Ich nenne ihn Sven(Teil 3): Vom Auto fahren und anderen Desastern

Zeit für eine kleine Runde Sven. Jetzt, da mein Studium beendet ist, ist der Stress vorbei. Und was tut Sven? Richtig: er erwacht aus seinem Schönheitsschlaf um mich zu peinigen. Ich hatte gehofft nach meiner letzten Prüfung so etwas wie Erleichterung zu empfinden. Pustekuchen! Weder empfand ich Freude noch sonst irgend ein anderes positives Gefühl. Es war eher wie: Meh… fertig…. was kommt als nächstes

Okay, ich hab meiner Pia mal gesteckt wie es mir damit geht. Sie sagte ich solle das alles erst einmal Sacken lassen. Mein Hirn muss erst mal realisieren dass ich einen Abschluss gemacht habe. Hätte ich mal nicht auf sie gehört. Diese Zeit nutzte Sven nämlich um seine Krallen tief in meine Hirnwindungen zu schlagen. Meine Zwangsstörung hatte sich ja schon lange von aussen(ausführend) nach innen(grübeln) verzogen. Das bedeutet im Klartext: grübeln bis zum umfallen. Und zwar so absurde Dinge, das sie mein Leben tatsächlich beginnen meinen Alltag zu beeinträchtigen.  Was wäre wenn…? Kann ich das? Schaffe ich das? Was ist wenn das nicht klappt? Dies und noch andere 1000 Dinge sind es meistens die meine Gedanken total in beschlag nehmen. Sven sitzt dann mitten im Hirn und piekst mit deinem Gehstock gegen die Windungen.

Am schlimmsten ist im Moment das ich dadurch kein Selbstbewusstsein mehr habe wenn es um Dinge geht dich ich eigentlich kann. Ich bin gut in meinem Beruf, ich kann(wenn ich mich aufraffe) meinen Hobbys nachgehen, und ich führe eine wunderschöne Beziehung mit meinem Freund. Aber Sven nimmt mir die Fähigkeit an mein Tun zu glauben. Letzte Woche war es so schlimm das ich mitten auf der Autobahn anhalten wollte. Einfach auf den Standstreifen fahren und aussteigen. Weil ich so zergrübelt war über den Ablauf ( was heißt ablauf: Kupplung,Gas geben und irgendwann mal bremsen) dass  die Koordination zwischen meinen Füßen und meinem Hirn nicht mehr funktioniert hat. Heute bekam ich leichte Angst in mein Auto zu steigen. Bin natürlich trotzdem  gefahren, sonst säße ich nicht hier auf dem Sofa von mir und meinem Freund.

Auf Arbeit ist es ebenfalls schwer. Ich weiß ganz genau was ich zu tun habe, und trotzdem komm ich mir total fehl am Platze vor. Als ob ich einfach nur da bin um anderen den Rücken frei zu halten. Mein eigentlicher Zweck, nämlich Integrationsassitentin, erfülle ich schon lange nicht mehr.Egal was ich dagegen tue, egal wieviel Mühe ich mir gebe, es reicht nicht um allen anderen klar zu machen das meine Arbeit wichtig ist. Gerade weil sie vom Rest eben nur ungenügend gemacht wird.

Das alles und noch viiiiel meeehhhrr… nutzt Sven aus um mich in Besitz zu nehmen. Manchmal weiß ich garnicht ob ich überhaupt fähig wäre alleine zu leben. Besser gesagt: ich traue es mir schon garnicht mehr zu auch nur im Ansatz darüber nach zu denken. Mehr als 2-3 Stunden kann ich eh nicht alleine sein…

 

Life sucks…

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: