeiten. Es wird von unserer heutigen Gesellschaft verlangt Teamfähig zu sein. Der einsame Wolf wird nicht geduldt. Egal wie unwohl man sich dabei auch fühlt, man schwimmt, gezwungen durch die Arbeitsnorm, mit dem Strom. Und beugt sich der Mehrheit. Und deshalb versucht man sein Wesen auch der Mehrheit anzupassen. Und Anfangs geht das auch gut. Vielleicht geht es sogar eine ganze Zeit lang gut. Doch irgendwann brummt es doch in einem. Man beginnt sich und das Tun der Mehrheit zu hinterfragen. Es nagt an einem. Die eigene Persönlichkeit geht langsam unter, denn man möchte um jedne Preis den Job behalten. Man weiß nie wann wieder ein gut bezahlter Job winkt.

Und so bröckelt die Fassade welche man sich aufgebaut hat. Nicht zu viel von sich zeigen. Nicht zu viel Preis geben. Lieber etwas Abstand halten. Auch wenn man manchmal Sehnsucht nach Kontakt hat. Dieser Kontakt wird die Fassade weiter zum reissen bringen.Lächeln, verdammt noch mal Lächeln! Positiv sein. Und dann schlägt die Waagschale um. Und man wird sauer. Warum soll man eigentlich gegen sein naturell handeln?

Rebellion! Das innere Tier lehnt sich gegen die Vernunft. Denk an die Stelle! Aber das is egal. Kontra geben. Auf Krawall gebürstet sein. Und dann ist jeder erstaunt: diese Seite ist vollkommen neu. Natürlich ist sie das. Hab ja versucht sie zu verstecken. Für den Job, für das Team, für die Gesellschaft. Nein, ich will heute aber nicht sozial sein. Ich habe keine Lust zu lächeln. Ich möchte jetzt nicht singen und schon garnicht kuscheln. Ich möchte werder plaudern noch erzählen wie es mir geht.

Solche Zustände müssen doch erlaubt sein. Man kann doch nicht verlangen jedes menschliche, welches als negativ gesehen wird, zu verstecken. Es ist viel zu viel verlangt.  Und um ehrlich zu sein möchte ich das nicht mehr. Im Umkehrschluss bedeutet das warscheinlich keinen Job zu bekommen. Ob ich arbeitslos glücklich wäre: nein. Aber ich werde auch nicht glücklich wenn ich nicht ich sein darf.

Jetzt kann natürlich jeder sagen: dann sei doch du. Klar , wenn ich Geld wie Heu hätte könnte ich mir das leisten. Dann würde ich vermutlich in der Probezeit rausfliegen und würde mir, aus spaß, ne neue Stelle suchen. Denn nur reich zuhause rumhängen wäre ja auch doof.

Tante Vanja sagt: Ich möchte heute nicht sozial sein.

 

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