Studium vs. Real Life

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In meinem Leben sind mir schon einige Menschen begegnet die anscheinend in einer rosa Zuckerwattewelt leben. Unter anderem gehören dazu jede Generation von Erstsemestern. Ich war auch mal so jung aber wollte niemals die Welt verbessern. Ich will lernen aber nicht weil in China ein Sack Reis umfällt diesen Vorgang bis zum Ende diskutieren. Und nein, ich wollte niemals 8-12 Semester für mein Studium brauchen weil ich die Einstellung : ,, Ach na ja, das is ja schon schwer hier. Dann mach ich das einfach nächstes Semester oder so!”verinnerlicht habe.  Liebe Erstsemester! Ich möchte Euch nun einmal mit der Realität konfrontieren. Kein Angst , danach könnt Ihr gerne zu Eurem Supervisor gehen , falls Ihr überhaut wissen solltet was ein Supervisor ist.

 

1) Weltretten gibt es ab dem 2. Semster nicht mehr.

Frische , junge Menschen die meist direkt aus der Schule kommen haben noch Ideale. Jedes Semester sehe ich diese jungen Leute mit all ihren Ideen und Träumen.  Die Vorstellung einfach nahtlos von der Schule an der Uni zu wechseln und dann sofort alles Verbessern zu können ist utopisch. Es beginnt schon mit den Dozenten. Sind es gute Dozenten werden sie Euch sofort auf den knallharten Boden der Realität bringen. In Euren Idealismus werdet Ihr erst einmal rebellieren: ,, Der Dozent ist doof, sieht nur schwarz etc.!” Nein, das tut er nicht. Wenn Ihr glaubt das Ihr nach dem Studium als fertige Pädagogen oder Sozialarbeiter den Campus verlasst habt ihr Euch geschnitten. Street Worker werden? Klar, aber denk dran das nur ein Bachelor nix bringt, Anerkennungsjahr ist angesagt. Dies gilt übrigens für fast alle Sozialen Berufe die auf dem Studium aufbauen.

 

Sind es schlechte Dozenten , werden sie Euch in Eurer wattigen Welt lassen , Euch den Po tätscheln und nach 6 Semstern auf die raue Welt loslassen. Und dann kommt das wovor ich Angst habe. Menschen die wirklich denken das Kinder , die sich nicht nach einer Tabelle entwickeln sofort Entwicklungsverzögert sind. Alle Alkoholiker müssen sofort auf Entzug und nach diesem werden sie für immer Abstinent sein. Und wenn man nur lange genug Händchen hält und keine Sanktionen erteilt werden auch Drogenabhängige , Schulschwänzer und jugendliche Straftäter zu lammfrommen und funktionierenden Mitglieder der Gesellschaft. Das Deutsche Gesetzt wäre der beste Freund von jedem Menschen und Geld wächst am Geldbaum.

 

2) Arbeiten statt gemütlich im Freien sitzen

Ich konnte schon oft feststellen das Ersties an die Uni kamen und dachten : Hier kontrolliert ja keiner ob ich mitarbeiter oder nicht. Juhu, es gibt keine mündlichen Noten. Jetzt ist erst einmal chillen angesagt. Und dann , so ca. 2 Wochen vor den ersten Klausuren , kommt die eiskalte Hand der Gewissheit : FUCK! Ich muss ja auch irgendwie Prüfungsleistungen erbringen. In den Sommersemestern sitzen die Ersties im Freien und unterhalten sich angeregt über Semesterferien oder zukünftige Auslandssemester. Im Winter trifft man Ersties meist im Studentencafé , genau über die selben Themen sprechend. Die Zukunft wird sich in vielen bunten Farben ausgemalt und dann…..kommen die Prüfungen. Tja , wäre man mal zu den Vorlesungen gegangen und hätte da auch mal zugehört. Da kriegt man nämlich ( fast immer) gelernt wie´s geht.  Wie aufgescheuchte Hühner rennen nun alle umher und jammern , beantragen Fristverlängerungen ( woher wissen die denn wie DAS geht????) oder quälen ihre Tutoren mit Fragen die selbst meine Oma beantworten könnte. Liebes Ersties! Uni = Lernen , Gutes Lernen = Gute Noten. So einfach ist das, fast wie Schule, wa? Nur das Ihr Eigenverantwortung zeigen müsst. Eine Eigenschaft die die wenigsten von Euch besitzen.

 

3) Bachelor : Fahrkarte ins Glück

Sind die benötigten Semester und Prüfungen um und Ihr habt bestanden , falls Ihr Euch aus Eurer Zuckerwatterwelt getraut habt , kann der Ernst des Lebens ja beginnen. Viele Ersties glauben wirklich das man nach dem Studium sofort automatischen einen Sozialpädagogenstatus erhält und jede Einrichtung sich alle Finger nach Ihnen lecken. Tut mir Leid, da muss ich Euch enttäuschen. Nach dem Abschluss habt ihr zwar einen Bachelor , aber damit könnt Ihr Euch kaum was kaufen. Anerkennungsjahr heißt das Zauberwort. Das bedeutet: Alle Lerninhalte des Studiums in einem Jahr praktisch anwenden können. Ihr denkt das ist einfach? Anerkennungspraktikanten werden ganz anders behandelt als reguläre Praktikanten. Von Euch wird erwartet SELBSTÄNDIG zu arbeiten und ZU DENKEN. Ihr werdet auf das WAHRE LEBEN losgelassen und das wahre Leben erwartet das Ihr Euch beweist. Wie , arbeiten um einen Titel zu bekommen? Also wenn Ihr jetzt noch nicht verstanden habt das Studium arbeitet bedeutet , möchte ich nicht Euer Klient werden.

 

 

Alles in allem: Lernen , Lernen und Lernen. In der Uni gibt es keine Module über Chillen , Kinderkuscheln oder Weltretten. Setzt Eure Ansprüche lieber niedriger als zu hoch um nicht enttäuscht zu werden. Sucht Euch Studenten die effektiv Arbeit um wenigstens ein wenig lernen zu können. Weichspühldozenten werden dafür sorgen das der Eintritt in die Realität noch schwerer wird. Bitte liebe Ersties , nehmt die rosa Brille ab: Soziale Arbeit ist nicht Händchen halten und alles wird gut. Ihr werdet auch nicht mit einem mal das Hungerproblem von Afrika lösen oder die Kinderarmut in Deutschland beseitigen. Schaut Euch in Eurer Umgebung um: da liegen die Problem. Und die können nur gelöst werden wenn Ihr aufwacht , Euch auf Eure Hintern setzt und nicht die Studienplätze für andere Menschen blockiert die wirklich etwas lernen wollen.

 

 

 

 

Einmal Pädagoge immer Pädagoge, auch beim einkaufen!

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Wer kennt das eigentlich nicht? Man hat endlich Feierabend ( juhu!) , fliegt förmlich aus der KiTa und dann fällt einem ein: Verdammt , ich muss noch einkaufen! Also ab nach Hause und Einkaufszettel schreiben. In der Theorie weiß ich gaaaanz genau was ich brauche und mein Hirn arbeitet schon einen strategischen Plan aus wie ich am schnellsten  durch den Supermarkt komme.  Das dürfte alles in allem eine halbe Stunde dauern. In einer Art Trance trabe ich in Richtung Supermarkt.

Aus meiner einfachen  Theorie knalle ich in die eiskalte und grausame Praxis. Bin ich eigentlich verrückt? Es ist nach 17 Uhr! Nach 17 Uhr einkaufen zu gehen ist genau so gefährlich wie morgens um 10 Uhr! Und warum? Weil genau um diese Uhrzeiten , meist nachdem die Rentnerflut abgeebbt ist , Familien einkaufen gehen. Zu 90% Mütter mit ihren Kindern. Liebe Mütter, versteht mich nicht falsch , natürlich müssen wir alle einkaufen. Aber warum  , waaaarrruummm lasst Ihr Eure Konsequenz und Durchhaltevermögen beim betreten des Supermarktes einfach fallen?  Warum? Als ob ein Schalter im Kopf der Erwachsenen umgeschaltet wurde versperren sie die Wege mit Kinderwagen und/oder Einkaufswagen. Es ist unmöglich auch nur 1 cm zur Seite zu rücken , denn Mama ( oder Papa , aber meistens Mama) ist damit beschäftigt Kindertee einzuladen und dabei ihr Kinder zu bändigen. Da ist sie wieder , die Realität. Hatte ich nicht noch vor einer Stunde die Arbeit verlassen? Unweigerlich spüre ich wie die Pädagogin in mir erwacht.

Aber es hilft ja alles nicht. So schnell ich kann packe ich Salat , Tomaten , Gurken und Kartoffeln ein. Gerade will ich weiter in Richtung Brot da höre ich schon eine sehr helle Stimme quietschen : ,, Nein , Smarties. Mit Smarties!” Darauf hin eine ( eindeutige) weibliche Stimme : ,, Aber Moritz , ich hab doch erst beim Bäcker Muffins gekauft. Du brauchst doch keine neuen Muffins mit Smarties drauf!” Moritz , ein kleiner Junge der etwas rot anläuft , versucht vom Einkaufswagen aus nach dem Päckchen mit Muffins zu greifen. Es gelingt nicht da Mama den Einkaufswagen etwas zur Seite rückt . ,, Gib her! Gib!” quäkt Moritz. Ich schleiche mich näher an die beiden heran und beobachte. Mama will Moritz streicheln. ,, Wir haben aber doch Muffins…” ,, GIB HER!” brüllt Moritz und vergießt nun bittere Wuttränen. Mit einem leicht panischen Blick versucht die Mutter zu beschwichtigen. ,, Moritz , wenn wir im Auto sind kannst du einen Muffin vom Bäcker haben.” Aber das kommt bei ihrem Sohn schon gar nicht mehr an. Er schluchzt nur noch lauter , ja wird fast geschüttelt von seiner Wut , und drückt ab und an ein : ,, Muffin!” und ,, Smarties!” heraus. Die Pädagogin in mir schreit: Nicht nachgeben. Weiterlaufen. Moritz wird es überleben. Wenn du jetzt nachgibst hat er dich! Und gerade will meine innere Stimme anfangen zu jubeln , da greift Mama Moritz nach den Smartiesmuffins , öffnet die Packung , und drückt eine dieser Zuckerbomben dem kleinen Monster in die Hand! ,, Aber jetzt gibst du ruhe!” ,, Ja!” lacht Moritz. Hatte er nicht eben gerade noch geweint?

Verständnislos gehe ich weiter. Ist das gerade echt passiert? Hat sie ihm wirklich eine Muffin gegeben? Warum? Warum lässt sie so etwas zu? Mein Hirn findet keine Antwort , auch die kleine Pädagogin schüttelt nur den Kopf. Die ganze Situation war so unverständlich für mich das ich wie im Halbschlaf Eier , Milch und Wurst in meinen Einkaufswagen packe. Jetzt noch zum Jogurt. Verdammt! Wie haben es Moritz und seine Mama geschafft sich an mir vorbeizuschleichen? Der kleine Giftzwerg , Muffinkrümel kleben noch in seinem kompletten Gesicht , drangsaliert Mama mit Pudding. ,, Moritz , du hattest einen Muffin , da gibt es keinen Pudding mehr.” Daraufhin lässt sie den Einkaufswagen samt Kind stehen und dreht sich zu einem anderen Regal. Sohnemann sieht es aber gar nicht ein auf seine Süßspeise zu verzichten. Ich packe gerade meinen Jogurt ein , da sehe ich wie Moritz beherzt ins Regal greift und einen Schokopudding herausangelt. Geschickt macht er ein Loch in den Deckel , steckt den Finger in den Becher , holt dieser wieder heraus und leckt ihn ab. Ich : ,, Ihr Sohn hat gerade einen Pudding beschädigt!” Moritz Mama : ,, Das kann gar nicht sein. Ich hab ihm den Pudding verboten.” Worauf hin sie sich umdreht und ihren kleinen Mann munter naschen sieht. ,, MORITZ!” Moritz nascht weiter. Sie versucht ihm den Pudding wegzunehmen. Moritz fängt an zu plärren. Anstatt sich durchzusetzen lässt die Mutter los, und mit einem ,, Ist ja eh kaputt , muss ja eh bezahlen.” , zuckeln die beiden weiter.

Völlig Fassungslos führt mich mein Weg weiter zum Klopapier. Hier habe ich nun endlich einmal meine Ruhe. Pause! Um mich herum immer mehr Mütter mit Kindern. Aus allen Ecken und enden höre ich gequäcke und Mütter die versuchen sich durchzusetzen. Meine Hoffnung mit einem niedrigen Stresslevel nach Hause zu gehen schwindet. Sekündlich. Turbo reinhauen und den Rest der Einkaufsliste in Rekordzeit einsammeln. Nach gefühlten 20 Stunden sehe ich schon die Kassen . Die Laune steigt , entkomme ich doch dem Wahnsinn? Anstellen und wohlfühlen. FALSCH! Wer sitzt da hinter mir im Einkaufswagen? Genau! Moritz. Meine Finger klammern sich um den Griff des Wagens. Durchatmen. Vielleicht ist er ja jetzt endlich ruhig?

Beim bepacken des Laufbandes landet plötzlich ein Päckchen Kaugummi auf meinem Salat. ,, Nein Moritz! Lass das. Du kriegst nichts mehr.” Ich hebe das Päckchen auf und schaue hoch. Moritz hat sich zu mir umgedreht und streckt die Hand aus. Ganz pädagogisch sage ich : ,, Deine Mama hat Nein gesagt.” Moritz läuft rot an und brummt : ,, Meins!” Ich : ,, Nein , meins. Liegt auf meiner Seite des Bandes!”, und mit einem breiten Lächeln lege ich den Kaugummi zurück zu meinem Salat. Entsetzt schaut Moritz erst mich und dann seine Mama an. Er will gerade anfangen zu weinen da zische ich: ,, Deine Mama hat NEIN gesagt!” Seine Mutter schaut mich groß an und weiß nicht was sie daraufhin antworten soll. Schnell bezahlen. Ware einpacken. Dem schreienden Moritz zuschauen wie er seine Mama haut. Ganz ruhig wickel ich mir einen Kaugummi aus und stelle mich zu dem Kind. Langsam stecke ich mir den Kaugummi in den Mund. Moritz schaut groß. Ich puste eine riesige Blase. Nachdem sie geplatzt war sage ich mehr zu seiner Mutter als zu ihm : ,, Ein gut platziertes Nein wirkt wunder. Oder ein Maulkorb. Wenn das mit dem Nein nicht funktionieren sollte.” Die Pädagogin in mir tobt. Sowas von unprofessionell. Na und? Seelenruhig marschiere ich aus dem Supermarkt. Der Kaugummi schmeckt wirklich gut! Und Lust auf einen Muffin habe ich auch.

Ganz ehrlich? Ich weiß gar nicht mehr wie viele Moritze ich schon erlebt habe. Warum lasst Ihr Mama´s Euch das gefallen? Natürlich seid Ihr gestresst vom Alltag. Aber warum tut ihr Euch dann noch einkaufen mit Kind an? Viele Supermärkte haben von Früh bis Spät offen. Wenn Eure Kinder in Krabbelstuben oder KiTa´s gehen wäre das doch dann der perfekte Zeitpunkt um in semiruhe einkaufen zu gehen. Oma , Opa oder Papa können auch auf die kleinen Racker aufpassen.  Und ganz wichtig: Ein NEIN tut nur im ersten Moment weh. Garnicht lange um den heißen Brei herumreden. Nein bedeutet nein. Ja ,das Kind wird heulen und brüllen , und ja! Es wird Euch auf den Geist gehen! Aber konsequent sein ist das Beste für Euer Kind und Eure Nerven. Und meine Nerven! Ihr habt beim Bäcker schon Süßes gekauft? Dann gibt es nichts im Supermarkt. Mal ganz davon abgesehen das Kinder sowieso nicht so viel naschen sollten. Verlockungen kann man geschickt umfahren. Eignet Euch ein taubes Ohr an, das wirkt wunder. Hinhören ja , nachgeben nein. Eure Kinder werden keinen Schaden davon tragen wenn sie das Ü-Ei oder die Gummibärchen nicht bekommen werden.

Tante Vanja sagt: Kindheit für die Kinder ( und einkaufen bitte ohne , oder wenigstens morgens)

Das Einschlaguch für Sternenkinder

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Heute stelle ich Euch das Einschlagtuch für Sternenkinder vor. Das oben gezeigte Bild ist ein sehr simples Einschlagtuch und für Anfänger sehr gut geeignet. Ich persönlich mag es lieber einfach , deshalb hat es kaum Verzierungen. Aber im Laufe der Zeit werde ich auch etwas aufgehübschtere Versionen dieser Einschlagtücher zeigen. Aber nun los : schnappt Euch die Häkelnadeln und fangt an  😉

 

Basic: Das Tuch häkeln

Für alle die (noch) nicht häkeln können: auf Youtube gibt es eine Vloggerin namens Häkelmädel . Sie erklärt total einfach und schnell wie man häkeln lernen kann. Ruck zuck sind die ersten Stücke erstellt. Alle anderen Handarbeiter/Innen können schon loslegen. Je nach Stärke der Wolle ( meine hatte eine Stärke für eine 3er Nadel) eine Quadrat häkeln. Am Besten mit halben Stäbchen damit das Tuch nicht zu durchsichtig wird. Für mein Tuch habe ich eine Fläche von 25 auf 25 Maschen verwendet. Zum Schluss habe ich das Tuch noch einmal mit einer anderen Farbe umhäkelt.

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Wickelprobe

Wenn Ihr alles Richtig gemacht habt solltet Ihr nun ein Quadrat vor Ech liegen haben. Dieses dreht ihn nun so das eine Raute entsteht. Erst faltet ihr den unteren Teil der Raute bis kurz vor die Mitte des Tuches. Danach schlagt ihr die rechte Seite des Tuches ein. Zum Schluss die Linke. So erhaltet Ihr die charakteristische Einschlagtuchform.

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Verschlussbändchen

Dreht das eingeschlagene Tuch um. Nun nehmt ihr ein Satinband ( oder Vergleichbares , es muss nur gut schließen können. Profis können natürliche auch Knöpfe annähen) und umschlingt das Tuch einmal komplett. Die entstandene Länge wird nun um 6-10 cm verlängert damit man später eine Schleife binden kann. Die Schleife sollte auf der linken Seite des Einschlagetuchs sein.

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Befestigen und Verzieren

Nun öffnet ihr das Tuch wieder und legt es wieder zur Raute vor Euch. Das Band muss nun befestigt werden. Denkt daran , das genug Band übrig bleibt damit man das Tuch mit einer Schleife verschließen kann. Ich habe einfach das Bändchen aufgenäht und als Verzierung einen kleinen Knopf aufgeklebt. Da ich nicht gut nähen kann hat dieser meine Naht gut versteckt.

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Fertig

An und für sich nicht schwer. Wer möchte kann danach natürlich noch andere schöne Applikationen aufnähen, aber denkt daran: Kinder werden darin beerdigt. Also nicht zu kitschige oder knallige Bänder , Knöpfe , Tiere oder Aufnäher verwenden.

So kann man sehr einfach und schnell ein schönes Einschlagtuch für ein Sternenkind häkeln und verzieren.

Tante Vanja sagt: Kindheit für die Kinder

Aktion Kleidung für Schmetterlingskinder : Handarbeit für den guten Zweck

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Wenn es die Kleinsten der Kleinen nicht ins Leben geschafft haben ist dies ein besonders dramatischer und trauriger Augenblick. Die Eltern sollten in diesem Moment so wenig wie möglich gestört werden und so viel Zeit mit ihrem Kind verbringen wie es geht. Oftmals haben Eltern , die schon wissen das sie ein Sternenkind auf die Welt bringen oder eine Abtreibung vornehmen lassen müssen , schon Kleidung für ihre Kleines ausgesucht. Doch für Kinder die sehr früh auf die Welt kommen gibt es keine Kleidung , Schlafsäckchen oder Deckchen.

 

Das Thema Sternenkinder liegt mir sehr am Herzen. Deshalb informiere ich mich regelmäßig über Aktionen oder Spendensammlungen für diese. Diesmal bin ich auf das Projekt ,, Kleidung für Schmetterlingskinder” von frauenworte.de gestoßen. Hier werden Handarbeiter/Innen animiert für Sternenkinder Kleider oder Grabbeigaben herzustellen.

 

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Auf der Site bekommt man alle Informationen von Farbauswahl über Strick- , und Häkelmuster bishin zur Herstellung von Sargbeigaben.  Das ganze Projekt basiert auf Freiwilligkeit , das heißt alle Mitarbeiter dieses Projektes sind Ehrenamtliche.

Ich werde in der nächsten Zeit öfter über verschiedene Kleidungs -, und Grabstücken schreiben , wie man diese herstellt , aus welchen Materialien diese sein sollen , und wie diese auch noch schön aufgehübscht werden können.

Das Thema ist traurig und heikel , aber ich kann nur jede/n ermuntern : Spendet oder lasst die Nähnadel glühen. Denn Sternenkinder sollen genau so schön angezogen sein und es genau so kuschelig haben wie ihre lebenden Freunde.

Tante Vanja sagt: Kindheit für die Kinder

GUK , Big Talk und Talker : Kommunikation muss nicht immer per Wort passieren

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Ob mit oder ohne Behinderung: Kinder möchten kommunizieren und dabei auch verstanden werden. Das dies nicht so einfach ist wissen wir Erwachsenen. Wie oft standen wir schon ratlos vor den Kids und starrten in diese riesigen , fragenden Augen. Aber was soll dieses wedeln mit der Hand bedeuten? Warum schreit das Kind immer ,, Am Am” und reibt sich den Mund? Gerne hätten wir einen Universalübersetzer. Der Frust auf beiden Seiten ist sehr hoch , was sich bei Kindern von Wut bis Resignation äußern kann. Erwachsene hingegen fühlen sich eher hilflos oder sind verwirrt. Ich zeige Euch nun ein paar kleine Gerätschaften und Techniken um die Kommunikation zwischen Kleinkindern und Kindern mit Behinderungen einfacher zu gestalten.

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GUK – GebärdenUnterstützdene Kommunikation

Wer glaubt das Gebärdensprache nur etwas für Gehörlose oder Stumme ist täuscht. Schon die kleinsten Kinder verstehen schnell den Zusammenhang zwischen einem Wort ( z.B Apfel) und der Gebärde dazu ( abbeißen , dem abbeißen von einem Apfel nachempfunden). Integriert man Kindergebärden in den Alltag der Kinder werden diese von alleine beginnen ebenfalls zu gebärden. Sinn und Zweck der GUK ist es das Kinder ihre Bedürfnisse äußern können , und zwar so , das sie auch verstanden werden. Erfolgt eine positive Reaktion auf die Gebärde erlebt das Kind nicht nur einen Glücksmoment, es wird auch ermutigt weiter zu kommunizieren. Der Furstlevel sinkt erheblich , die Kinder sind oft ausgeglichener als Nicht-gebährdene Kinder. Eine Technik die für Babys , Kleinkinder und generell Kindern mit Behinderungen sehr gut geeignet ist.

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Big Talk/ Big Button

Für Kinder die nicht sprechen können ,egal aus welchen Gründen , gibt es den Big Talk.  Eltern , Erzieherinnen oder Lehrer können dieses Gerät  besprechen. Es funktioniert also wie ein Diktiergerät. Je nach Situation kann z.B ,, Ja” und ,, Nein” , ,, Guten Morgen” aufgesprochen werden. Richtet man das Wort an ein Kind mit Big Talk muss es auf diesen drücken/hauen und die Antwort ertönt. Dieses Gerät wird oft bei Schwerstbehinderten verwendet da diese oftmals nicht in der Lage sind via GUK oder Talker zu kommunizieren.  Der Big Talk motiviert durch seine Mechanik zusätzlich das Kind diesen zu benutzt. Mit dem Big Talk soll nicht nur die Kommunikation gefördert werden , auch die Aufmerksamkeit wird geschult. Denn das Kind muss darauf achten wann es drücken muss.

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Der Talker

Der Talker ist ein Gerät das für Kinder geeignet ist die entweder nur schwer sprechen lernen oder an einer Kommunikationsbarriere leiden ( wie zum Beispiel beim Autismus oder Mutismus). In verschiedenen Kategorien können Sätze und Wörte ausgewählt werden. Der Talker spricht diese dann aus. In der Regel sollen die Kinder während des Bedienens versuchen in Lautsprache mitzusprechen. So erhält das Kind die Chance die korrekte Aussprache eines Wortes / Satzes zu hören und seine Umwelt versteht es , auch wenn die Sprache verwaschen oder stockend ist. Die Gesprächskategorien sind mit einfachen Symbolen gekennzeichnet , dementsprechend ist die Handhabung des Talkers sehr einfach und fast schon intuitiv. Vorraussetzung um mit dem Talker arbeiten zu können ist  lesen zu können . Kinder die nicht fähig sind lesen zu lernen können einen Talker mit einfachen Symbolen verwenden oder gegebenenfalls auf GUK zurückgreifen.

Kindern eine Sprache geben

Ich selbst bin ein sehr großer Fan von der GUK Methode , die ich auch selbst praktiziere. Besonders schön ist diese für Kleinkinder , da man alle Gebärden in Lieder oder Fingerspiele einbauen kann. Auch im Alltag kann man GUK wunderbar integrieren. Vom Talker bin ich auch sehr überzeugt. Als ich in der Schule für praktisch Bildbare gearbeitet habe konnte ich viele Autisten beobachten die sehr flink mit diesem kommunizieren konnten. Die Lautsprache entwickelte sich ebenfalls sehr schnell. Zum Big Talk habe ich gemischte Gefühle. Das Kind/Der Erwachsene ist darauf angewiesen das eine andere Person etwas auf den Big Talk spricht. Er/Sie ist also nicht Herr/Herrin über seine Kommunikation. Zwar kann ein Big Talk unterstützend wirken , ist in meinen Augen aber nur ein kleines Hilfsmittel.

Tante Vanja sagt: Kindheit für die Kinder

Du hast einen Busen… und ich hab einen kleinen Busen

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Kindermund tut Wahrheit kund!

In 9 Jahren pädagogischer Arbeit erlebt man schon einige komisch Situationen. Heute berichte ich von ein paar kleinen Szenen die ich in der Krabbelstube und im Kindergarten erlebt habe. Viel Spaß =)

Mein Papa hat einen kleinen Busen!

Nachdem wir die Kids aus ihrem Mittagsschlaf geholt hatten ergab sich ein sehr interessantes Gespräch zwischen mir und einem 2 1/2 Jährigen Jungen. Der kleine Mann saß noch etwas verschlafen auf einem kleinen Hocker und beobachtete mich beim Sortieren seiner Kleidung. Beim Strumpfhose anziehen bitte ich ihn sich hinzustellen , damit er diese besser hochziehen könne. Dabei hält er sich mit einer Hand an meiner Schulter fest. Da der Kleine noch etwas wackelig ist rutscht seine Hand herunter und landet auf meiner Brust. Erstaunt setzt er sich hin und sieht mich an.

Junge: Du hast einen Busen!

Ich: Ja, da hast du Recht. Ich habe einen Busen.

Junge: Du hast einen großen Busen …. und ich einen kleinen Busen.

Ich: Du hast eine Brust , Frauen haben einen Busen.

Junge: Dann hat meine Mama einen großen Busen und ich eine Brust , weil ich ein Junge bin.

Ich: Ja, deine Mama hat einen großen Busen , die muss ja auch deinen kleinen Babybruder füttern.

Junge: (lacht) Ja, und mein Papa hat dann nur einen kleinen Busen!

Darauf hin musste ich erst einmal laut loslachen. Man sollte Kinder niemals unterschätzen , sie wissen mehr als wir glauben. Und im Schlussfolgern sind sie auch groß!

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Penis , hihihihi!

Morgens beim Frühstücken in der Krabbelstube. Noch relativ verschlafen sitzen die Kids am Tisch und kauen ihr Brot. Ein kleiner Pfiffikus ist aber schon Putzmunter und brüllt ,, Kaka” und ,, Pipi” durch die Gegend. Die Erzieherinnen und ich versuchen den Kleinen freundlich davon abzubringen so laut zu schreien. Ich weiß nicht warum er drauf kam , aber nach einer stillen Minute kam dieser Dialog zustande:

Junge: Ich hab einen Penis!

Erz. 1: Das stimmt. Du bist nämlich ein Junge!

Er zeigt auf ein Mädchen.

Junge: Du hast auch ein Penis!

Das Mädchen schaut etwas verwirrt und sieht dann eine Erzieherin an , schüttelt dabei den Kopf.

Ich: Nein, schau mal sie ist ein Mädchen. Die haben keinen Penis.

Der Kleine zeigt auf den Jungen neben dem Mädchen.

Junge: Junge! Penis!

Erz. 2: Genau.

Im Wechsel ordnet er den Kindern die richtigen Geschlechter zu. Sichtlich zufrieden beißt er danach in sein Brot und meint zu den Erzieherinnen: Und ihr seid Mamas , weil ihr habt einen Busen!

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Babytier und Mamatier

Im Kindergarten gibt es immer viel zu tun. Da bleibt kaum Zeit um sich in Ruhe male mit den Kindern hinzusetzen und ein kleines Buch zu lesen. Meist schaffen wir es erst am Nachmittag. Im Sommer saß ich unter unserem Kastanienbaum im Garten des Kindergartens und betrachtete mit 2 Kindern ein Bilderbuch mit Tieren. Ein 6 jähriges und ein 4 jähriges Mädchen saßen auf meinem Schoß.

Ich: Na , da sind aber echt viele Tiere auf dem Bauernhof.

6 Jährige: Jaaa, so viele Mamatiere und Papatiere. Und Babys!

4 Jährige: Ja , da sind auch Babys.

Ich: So? Na wie heißt denn das Baby von dem Mamaschaaf?

4 Jährige: Mäh!

6 Jährige: Nein , das heißt nicht Mäh! Lamm!

Ich: Genau! Das ist ein Lamm.

Es folgen weitere Zuordnungen : Ziege , Katze , Hund , Maus und Pferd. Bei der Kuh allerdings dauert es etwas.

Ich: So , das ist eine Kuh. Wie heißt das Baby von der Kuh?

Beide Mädchen denken nach. Die 4 Jährige schüttelt den Kopf. Nach einer weiteren Minuten schreit die Große:

Ich hab´s! KÜH!

Eigentlich könnte ich ganze Bücher mit solchen Erlebnissen füllen , leider hätte ich dann für nichts mehr Zeit. Aber da merkt man mal wieder wie pfiffig Kinder sind. Und das sie sich von Erwachsenen nicht für dumm verkaufen lassen. Deshalb denkt dran: haltet Eure Kinder nicht künstlich Dumm! Sagt es so wie es ist: Mama hat einen Busen und der Papa eben nur einen kleinen Busen 😉 Und nicht vergessen , Frauen sind nur Frauen wegen ihres Busen und nicht wegen ihrer Vagina!

Tante Vanja sagt: Kindheit für die Kinder

Von Schmetterlingen und Sternen : Wie Sternenkinder trotz Trauer unseren Himmel erhellen

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Die Geburt eines Kindes ist für viele Eltern eines der schönsten und glücklichsten Ereignisse ihres Lebens. 9 Monate haben sie gewartet , gehofft und sich gefreut. Und dann ist es soweit. Ein weiterer Mensch betritt diese Welt. Der erste Schrei sorgt für Glücksgefühle bei Eltern und Erleichterung bei den Ärzten. Aber was ist wenn dieser ersehnte Schrei ausbleibt? Der Arzt bei der letzten Vorsorgeuntersuchung plötzlich sehr ernst auf den Ultraschall blickt? Oder sich bei der werdenden Mutter plötzlich ein ganz komisches Gefühl einstellt?

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Sternenkinder sind Menschen!

Als Sternen-, oder Schmetterlingskinder bezeichnet man Kinder die vor , während oder nach der Geburt versterben. Hierbei spielt es keine Rolle in welchem SSW das Kind auf die Welt kommt. Alle kleinen Sterne haben einen Platz am Himmel. Alle Kinder die unter 500 Gramm geboren werden , wurden bis vor kurzem einfach nur Frühgeburt genannt , was den betroffenen Eltern sicherlich sehr sauer aufgestoßen ist. Man verliert sein geliebtes Kind und es wird nicht als dieses anerkannt. Ab ca. 2009 hat sich der Begriff Sternenkinder zum Glück in Deutschland durchgesetzt. 2013 legte der Bundestag endgültig fest das verstorbene Kinder unter 500 Gramm als ,, Existenz” anerkannt wurden und somit ein Recht darauf hatten ins Familienregister eingetragen zu werden. Vorbei war die Zeit in der Sternenkinder im medizinischen Abfall ,, entsorgt ” werden , ein richtiges Begräbnis steht ihm/ihr und den Eltern zu.

Wenn die Reise noch ansteht

Liest man im Internet findet man viele Eltern die schwer kranke Kinder auf deren letzte Reise begleitet haben und diese ebenfalls dann als Sternenkinder bezeichnen. Wenn möglich sollten Kind und Eltern im eigenen Heim Abschied nehmen können. Durch Palliativdienste speziell für Kinder und junge Menschen versorgt man die Kinder pflegerisch und medizinisch. Auch Intensivmedizin ist im Rahmen der Versorgung im eigenen Haus möglich.

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Hilfe für Kinder , Eltern und Geschwister

Kinder mit Lebensverkürzenden Krankheiten oder Behinderungen brauchen oft eine sehr intensive Pflege um vollständig versorgt werden zu können. Eltern alleine können diese Versorgung alleine nicht leisten. Hier treten die PalliativCare – Pflegedienste auf den Plan. Diese sorgen dafür das die kranken oder behinderten Kinder so lange wie möglich schmerzfrei zuhause bleiben können, sprich, Krankenhausaufenthalte werden vermieden. Eine weitere Institution für Hilfe bieten hier die Kinder – und Jugendhospize. Jede Familie mit einem kranken oder behinderten Kind das in absehbarer Zeit sterben wird hat ein Anrecht auf ca. 6-8 Wochen Urlaub in einem Hospiz. Anders als bei den Pflegediensten wird sich hier ganzheitlich um die gesamte Familie gekümmert. Eltern und Geschwisterkinder haben wieder einmal Zeit für sich während Fachpersonal sich liebevoll um ihre Gäste kümmert. Ebenfalls können in den Hospizen Therapien fortgesetzt werden. Ausgebildete Trauerbegleiter , Pfarrer , Kinderärzte und das Pflegepersonal haben immer ein offenes Ohr für Sorgen und Ängste. Natürlich kann die Beerdigung im Hospiz geplant werden. Falls  gewünscht können Eltern mit ihrem Kind auch ins Hospiz kommen wenn es seinen letzten Weg antritt. Dort gibt es einen speziellen Trauerraum. Dieser ist schön und harmonisch gestaltet. Eltern, Geschwister , Verwandte und Freunde können dort solange sie wollen Abschied nehmen. Wenn gewünscht können Pfarrer gerufen werden die Sterbesakramente erteilen.

Nachdem der schwerste aller Wege gegangen ist bleibt viel Trauer und Schmerz zurück. Aber auch hier werden die Hinterbliebenen nicht allein gelassen. Trauerbegleitung für Jung und Alt werden von vielen Einrichtungen angeboten. Ehrenamtliche Vereine und Elterninitiativen bieten in Chatrooms, Foren oder Treffen Raum für Gespräche.

Andenken an Sternenkinder

Der Tod eines Kindes ist immer ein schmerzhaftes Erlebnis. Genau so wie ein Grabstein als Symbol der Erinnerung dient , gestalten viele Eltern eigene Websites für ihre kleinen Sterne. Wer Interesse daran hat sich über Sternenkinder zu Informieren , dem empfehle ich das Portal Sternenkinder.de .
Zwar muss man sich dort anmelden , trotzdem gibt es viele Links von anderen Seiten. Was die Seiten der Sternenkinder auszeichnet ist die liebevolle Gestaltung der Eltern. Sie beschreiben auf ihre Art und Weise den letzten Weg ihres Kindes , wie sie diesen erlebt haben , was sie gefühlt haben und was in der Zeit nach der Beerdigung passierte.

Sternenkinder: Im Herzen aller Menschen

Ich weiß das der Tod immer ein sehr trauriges und gewagtes Thema ist. Besonders dann wenn es sich um den Tod eines Kindes handelt. Jedoch möchte ich sagen das es wichtig ist sich zu informieren um jede Hilfe zu bekommen die Eltern brauchen. Und das es gut und in Ordnung ist das Andenken des eigenen Kindes auf seine eigene Art zu zelebrieren. Vom Schmetterlingsgeburstag bis zur Website: dies alles sind Ausdrucksformen der Liebe zwischen Eltern und Kind. Und nur das zählt und bleibt ganz zum Schluss.

Vom Eisprung bis zur Einschulung: die Elitärisierung von Kindern in der heutigen Zeit

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Was unterscheidet uns Menschen eigentlich von den Tieren? Nur wenige Prozente von unserem Erbgut um genau zu sein. Und so langsam habe ich die Vermutung das genau diese wenigen Prozente der Ausschlag dafür sind was mit unseren Kinder heutzutage passiert.

Mama weiß was zu tun ist!

Eine Bonobomutter säugt ihr Kleines , laust es , schmust und spielt. Es wird in die Bonobogruppe integriert , jeder aus der Gruppe kümmert sich um jeden. Mit der Zeit lernt das Bonobobaby alles was es für seine Zukunft braucht: Nahrung suchen , Schlafplatz bauen , mit der Gruppe agieren , Gefahren erkennen. Und wie nun hat es diese Bonobomutter geschafft das ihr Kind ein selbständiges Leben führen kann? Ganz einfach: ihr Instinkt und erlerntes Wissen haben ihr dabei geholfen. Von Natur aus wissen alle Lebewesen was sie tun müssen um zu (über)- leben. Dieser Instinkt ging uns wohl über die Jahrtausende fast verloren.

Bolzen? Heute hast du doch Französischunterricht!

Ich bin in der Krabbelstube und ziehe gerade die Kinder für´s rausgehen an. Dabei beobachte ich nebenbei eine Mutter die ihr ca. 2 Jahre altes Kind abholt. Das Kind möchte gerne selbst versuchen den Reißverschluss seiner Jacke zu schließen. Dabei erzählt es der Mutter genau was passiert. Die Mutter schaut , aus meiner Sicht, genervt und blickt öfters auf ihr Smartphone. Das kleine Kind hat nach ca. 2 Minuten den Reißverschluss geschlossen und ist stolz. Es strahlt seine Mutter an und will nun auch die Schuhe allein anziehen. Worauf hin die Mutter das Kind schnappt , auf seinen Po setzt und hektisch die Schuhe auf dessen Füße drückt. Dabei ruft sie : ,, Julian* , wir haben keine Zeit , du weißt genau das du gleich Französischunterrricht hast!” Und ehe der Kleine auch nur etwas sagen kann landet er im Kinderwagen. Laufen? Nein, denn sie sind ja schon viiiiiel zu spät dran!

Nihao, je suis Tim!

Französisch für 2 Jährige , English for Toddlers oder sogar Chinesisch ab 3 Jahren wird angeboten. Ganz davon abgesehen das danach noch Ballett , Wissenschaftliche Früherziehung und der Musikunterricht warten. Zusätzlich bieten viele Kindertageseinrichtungen Frühförderungen in Mathematik und Geschichte an. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke war das Non Plus Ultra wenn man mal mit einer  Freundin auf den Reiterhof durfte , weil man selber Lust darauf hatte reiten zu gehen. Und sonst bin ich auf Spielplätzen herumgetobt oder hab mit meinen Eltern den Wald erkundet. Fremdsprachen? Wenn wir den Opa und die Oma in Worms besucht haben , ja , der Opa konnte ja nur Englisch sprechen. Ballett , Matheunterricht oder Schreibwerkstatt? Schreiben kann ich auch noch in der Schule lernen. Das größte Gut war und ist auch heute noch eine Kindheit ohne Druck.

Humankapital statt Kind

Aber ist dies heute noch möglich? In meinen Augen: kaum noch!  Die Bildungspolitik ist auf Selektion ausgelegt. Kinder sind keine Lebewesen sondern Humankapital mit dem schon vor der Geburt spekuliert wird. Eben genau diese Bildungspolitik erlaubt es nicht Kindern durch ihren natürlichen Wissendrust zu lernen und zu wachsen. Man braucht ,, Fachkräfte” und ,, Experten” die ,, unser Land” vorran treiben. Da bleibt keine Zeit für Bolzplatz und schwimmen gehen. Ab der Grundschule gilt das Prinzip: Du hast den Stoff A ,B und C. Dafür hast du X Zeit. Wenn du in dieser Zeit diesen Stoff nicht beherrschst ist das dein Problem. Keiner wird auf dich warten. Und genau so beginnt dann meist eine Abwärtsspirale. Sätze wie: ,, Mathe ist einfach nicht seine / ihre Stärke.” oder ,, Na ja , es kann ja nicht jeder in Geschichte gut sein.” sind Indizien für eine Bildungspolitik die eiskalt und berechnend dafür sorgt wer ,, weiterlernen” darf oder auch nicht. Das glaubt Ihr nicht? Hört Euch mal in Eurem Freundeskreis um. Vergleicht Eure Kindheiten mit denen Eurer Kinder/Nachbarskinder/Neffen/Nichten etc. und hört genau zu. Viele Grundschulkinder klagen wegen den vielen Hausaufgaben , AG´s und anderen Förderunterrichten über wenig Zeit zum spielen. Wenn Kinder wenig spielen können und viel unter (Schul) – Druck stehen kann sich dies unter anderem durch psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen äußern. Diese Symptome sollte man nicht unterschätzen. Denkt mal darüber nach. Dieses komische Magendrücken wenn man keine Lust hat auf Arbeit zu gehen weil der Stress riesig ist? Kommt Euch das bekannt vor? So geht es vielen Kindern in der heutigen Zeit!

Spielen statt Pauken
Kleine Kinder brauchen keinen Chinesischunterricht. Grundschulkinder müssen noch keine physikalischen und mathematischen Probleme lösen können. Und nein , der kleine Tim muss auch nicht das neuste Kinderlexikon haben nur weil es ihm dann erzählen kann das in China ein Sack Reis umfällt. Unsere Kinder brauchen Liebe und Zeit. Zeit zum Spielen. Zeit zum toben. Zeit zum Kind sein. Ich will damit nicht sagen das all diese Unterrichte und AG´s wahres Teufelszeug sind. Aber ich finde Eltern sollten genau abwägen was und wieviel sie ihrem Kind zumuten können und sollten.
Tante Vanja sagt: Kindheit für die Kinder!