Was man(n) damals schon wusste: Das Brot von Wilhelm Busch

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Heute saß ich beim Frühstück am Tische und hörte plötzlich: ,, OH Mann, schon wieder Brot. Das is so eklig!” Sowas! Und mir gegenüber saß ein Kind, dass aß die Wurst vom Brot und ließ eben dieses einfach liegen. Später wunderte es sich dass es wieder Hunger hatte. Komisch, woran das wohl liegen mag?

Brot ist ein LEBENSmittel. Für viele Menschen auf der Welt sogar ein ÜBERlebensmittel. Wie viele Märchen habe ich nicht schon gelesen in dem der/die Hauptfigur ihr letztes, trockenes Brot hergibt. Aus lauter Güte. Und heute wird Brot Tonnenweise weggeworfen. Und bei den Kindern weil es ihnen nicht schmeckt. Ein Luxusproblem. So wie im Gedicht von Wilhelm Busch. ,, Das Brot” zeigt einen traurigen Mann dessen Karriere wohl stagniert. Und deshalb ist dieser traurig. Das Brot, welches vor ihm liegt, erzählt ihm daraufhin seine Geschichte. Wie schwer es doch war als kleines Korn zu wachsen und zu gedeihein.Dann wird man einfach abgeschnitten, geprügelt, zermahlen und gebacken. Und zum Schluss kommt etwas Gutes dabei heraus. Ebenfalls weißt das Brot darauf hin dieses auch zu Teilen, denn es ist genug Brot vorhanden.

Das Brot

Wilhelm Busch (1832-1908)

Er saß beim Frühstück äußerst grämlich,
Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich:
»Aha, so ist es mit dem Orden
Für diesmal wieder nichts geworden.
Ja, Freund, wer seinen Blick erweitert
Und schaut nach hinten und nach vorn,
Der preist den Kummer, denn er läutert.
Ich selber war ein Weizenkorn.
Mit vielen, die mir anverwandt,
Lag ich im rauhen Ackerland.
Bedrückt von einem Erdenkloß,
Macht’ ich mich mutig strebend los.
Gleich kam ein alter Has gehupft
Und hat mich an der Nas gezupft.
Und als es Winter ward, verfror,
Was peinlich ist, mein linkes Ohr.
Und als ich reif mit meiner Sippe,
O weh, da hat mit seiner Hippe
Der Hans uns rutschweg abgesäbelt
Und zum Ersticken festgeknebelt
Und auf die Tenne fortgeschafft,
Wo ihrer vier mit voller Kraft
In regelrechtem Flegeltakte
Uns klopften, daß die Schwarte knackte.
Ein Esel trug uns nach der Mühle.
Ich sage dir, das sind Gefühle,
Wenn man, zerrieben und gedrillt
Zum allerfeinsten Staubgebild,
Sich kaum besinnt und fast vergißt,
Ob Sonntag oder Montag ist.
Und schließlich schob der Bäckermeister,
Nachdem wir erst als zäher Kleister
In seinem Troge baß gehudelt,
Vermengt, geknetet und vernudelt,
Uns in des Ofens höchste Glut.
Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut?
Frischauf, du hast genug, mein Lieber,
Greif zu und schneide nicht zu knapp,
Und streiche tüchtig Butter drüber,
Und gib den andern auch was ab!«

 

Die Menschen hier in Deutschlande und vor allem die Kleinen haben den Bezug zum Brot verloren. Sie wissen nicht mehr wie wichtig es für die Welt ist. Brot kommt nicht aus dem Edeka. Der Bauer baut das Korn an. Dann muss es wachsen. Es ist ein langer Weg bis zum fertigen Brot. Und genau deshalb hat sollte man ihm mehr Wertschätzung entgegen bringen.

Das Projekt: Vom Korn zum Brot kann ich daher nur jedem ans Herz legen der seinem Kind den Wert eines Lebensmittels näher bringen möchte. Anbei ein Link zum KlettVerlag, dort ist das Projekt zu finden.

Vom Korn zum Brot

Tante Vanja sagt: Brot gehört nicht in dne Mülleimer!

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