Der Tropfen auf den heißen Stein oder: von der Einsamkeit einer Pädagogin im Alltag

Bis zu meinem 16. Lebensjahr wusste ich nicht dass ich mit Menschen jeglichen Alters, Hautfarbe, Religion und Kultur arbeiten werden. Jetzt , 10 Jahre später, könnte ich mir es garnicht mehr vorstellen ohne diese Berreicherung zu leben. Ein Leben für die Menschen, ja, das ist eine tolle Aufgabe mit vielen Herausforderungen. Für viele Menschen wirkt die Arbeit von Pädagogen als einfach , etwas das man einfach so machen kann. Zwar ist in den letzten Jahren das Bewusstsein für die anspruchsvolle Arbeit der Pädagogen gewachsen , trotzdem habe ich das Gefühl: irgendwie werden wir nicht als Fachkräfte wahrgenommen sondern als Babysitter.

Es ist verdammt noch mal nicht einfach Verantwortung für fremde Menschen zu übernehmen. Ich bewundere alle Eltern die uns Pädagogen so weit vertrauen und uns ihr Kind geben.Ich muss diese Menschen nicht nur einfach verwaren , nein, ich muss dafür sorgen das sie sich nicht weh tun, mit all dem versorgt sind was sie brauchen und dabei auch noch so viel spaß haben und lernen bis sie schulfähig sind. Alles ganz einfach oder? Kinder mit Förderbedarf? Kein Problem! Inklusion ist voll angesagt und wird auch umgesetzt…. im LiLaWunderland bei den Feen und Kobolden. Und alle machen mit, ziehen an einm Strang!

Fragt uns einer wie es uns dabei geht? Nein. Fragt mich jemand wie es mir damit geht? Nein.  Es wird erwartet zu funktionieren , und möglichst  viel Einsatz zu geben um den pädagogischen Alltag am Laufen zu halten. Kann ich mich da herausziehen? Jein. Man möchte nicht Quer stechen, möchte nicht unangenehm auffallen.  Das Zahnrädchen muss sich weiter drehen. Und dabei ist man so unendlich allein. Ich fühle mich allein. Ich fühle mich als Einzelkämpfer, weil ich lernen musst das es sich nicht lohnt Teamplayer zu sein. Ich wollte mich einfügen, nur um zu erkennen dass der nächste Dolch schon wartet in meinen Rücken zu fahren.

Aber wie soll man sich gegen diesen Apparat wehren? Im Moment weiß ich es nicht. Meine Gedanken dazu: Keinem mehr trauen? Schlechte Option, da Menschen auf Menschen angewiesen sind. Am ausgestreckten Arm verhungern lassen? Wirkt nicht sehr sozial. Im Moment behelfe ich mir mit : NEIN.

Nein, ich kann und will nicht mehr leisten. Nein, ich bin nicht verfügbar. Dafür ist mir die Qualität meiner Arbeit zu wichtig. Dafür sind mir die Menschen die mir anvertraut werden zu kostbar, egal ob auf Arbeit oder privat. Nein. Nein ich kann nicht. Nein ich will nicht.

 

 

 

 

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