Ich nenne ihn Sven: Von der Angst zu Denken

Wie ich ja schon im letzten Beitrag erklärt habe bin ich die Besitzerin einer ausgeprägten Zwangsstörung mit dem Namen Sven. Sven ist ziemlich hartnäckig und liebt es sich in mein Leben einzumischen. Je schwächer ich bin , desto stärker ist Sven und umso mehr Futter bekommt er. Sven ist in den letzten Wochen gut gefüttert worden und ich bin der Meinung: Sven gehört auf Diät.

Wie setzt man eine Zwangsstörung auf Diät? Man nimmt ihr das Futter. Aber mit dem Denken aufhören geht ja nicht.  Wäre schön, ist aber unmöglich. Hirn ausschalten ist lebensgefährlich. Ich könnte es wie viele machen und mich mit legalen und illegalen Mitteln abschießen, aber das ist mir a) zu teuer b) zu ungesund und c) sorgt Sven dafür das ich vor jeglichen Substanzen Angst habe die ich nicht kenne. Das beudetet auch das neue Medikamente sehr schwer einzunehmen sind, weil ich paranoide Angst vor Nebenwirkungen  entwickelt habe ( obwohl die zu 99% ja nie auftreten). Hach ja, party hard in my brain.

Sven findet es wohl sehr lustig ruhige Momente auszusuchen und mir Gedanken ins Hirn zu kotzen. Sobald ich entspannen kann kommt er und flüstert: Was ist wenn du den Abschluss nicht schaffst? Was ist wenn du den Umzug nicht schaffst. Kannst du so lange alleine sein? Kannst du so weit weg von deinen Ärzten leben? etc…

Die richtige Antwort: Ich schaffe den Abschluss, den Umzug schaffe ich auch. Ich bin nicht alleine denn Hund und Schwiegermama sind dann da, und ja kann ich denn die Ärzte sind nur eine Stunde fahrt entfernt. Eigentlich alles gut. Aber durch Sven heißen die Antworten: Fuck, was is wenn ich es nicht schaffe? Krieg ich es hin? Wenn ich Versage bin ich nichts wert. Wenn ich den Umzug nicht schaffe zeige ich wie schwach ich bin, nicht erwachsen bin. Wenn ich alleine bin kann ich durchdrehen und Panikattacken bekommen ( die sehr selten Auftreten …) und wenn es zu akut ist bin ich nicht schnell genug in der Klinik ( ich musste noch nie als Notfall in die Psych.Klinik!). All das ist so sureal, aber Sven schafft es immer wieder es real klingen zu lassen.

Es kotzt mich im Moment so an das Sven mich innerlich fesselt. Er schränkt mich ein. Klar, ich versuche weitgehend gegen ihn anzukämpfen, aber an manchen Tagen ist es echt schwer. Zur Zeit ist alles ruhig, das liegt wohl auch daran das ein neuer Hund bei uns im Elternhaus eingezogen ist. Die Kleine beruhigt mich unbewusst, sogar meine Atemprobleme sind wieder besser geworden.

Morgen habe ich einen neuen Termin bei meiner Psychiaterin. Ich werde mit ihr über meine Tabletten reden.  Am liebsten hättte ich meine Depression wieder. Ich würde sofort Sven gegen eine Depression eintauschen. Das klingt drastisch , aber ich hab meine Depression besiegt und weiß das ich es wieder könnte. Wie es mit Sven aussieht weiß ich nicht. Meine Tabletten sind gegen die Zangsstörung, aber ich fürchte sie setzen nicht da an wo sie sollen. Im Inneren. Die äußeren Zwänge sind sehr gut zu behandeln , aber das Grübeln und Gedankenkarussel krieg ich nicht in den Griff. Ehrlich gesgat hab ich es satt andauern zu hören: versuchen sie mit positiven Gedanken dagegen anzukämpfen. Lenken sie sich ab. Verdammt wenn ich das könnte hätte ich nicht diese Probleme.Dann würde ich Sven auslachen und er sähe aus wie ein Magermodel von Heidi Klum.

Sven, ab morgen ist Diät angesagt!

 

 

 

 

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