Präsentismus: Wie falsches Verantwortungsgefühl Pädagogen krank macht.

Schon früh wurde mir als Kind eingetrichtert: Bei Schnupfen oder Husten is man noch nicht krank. Erst bei Fieber bleibst daheim. Ich muss dazu sagen ich bin immer gut mit diesem Kredo gefahren. Wegen einer Erkältung muss man nicht im Bett bleiben, jedenfalls als erwachsener Mensch. Deshalb darf ich auch behaupten sehr wenige Krankheitstage in den letzten Jahren gesammelt habe. Alles in allem ungefähr: Effektive 8 Jahre in Einrichtungen und davon vllt 30-40 Tage krank. Also richtig ,,krank”: Ringelröteln, Lungenentzündung, div. Entzündungen der Nerven in Rücken mit motorischen Ausfällen. Das is doch schon ganz beachtlich.

Jedoch, je länger man arbeitet desto mehr fühlt man sich natürlich auch verantwortlich für Einrichtung und Kollegen. Daran ist nichts falsch, zeigt von sozialem Verhalten. Aber nicht zu jedem Preis. Falsches Verantwortungsgefühl kann krank machen. Sogar schwer krank. Wie schnell hat man eine Bronchitis nicht auskuriert, weil man sich nur 3 Tage hat krank schreiben lassen obwohl der Arzt die ganze Woche verordnet hat? Frei verkäufliche Medikamente um Symptome zu unterdrücken sind Mittel der Wahl damit man ,,auf Arbeit” rumrennen kann. Natürlich nur auf halber Kraft. So kränkeln viele Menschen oft Wochen bis Monate vor sich hin. Da hilft kein zureden, bitten,betteln,schimpfen.

Präsentismus ist tatsächlich ein Arbeitspsychologischer Begriff, der Beschreibt das Arbeitnehmer trotz erheblicher Gesundheitseinschränkung arbeiten gehen. Aus  z.B. Angst den Job zu verlieren, Kollegen zu enttäuschen etc. . Dabei ist vielen gar nicht bewusst was sie ihrem Körper und ihrer Psyche antun:

  • Chronifizierung von Krankheiten (z.B. Bronchitis, Sinusitis, Depressionen, Angstzustände, Zwangsstörungen)
  • Magen-Darm-Probleme bishin zum Reizdarm-Syndrom
  • Magengeschwüre
  • Leistungseinschränkung : physisch/psychisch
  • Gereiztheit,Traurigkeit, Agressivität

Das sind nur einige Anzeichen von Präsentismus. Wie auch bei Medikamenten entwickeln Menschen verschiedenste Symptome. Gerade bei uns Pädagogen ist das Magengeschwür, Probleme mit Rücken und Gelenken und Deperessionen recht häufig anzutreffen. Eine Psychosomatische Gastritis hatte( und hat) mich beehrt. Danke Stress.

Wir müssen uns wieder mehr bewusst werden wie wichtig unsere Gesundheit ist. Es bringt uns nichts krank auf arbeit zu gehen und sich zu quälen. Nicht nur dass die Qualität der Arbeit leidet: langfristige Schäden an Körper und Seele werden folgen. Irgendwann muss man einfach mal die Notbremse ziehen, sonst tut es unser Körper. Burnout ist einer der häufigsten Ursachen für einen Arbeitsausfall auf längere Zeit. Das gibt einem doch zu denken, oder? Wenn der Körper die Notbremse zieht und einfach aufhört zu funktionieren sollte Beweis genug sein endlich mal langsam zu machen.

Es ist schwer die Gedanken beiseite zu schieben: Die Kollegen sind sowieso unterbesetzt, die Kinder brauchen mich etc. . Das mag ja alles sein, trotzdem schaffen es die Kollegen auch mal ein paar Tage ohneeinen. Und die Kinder werden sich freuen wenn man wieder da ist.

Auskurieren und wieder TopFit auf Arbeit erscheinen. Das hilft langfristig gesund zu bleiben!

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: