Von 30er Zonen und Rollerparanoia

Liebes Tagebuch!

 

Nachdem ich Flashy nun seit einem Monat fahre habe ich viel erlebt. Ich musste feststellen wie krank doch

die Welt der Motoren ist und das es doch besser wäre den Führerschein nur machen zu können wenn man mental auch ganz Dicht unterm Dach ist. Das Gefühl dass Autofahrer und Rollerfahrer im Laufe des Lebens dem Wahnsinn verfallen beschleicht mich jeden Tag mehr. Deshalb habe ich entschlussen div. Krankheitsbilder hier vorzustellen die Auto- und Rollerfahrer gleichermaßen betreffen. Falls Ihr Anzeichen für eine dieser Krankheiten zeigt ; die nächste örtliche Fahrschule kann Linderung verschaffen!

 

Ich gebe zu , meinen Führerschein besitze ich erst seit 1 Jahr und ca. 8 Monaten. Aber dies ist noch lange kein Grund sich NICHT an die Verkehrsregeln zu halten. Leider wurde mir in den letzten Monaten ( ich fahre ja auch Auto) klar das gefühlte 95% der Verkehrsteilnehmer eine gewisse Abneigung gegen eben diese entwickeln oder entwickelt haben.

 

1) Die 30er-Zonen-Zwangsstörung

Die 30er-Zonen-Zwangsstörung zeigt folgende Symptome:

– Zwanghaftes Drängeln

– Krankhaftes über 30 Km/h fahren und die 30er Schilder ignorieren

– Lichthupen- und Hupentourett

– pathologisches Überholen bei nicht-einsehbarer Verkehrslage

– unnatürliches Zeit/Raumempfinden

 

Besonders Auffällig hierbei ist das wilde Gestikulieren und die verkrampfte Mimik des/der Betroffenen. Der innere Drang schneller als 30 Km/h zu fahren kann im Moment der 30er Zone nicht bekämpft werden.  Oftmals kommt zu dem Lichthupen- und Hupentourett auch noch Korprolalie, der Zwang Schimpfwörte gegen unschuldige Verkehrsteilnehmer zu schleudern die sich an die Verkehrsregeln halten, hinzu.

Diese Erkrankung ist schwer zu behandeln, da die Erkrankten oft uneinsichtig gegenüber ihrer Krankheit sind.

 

2) Rollerparanoia

 

Ein Phänomen das vor allem Rollerfahrer betrifft die sich an die Verkehrsregeln halten.  Durch ihre Umwelt beeinflusst wittert der paranoide Rollerfahrer überall Gefahr.  Typische Anzeichen einer Rollerparanoia sind:

– Nervöses, oftes in die Außenspiegel schauen

– Gefühl der Andersartigkeit gegenüber dem Rest der (Verkehrs) Welt

– Wutanfälle ( besonders beim überholt-werden)

– Zweifel am eigenen Verstand

– Gefühl des Verfolgt werdens , hervorgerufen durch Drängeln der anderen Verkehrsteilnehmer

 

Die allgemeinen Verkehrsregeln geben dem Paranoiden Rollerfahrer Sicherheit. Er/Sie kann es nicht verstehen warum andere sich nicht daran halten. Besonders riskante Fahrmanöver sorgen für Schweißausbrüche und Wutattacken bei der erkrankten Person. Ebenfalls besteht der Drang andere Verkehrsteilnehmer kräftig zu schütteln und anzuschreien.

 

3) Kurvenschneider-Syndrom aka. Wer braucht schon ein Überholverbot?

Gerade bei Kurven die nicht einzusehen sind verfallen Erkrankte in einen Geschwindigkeits- und Risikorausch. Die Symptomatik hierbei ist sehr simpel:

– Drängeln

– risikorreiches Fahren , besonders gerne in Kurven

– fehlende Rücksicht und Einfühlungsvermögen gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern

 

Sobald jemand nach ihrer Meinung nach ,, zu langsam” fährt , steigt ein unbändiger Drang auf den Verkehrsteilnehmer auf Biegen und Brechen zu überholen. Die Risikobereitschaft steigt exorbitant an. Durchgezogene Linien und Kurven wirken wie ein rotes Tuch auf den/die Erkrankte. Oftmals kann man beobachten das die 30er-Zonen-Zwangsstörung ebenfalls auftritt.

 

4) Camourflage-Syndrom / Gestörte Selbstwahrnehmung

 

Hierbei handelt es sich um eine gestörte Selbstwahrnehmung , bei der sich der/die Rollerfahrerin als Fahrradfahrer empfindet und dadurch auch der Meinung ist auf dem Fahrradweg zu fahren.

– gestörte Wahrnehmung von sich selbst und dem Fahrzeug

– Zwanghaftes dauerbefahren von Fahrradwegen

– Lückenhopsen

– plötzlich zwischen parkenden Autos auftauchen

-gestörtes Zeitempfinden

– Drang schnell vorran kommen zu müssen

 

Bei diesem Kranheitsbild ist der Faktor Zeit entscheidend. Auf der anderen Seite stellt man fest das diese

Rollerfahrer einfach keine Lust haben wie alle anderen zu warten. Typische Verhaltensweisen sind auf dem Fahrradweg fahren oder sich durch Autolücken quetschen. Prinzipiell sehen die Erkrankten im Recht , da ihr Gefährt ja 2 Räder besitzt. Das Männchen auf dem Radweg könnte ja auch ein Rollerfahrer sein. Werden die Erkrankten auf ihr Verhalten angesprochen fühlen sie sich immer ungerecht behandelt und diskriminiert.

 

 

Ihr seht  , es gibt viel mehr kranke Verkehrsteilnehmer als Ihr gedacht habt. Ich sehe sie jeden Tag und merke selbst das ich der Koprolalie gegenüber den Erkrankten verfalle. Ich versuche mir einzureden das sie nichts dafür können… aber das stimmt einfach nicht. Es wäre schön wenn Polizei und Co. kräftiger kontrollieren würden um diesen armen Menschen endlich klar zu machen wir krank sie doch sind. Die Behandlung wäre einfach: Fahrschule. Die Krankenkasse würde da bestimmt Kurse führ bezahlen!

 

Brumm Brumm

Die Vanja

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagebuch einer Rollerfahrerin : 28.04.2015

Liebes Blogtagebuch!

 

Seit fast zwei Wochen darf ich nun Flash ( y ) mein Eigen nennen. Nach langen Überlegungen hatte ich mich entschieden einen Rolle fahren zu wollen , da eine Studentin ohnehin kaum Geld hat und die Nerven sich ständig nen Parkplatz rund um die Uni zu suchen. Ein Roller ist praktisch für den Frankfurter  Verkehr ( 20-25 Minuten von mir bis zum Kampus , die Övis brauchen 45-60 Minuten), sparsam in der Versicherung ( 108 Euro im Jahr inkl. Diebstahlsicherung und Teilkasko) und tanken ist eine wahre Pracht ( 4-6 Euro und Flashy ist voll !). Damit Ihr erst mal sehr von wem ich spreche:

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Mein Baby

Seitdem ich Flashy habe leistet er mir gute Dienste. Das fahren auf ihm genieße ich sehr und es macht auch sehr viel Spaß. Wenn es da nicht Verkehrsteilnehmer geben würde die sich NICHT an die in Deutschland geltenden Verkehrsregeln halten würden. Und die Sorte Rollerfahrer die sich ebenfalls NICHT daran halten wollen.

Es ist allgemein bekannt : Durchgezogene Linien werden nicht  überfahren oder zum überholen benutzt. In Kurven wird nicht überholt. In 30er Zonen wird VERDAMMT NOCH MAL 30 gefahren! Und ganz wichtig natürlich wird nicht gedrängelt! So , nun frage ich mich: haben 90% der Bevölkerung von Frankfurt etwa in Offenbach ihren Führerschein gemacht , oder diesen auf der Kirmes geschossen? Wie kann es denn sein das ich fast von meinem Roller fliege , weil ich in einer Kurve von einem SUV überholt werde , weil dieser keine 10 Sekunden warten kann bis wir wieder auf eine Gerade kommen? Ganz davon abgesehen das eine durchgezogene Linie vorhanden war und er einfach mal schön auf die Gegenfahrbahn gefahren ist.

Diesen Donnerstag hatte ich das besondere Vergnügen die Rasse der Stop&Sprint Fahrer vor mir zu haben. Sie heißen so , weil sie urplötzlich ( oft Grundlos) bremsen und dann genau so schnell wieder anfahren. Nur um dann wieder zu bremsen. Was zur Folge hat das zwischen dem Stop&Sprinter und seinem Vordermann immer eine 5-8 Meter lange Lücke bildet. Dieser benutzt der Stop&Sprinter um sehr schnell anzufahren, loszuschießen und dann natürlich fest zu bremsen. Der Hinweg zum Kampus war noch okay. Ich mach mich zwar zum Buh-Mann , da ich mich an die Verkehrsregeln und vor allem an das TEMPO halte, dafür komme ich sicher auf dem Kampus an. Der Heimweg hingegen war furchtbar. Die Stop&Sprinter hatten wohl gedacht: Oh , Tante Vanja fährt jetzt Heim. Jetzt fahren wir auch alle los um sie zu ärgern. Ergebnis : Tourettähnliche Ausbrüche gepaart mit Headbangeinlagen vor lauter Blödheit der Aussenwelt. Die Krönung: ich steh brav mit den anderen Verkehrsteilnehmer an um beim nächsten Schwung über die Kreuzung zu kommen. Was machen meine Mitrollerfahrer? Blamieren die ganze Innung und fahren über die Fahrradwege und BÜRGERSTEIGE! Leute , das geht gar nicht. Ihr hab den Führerschein erworben damit ihr eben nicht mehr auf den Bürgersteig müsst. Das heißt aber auch das ihr auf der STRAßE fahren müsst!

Ich habe es schon lang aufgegeben an Polizei und Gesetzt zu appellieren. Das einzige was meinen Frust über so viel Ignoranz und Blödheit dämpfen kann ist dieser Blog. Vielleicht liest ihn jemand und nimmt sich folgendes zu Herzen:

1) Geht nochmal in die Fahrschule wenn Ihr NICHT WISSEN SOLLTET wie man sich im Verkehr verhält

2) Haltet Euch an das Tempo. Fahrt lieber 5 Minuten früher los. Das spart Euch Geld ( Blitzer etc.) und meine Nerven

3) An durchgezogenen Linien darf man NICHT überholen. Vor allem nicht IN EINER KURVE

4) Auch in KURVEN darf man NICHT überholen

5) Ich verstecke nichts in meinem Top Case, also hört auf sie dicht aufzufahren

6) Fällt die Ampel aus : Verkehrsschilder beachten oder Notfalls rechts vor links

7) Fahrradwege sind keine Rollerwege

Mir fällt bestimmt noch mehr ein , aber das hebe ich mir für die nächsten Einträge auf. Zur Information: Ich fahre auch Auto. Habe seit fast 2 Jahren meinen Führerschein und im Gegensatz zu anderen weder nen Unfall verursacht , etwas beschädigt oder nette Fotos bekommen. Auch Strafzettel hat es bei mir noch nie. Das liegt daran weil ich mir die Regeln in der Fahrschule im Kopf behalten habe. Mein Fahrlehrer ( best Fahrschullehrer ever!) trägt einen erheblichen Teil dazu bei das ich in diesem Verkehrschaos überlebt habe und dieses bewältigen kann.

So , ich roller mal weiter. Bin gespannt was passiert wenn ich morgen mit meinem Freund ne Runde drehe.

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BRUMM BRUMM! Eure Tante Vanja