Meine Zimtnasen: Pinky und Brain ziehen ein.

Spoiler: Das Anzeigebild zeigt eine Siamratte, aber nicht meine. Ich ahb noch keine Fotos gemacht, die folgen noch!

Vorm Wochenende erhielt ich eine WhatsApp Nachricht: Hast du Kapazitäten für 2 Ratten? Mein guter Freund , der Kapitän, hatte mit seiner Frau 2 Siamratten adoptiert. Die armen Kerlchen kamen aus schlimmen Verhältnissen und sollten bei ihnen ein wunderbares Zuhause bekommen. Aber es gan da ein Problem: sie hatten schon ein Rattenrudel. Und die zwei Siamratten wollten sich nicht unterordnen. Da alle Tier Männchen sind (2 Kastraten, der Rest unkastriert) gab es ganz schönen zinober.

Damals war ich mit dem Kapitän zusammen und hatte selbst Mäuse und Ratten. Deshalb bin ich ihm wohl auch eingefallen. Zum Glück hatte ich meinen großen Holzkäfig ( in dem meine Hamster gelebt hatten) doch noch nicht weggeworfen. Eigentlich wollte ich ihn nach dem Tod meines kleinen Fussels entsorgen. Irgendwie hat Karma dafür gesorgt das er doch nicht auf dem Sperrmüll gelandet ist ❤

Ja! Pinky und Brain dürfen einziehen. Am Sonntag hab ich den alten Käfig auf hochglanz geputzt. Heute ging es shoppen: neue Häusschen, neues Einstreu (Baumwolleinstreu), Hängematte, Zuckerfreies Futter und getrocknete Mehlwürmer. Die Basics sind also vorhanden. Sonntags darf es dann auch mal Katzenfutter oder ein gekochtes Ei (ohne Salz) sein.

Um 16:30 war es dann soweit. Der Kapitän und seine Frau kamen her. Ich hab sie direkt zum Käfig gelotzt und mir die Zimtnasen angeschaut. Total lieb und verschmust. Pinky und Brain sind Handzahm, knabbern nicht, beißen nicht. Das Fell ist sehr weich und sieht aus wie mit Zimt bepudert. Habe die zwei Dicken dann in den neuen Käfig verfrachtet. Neugierig sind sie darin herumgelaufen. Anscheinend fanden sie ihr neues zuhause sehr gut. Jeder setzte sich in eine Ecke , putzte sich, oder schnabulierte etwas vom neuen Futter. Nachdem der Kapitän und seine Frau später am Abend gefahren sind habe ich die zwei Dicken nochmal besucht. Habe mir Pinky ( ohne Probleme) aus dem Käfig geholt und am Bauch gekrault. Brain hatte geschlafen.

So, nun habe ich also wieder zwei Ratten. Das zieht sich durch mein Leben. Vor mehreren Jahren hatte ich Hermes und Erwin aus einer Tiernothilfe geholt. Auch beides Männchen, unkastriert, und verschmust. Tja, die Rattenlady ist wieder aktiv 😉 Demnächst folgen Bilder von meinen neuen Mitbewohnern!

Eure Tante Vanja aka. die Rattenlady

 

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Was ist normal? Von der Überanpassung unserer Kinder.

In den letzten Jahren habe ich beobachtet wie angepasst und normgerecht Erzieher/innen , Pädagogen/innen und sogar Eltern ihre Kinder erziehen. Es ist natürlich erfreulich wenn Kinder sich ihren Weg durch diese , meiner Meinung nach abartig gewordenen Gesellschaft, Welt finden. Aber sie müssen nicht einem Ei dem anderen gleichen. Vor allem müssen sie nicht ,, Normgerecht sein”.

Jeder der sich ein bisschen mit Pädagogik oder Kindesenwicklung beschäftigt weiß das es gewisse Tabellen gibt, welche die Entwicklung eines Kindes proportional zum Alter erfassen können. Nun ist es aber Fakt das Kinder sich nicht proportional zu ihrem Alter entwickeln, einige sind schneller, andere langsamer… manche entwickeln sich auch garnicht. Ich habe in meiner Ausbildung ebenfalls gelernt wo die ,, Meilensteine” der Entwicklung liegen(sollten) und ab welchem Alter diese ca. erreicht werden sollten. Ich war noch nie einen Fan von solchen Tabellen, und schon garnicht wenn es um die Entwicklung von Kindern geht. Für Forscher vielleicht gut, aber nicht für Praktiker welche am und mit dem lebenden Objekt arbeiten.

Worauf ich hinaus will: wir Fachmänner und Frauen sind schon lange davon abgekommen einfach mal abzuwarten und den Kindern Zeit für ihre Entwicklung zu geben. Ebenfalls schrillen sofort alle Alarmglocken wenn ein Kind mal etwas nicht kann oder zu emotional ist. Ich frage mich wo unsere Gelassenheit abgeblieben ist. Wir sind ausgebildet worden um Menschen einen Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Das bedeutet für mich sie individuell zu begleiten. Nach ihrem Tempo sozusagen.

Unsere heutige Umwelt ist schnell und fordernd. Selektion nagt hart an uns. Nur die harten kommen in den Garten, das ist Fakt. Und dieser Kampf beginnt heute schon in der Krabbelstube. Natürlich wollen wir eine optimale Entwicklung für unsere Kinder: wir wissen wie der Hase läuft. Selbstständig,Selbstbewusst, Schlau, Durchsetzungsfähig , Anpassungsfähig. Das sind die Werte welche gewünscht sind. Besonders die Anpassungsfähigkeit wird hoch geschätzt, denn diese macht Menschen formbar. Dies ist gewünscht.

Das beste Beispiel ist ein Kind das ich betreue. Dieses Kind ist schlau, fantasievoll, empatisch, grübelt viel und kann sich selbst im größten Trubel einfach gedanklich absondern und abschalten. Dieses Kind ist prima entwickelt und Schulreif. Die Erzieher/innen der Einrichtung denken genau das Gegenteil. Denn das Kind kann nicht gut still sitzen und findet schwer ins Gruppenspiel. Auch mag es keine Puzzle oder Webrahmen machen. Dies führte dazu , dass eine Frühförderung geladen wurde um dieses Kind zu beobachten…. Ergebniss: alles wunderbar. Die Erzieher/innen sollten sie besser unterstützen.

Seit wann ist es problematisch wenn ein Kind abwägt ob es sich einer gefährlichen Situation aussetzen will oder nicht? Warum fällt ein Kind aus der Norm weil es nicht puzzeln mag? Warum ist es nicht Schulreif weil es einfach mal abschaltet und nicht sofort ansprechbar ist?

Mamas,Papas,Kollegen,Kolleginnen. Ich bitte Euch…. Zeit, ich weiß das haben wir alle nicht. Aber wir müssen sie schaffen. Sonst haben wir am Schluss angepasste Erwachsene die mit 25-30 Jahren ihren ersten Burn Out haben weil sie zu angepasst sind.

 

Tanta Vanja fordert: Kindheit für die Kinder….sie haben es bitter nötig!

 

 

,,Du warst im Bauch von deiner Mama?!”

Donnerstags ist Vereinstag. Das heißt Tante Vanja schmeißt mit ihrer Mum die Theke im Schützenverein. Dann verköstigen wir die hungrigen Schützen mit Currywurst und allerlei Getränken. Diesen Donnerstag gabs keine Würstchen, waren keine mehr da. Also konnten Mum und ich mal entspannt an der Theke rumgammeln. Seit neustem findet unser Verein einen großen Anklang und wir begrüßen immer mehr Neumitglieder. Einige bringen zum Training auch ihre Kinder mit, denn das Vereinshaus ist groß genug. Heute war eine kleiner 5 Jährige da, welche ich schon vom sehen her kannte. Nachdem ihr Vater sie mit seinem Smartphone alleine gelassen hatte saß sie stumm am Tisch und schaute ,, Lauras Stern”. Das ging auch für 30 Minuten gut. Danach passierte folgendes:

Die Kleine kommt zur Theke. Wir unterhalten uns ein wenig über ihr Kleid( es hat Herzen und Sterne, süß!). Das scheint ihr gut zu gefallen. Irgendwann klettert sie auf einen Barhocker und legt ihr Kinn auf die Theke. Ich sage zu meiner Mutter: ,, Mama, gib mal n Pils raus!”. Das war der Anlass für folgenden, kurzen, aber super lustigen Trialog!

Kleines: (schaut mich an) Du bist ihre Tochter? Ich: Ja, das bin ich! Kleines: Und Sie ist deine Tochter? Mum: Ja, soweit ich weiß ja! Kleines: Und sie war bei dir im Bauch drin? Mum: Ja, die war in meinem Bauch drin. Kleines: Und dann kam sie raus! Ich: Jup, dann kam ich raus. Kleines: Und wie geht das da unten dann wieder zu? Wird das dann zugeklebt?  Ich: Neee….das geht von alleine zu.

Ich musste mir so das Lachen verkneifen, denn die Kleine hatte die ganze Zeit so ernsthaft dabei geschaut. Und als sie das mit dem kleben rausgehauen hat , da musste der ganze Stammtisch lachen. Zum Glück hat die Kleine das nicht auf sich bezogen. Aber genial war es trotzdem 🙂

 

 

Präsentismus: Wie falsches Verantwortungsgefühl Pädagogen krank macht.

Schon früh wurde mir als Kind eingetrichtert: Bei Schnupfen oder Husten is man noch nicht krank. Erst bei Fieber bleibst daheim. Ich muss dazu sagen ich bin immer gut mit diesem Kredo gefahren. Wegen einer Erkältung muss man nicht im Bett bleiben, jedenfalls als erwachsener Mensch. Deshalb darf ich auch behaupten sehr wenige Krankheitstage in den letzten Jahren gesammelt habe. Alles in allem ungefähr: Effektive 8 Jahre in Einrichtungen und davon vllt 30-40 Tage krank. Also richtig ,,krank”: Ringelröteln, Lungenentzündung, div. Entzündungen der Nerven in Rücken mit motorischen Ausfällen. Das is doch schon ganz beachtlich.

Jedoch, je länger man arbeitet desto mehr fühlt man sich natürlich auch verantwortlich für Einrichtung und Kollegen. Daran ist nichts falsch, zeigt von sozialem Verhalten. Aber nicht zu jedem Preis. Falsches Verantwortungsgefühl kann krank machen. Sogar schwer krank. Wie schnell hat man eine Bronchitis nicht auskuriert, weil man sich nur 3 Tage hat krank schreiben lassen obwohl der Arzt die ganze Woche verordnet hat? Frei verkäufliche Medikamente um Symptome zu unterdrücken sind Mittel der Wahl damit man ,,auf Arbeit” rumrennen kann. Natürlich nur auf halber Kraft. So kränkeln viele Menschen oft Wochen bis Monate vor sich hin. Da hilft kein zureden, bitten,betteln,schimpfen.

Präsentismus ist tatsächlich ein Arbeitspsychologischer Begriff, der Beschreibt das Arbeitnehmer trotz erheblicher Gesundheitseinschränkung arbeiten gehen. Aus  z.B. Angst den Job zu verlieren, Kollegen zu enttäuschen etc. . Dabei ist vielen gar nicht bewusst was sie ihrem Körper und ihrer Psyche antun:

  • Chronifizierung von Krankheiten (z.B. Bronchitis, Sinusitis, Depressionen, Angstzustände, Zwangsstörungen)
  • Magen-Darm-Probleme bishin zum Reizdarm-Syndrom
  • Magengeschwüre
  • Leistungseinschränkung : physisch/psychisch
  • Gereiztheit,Traurigkeit, Agressivität

Das sind nur einige Anzeichen von Präsentismus. Wie auch bei Medikamenten entwickeln Menschen verschiedenste Symptome. Gerade bei uns Pädagogen ist das Magengeschwür, Probleme mit Rücken und Gelenken und Deperessionen recht häufig anzutreffen. Eine Psychosomatische Gastritis hatte( und hat) mich beehrt. Danke Stress.

Wir müssen uns wieder mehr bewusst werden wie wichtig unsere Gesundheit ist. Es bringt uns nichts krank auf arbeit zu gehen und sich zu quälen. Nicht nur dass die Qualität der Arbeit leidet: langfristige Schäden an Körper und Seele werden folgen. Irgendwann muss man einfach mal die Notbremse ziehen, sonst tut es unser Körper. Burnout ist einer der häufigsten Ursachen für einen Arbeitsausfall auf längere Zeit. Das gibt einem doch zu denken, oder? Wenn der Körper die Notbremse zieht und einfach aufhört zu funktionieren sollte Beweis genug sein endlich mal langsam zu machen.

Es ist schwer die Gedanken beiseite zu schieben: Die Kollegen sind sowieso unterbesetzt, die Kinder brauchen mich etc. . Das mag ja alles sein, trotzdem schaffen es die Kollegen auch mal ein paar Tage ohneeinen. Und die Kinder werden sich freuen wenn man wieder da ist.

Auskurieren und wieder TopFit auf Arbeit erscheinen. Das hilft langfristig gesund zu bleiben!