Was ist normal? Von der Überanpassung unserer Kinder.

In den letzten Jahren habe ich beobachtet wie angepasst und normgerecht Erzieher/innen , Pädagogen/innen und sogar Eltern ihre Kinder erziehen. Es ist natürlich erfreulich wenn Kinder sich ihren Weg durch diese , meiner Meinung nach abartig gewordenen Gesellschaft, Welt finden. Aber sie müssen nicht einem Ei dem anderen gleichen. Vor allem müssen sie nicht ,, Normgerecht sein”.

Jeder der sich ein bisschen mit Pädagogik oder Kindesenwicklung beschäftigt weiß das es gewisse Tabellen gibt, welche die Entwicklung eines Kindes proportional zum Alter erfassen können. Nun ist es aber Fakt das Kinder sich nicht proportional zu ihrem Alter entwickeln, einige sind schneller, andere langsamer… manche entwickeln sich auch garnicht. Ich habe in meiner Ausbildung ebenfalls gelernt wo die ,, Meilensteine” der Entwicklung liegen(sollten) und ab welchem Alter diese ca. erreicht werden sollten. Ich war noch nie einen Fan von solchen Tabellen, und schon garnicht wenn es um die Entwicklung von Kindern geht. Für Forscher vielleicht gut, aber nicht für Praktiker welche am und mit dem lebenden Objekt arbeiten.

Worauf ich hinaus will: wir Fachmänner und Frauen sind schon lange davon abgekommen einfach mal abzuwarten und den Kindern Zeit für ihre Entwicklung zu geben. Ebenfalls schrillen sofort alle Alarmglocken wenn ein Kind mal etwas nicht kann oder zu emotional ist. Ich frage mich wo unsere Gelassenheit abgeblieben ist. Wir sind ausgebildet worden um Menschen einen Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Das bedeutet für mich sie individuell zu begleiten. Nach ihrem Tempo sozusagen.

Unsere heutige Umwelt ist schnell und fordernd. Selektion nagt hart an uns. Nur die harten kommen in den Garten, das ist Fakt. Und dieser Kampf beginnt heute schon in der Krabbelstube. Natürlich wollen wir eine optimale Entwicklung für unsere Kinder: wir wissen wie der Hase läuft. Selbstständig,Selbstbewusst, Schlau, Durchsetzungsfähig , Anpassungsfähig. Das sind die Werte welche gewünscht sind. Besonders die Anpassungsfähigkeit wird hoch geschätzt, denn diese macht Menschen formbar. Dies ist gewünscht.

Das beste Beispiel ist ein Kind das ich betreue. Dieses Kind ist schlau, fantasievoll, empatisch, grübelt viel und kann sich selbst im größten Trubel einfach gedanklich absondern und abschalten. Dieses Kind ist prima entwickelt und Schulreif. Die Erzieher/innen der Einrichtung denken genau das Gegenteil. Denn das Kind kann nicht gut still sitzen und findet schwer ins Gruppenspiel. Auch mag es keine Puzzle oder Webrahmen machen. Dies führte dazu , dass eine Frühförderung geladen wurde um dieses Kind zu beobachten…. Ergebniss: alles wunderbar. Die Erzieher/innen sollten sie besser unterstützen.

Seit wann ist es problematisch wenn ein Kind abwägt ob es sich einer gefährlichen Situation aussetzen will oder nicht? Warum fällt ein Kind aus der Norm weil es nicht puzzeln mag? Warum ist es nicht Schulreif weil es einfach mal abschaltet und nicht sofort ansprechbar ist?

Mamas,Papas,Kollegen,Kolleginnen. Ich bitte Euch…. Zeit, ich weiß das haben wir alle nicht. Aber wir müssen sie schaffen. Sonst haben wir am Schluss angepasste Erwachsene die mit 25-30 Jahren ihren ersten Burn Out haben weil sie zu angepasst sind.

 

Tanta Vanja fordert: Kindheit für die Kinder….sie haben es bitter nötig!

 

 

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